Strategischer Schritt für Stadtentwicklung

Bergkamen stärkt Position in der UKBS und kauft die Anteile der Stadt Hamm

Das Stadtfenster am Rathauskreisel ist das jüngste Aushängeschild der UKBS in Bergkamen und steht für einen neuen Trend: Nicht nur Wohnraum zu schaffen, sondern auch öffentliche Infrastruktur, hier fürs Kulturreferat.
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Das Stadtfenster am Rathauskreisel ist das jüngste Aushängeschild der UKBS in Bergkamen und steht für einen neuen Trend: Nicht nur Wohnraum zu schaffen, sondern auch öffentliche Infrastruktur, hier fürs Kulturreferat.

Im Stillen hat sich Bergkamens Stadtspitze mit den Hammer Kollegen auf einen Deal geeinigt: Die Nachbarn ziehen sich aus der UKBS zurück, Bergkamen wird zweitgrößter Gesellschafter.

Bergkamen – Die Stadt Bergkamen hat sich aufgemacht, für die städtebauliche Entwicklung über die Planungshoheit hinaus einen längeren Hebel für die Realisierung konkreter Bauvorhaben in die Hand zu bekommen. Die Stadt Hamm ist bereit, sich von ihrem Gesellschafteranteil an der Unnaer Kreis-Bau- und Siedlungsgesellschaft (UKBS) zu trennen und mindestens die Bergkamener Verwaltung ist willens, diese 6,6 Prozent zu kaufen. Die Räte haben in Kürze das Wort, fix gemacht wird das einvernehmliche Geschäft abschließend mit den Etatberatungen.

Bergkamens Rathaus schweigt, das Hammer nickt

Offiziell gibt das Bergkamener Rathaus keine Auskunft zu dem nichtöffentlichen Vorgang. Die Hammer Kollegen haben zumindest die Verhandlungen bestätigt. Im Haupt- und Finanzausschuss dürfte der Vertrag wohl aufgerufen werden, wenn die Türen geschlossen sind. Zumal die Fraktionen im Ältestenrat darüber ins Bild gesetzt worden sind.

Es geht um fast sechs Millionen Euro

Immerhin geht es darum, unterm Strich samt Nebenkosten nicht ganz sechs Millionen Euro dafür auszugeben. Zudem scheint man mit Hamm einig, dem Nachbar noch eine Weile den Renditeverzicht zu kompensieren, ehe das Geschäft dann über die Gewinnbeteiligung regelmäßige Einnahmen für Bergkamen bedeutet. So verspricht die Investition rentierlich zu sein – wenn die Stadt es sich leisten kann.

Nur der Kreis hat noch mehr Anteile

Im Falle des Vollzugs würde Bergkamen seine 14 Prozent Anteil auf 20,6 erhöhen und zweitgrößter Gesellschafter nach dem Kreis Unna mit seinen 40 Prozent sein. Das verspricht in der strategischen Kalkulation des Verwaltungsvorstandes mehr Gewicht in der GmbH. Also Einfluss darauf, ob sich die kommunale Baugesellschaft in Bergkamen engagiert oder woanders. Da werden Wünsche im Kreise der kommunalen Familie als Mitgesellschafter besser gehört.

Kommunal-GmbH Partner der Stadtentwicklung

Mit dem „Stadtfenster“ am Rathaus hat die UKBS im vergangenen Jahr einen Beitrag zum eingeleiteten Umbau der Innenstadt geleistet. Mit dem vom Kiwitt-Park zur Grimberg-Brache verlegten Mehrgenerationen-Projekt soll bald noch etwas Anspruchsvolles folgen. In Bau hat die Gesellschaft derzeit das neue Haus für die Kita „Vorstadtstrolche“.

Mögliches Instrument für Schrottimmobilien

Dem Vernehmen nach argumentiert die Verwaltung auch damit, dass die UKBS auch ein Instrument sein könne, um Hemmnisse bei der Stadtentwicklung zu beseitigen, für die „Bergkamen mittendrin“ bekanntlich Leitlinien setzt, bei denen Wohnungsbau in der nun amtlich für tot erklärten „City“ eine wesentliche Rolle spielt. Weniger vornehm ausgedrückt: Man könnte Schrottimmobilien kaufen, abreißen oder sanieren. Auch da lohnt der Blick nach Hamm, die Nachbarn haben das schon gemacht. Dass die Nachbarstadt an der Unnaer Kreisgesellschaft beteiligt ist, hat historische Ursprünge. Bis zur Gebietsreform 1968 gehörten die Hammer Ortsteile/Ämter Wiescherhöfen und Pelkum zum Kreis Unna. Als die Grenzen neu gezogen wurden, hatte die Gesellschaft auch dort schon Häuser gebaut, die dann auf Hammer Stadtgebiet standen. Die stille Beteiligung wuchs über die Jahrzehne zu einer erklecklichen Geldanlage heran. Gleichwohl kann die Großstadt die heute fällige Summe dafür wirkungsvoller für eigene Vorhaben einsetzen.

Klingt nach einer – wie sagt man auf Neudeutsch: Win-win-Situation.

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