Pumpwerk soll Königsborner Sprung trockenlegen

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Ein feuchter Keller in Oberaden.

Bergkamen - Lange soll es nun nicht mehr dauern, bis die von nassen Kellern und feuchten Wiesen geplagten Oberadener aufatmen können. Der geplante Bau eines neuen Pumpwerks mit Regenrückhaltebecken im Bereich Lünener Straße/Mühlenstraße rückt näher.

„Die Arbeiten sind weitestgehend vorbereitet“, erklärt ein RAG-Sprecher. „Wir sind auf einem guten Weg.“ Das neue Bauwerk soll auf einem Teil der aktuell landwirtschaftlich genutzten Fläche an der Kreuzung Jahnstraße/Mühlenstraße/Lünener Straße entstehen.

Was ist der Grund für den Bau?

Unmittelbar am Königsborner Sprung gelegen, einer natürlichen Geländeverwerfung, die dem unterirdischen Kohle-Abbau an dieser Stelle einen Riegel vorschob, machten sich die Bergsenkungen in der Stadt mit am stärksten bemerkbar. Während der eine Geländeteil über die Jahrzehnte absackte, blieb der andere stehen. Ein Hang entstand – und an seinen tiefsten Stellen sammelt sich heutzutage nicht nur das Regenwasser. Auch das Grundwasser steht hier vergleichsweise hoch.

Warum gibt es keinen anderen Weg zur Beseitigung der Schäden?

Durch die Bergsenkungen veränderte sich das natürliche Gefälle des Geländes. Regenwasser fließt nicht mehr automatisch in Bachläufe wie Kuh- und Alkenbach oder Flüsse wie die Seseke, sondern sammelt sich an Stellen, wo vor wenigen Jahrzehnten noch bedenkenlos gebaut wurde. Die meisten Grundstücke im betroffenen Bereich werden bereits mit zusätzlichen Drainagen entwässert. Das Wasser wird jedoch der Kanalisation zugeführt und gelangt darüber in die Klärwerke, die von dem zusätzlichen, eigentlich sauberen Wasser belastet werden. Um hier Kosten und Kapazitäten zu sparen, soll das Regenwasser mittelfristig nicht mehr in die Kanalisation eingeführt werden.

Was wird nun gebaut? 

An der viel befahrenen Kreuzung soll ein Pumpwerk mit Rückhaltebecken entstehen, das eine Ableitung in den Alkenbach bekommt, der später in die Seseke fließt. Weil dieser oberhalb des Königsborner Sprungs verläuft, wird eine Druckleitung benötigt, die das Gefälle überwindet und das Wasser quasi mehrere Meter bergauf pumpt. Etwa ein dreiviertel Jahr sollen die Baumaßnahmen in Anspruch nehmen. Nach Fertigstellung wird die Förderleistung des Pumpwerks bei 40 Litern pro Sekunde liegen und das Betriebsgebäude eine Grundfläche von drei mal drei Metern haben. Das Rückhaltebecken wird 610 Kubikmeter Wasser fassen können, also 610 000 Liter.

Worauf wird nun noch gewartet? 

„Wir müssen noch den benötigten Grund und Boden erwerben“, sagt der RAG-Sprecher. „Aber auch dort sind wir auf einem guten Weg.“ Die Gespräche seien vielversprechend angelaufen und man habe entsprechend vorverhandelt. Außerdem muss noch geklärt werden, wer das Pumpwerk künftig betreiben wird: der Bergbau, sprich die RAG, oder die Stadt Bergkamen. „Das muss geklärt werden, bevor wir mit dem Bau beginnen können“, sagt der RAG-Sprecher. Die Stadt habe aber inzwischen alle benötigten Zahlen bekommen, so dass eine fundierte Entscheidung gefällt werden könnte. „Wir gehen davon aus, dass wir in einem Vierteljahr alle notwendigen und noch fehlenden Unterschriften haben und dann loslegen können“, so der RAG-Sprecher.

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