Weitere Verhandlungstermine

Prozessende nicht in Sicht: Verfahren gegen mutmaßlichen Doppelvergewaltiger soll verlängert werden

Vergewaltigung Angeklagter mit Verteidiger Marco Ostmeyer
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Der Angeklagte, hier zusammen mit seinem Verteidiger Marco Ostmeyer, soll im Sommer 2019 zwei Frauen vergewaltigt haben.

Im Prozess um einen mutmaßlichen Doppelvergewaltiger aus Bergkamen hatten die Prozessbeteiligten bereits Termine für die Schlussvorträge und das Urteil vereinbart, doch dann kam alles anders.

Bergkamen/Dortmund - Zur großen Überraschung von Staatsanwaltschaft und Verteidigung wurden vor dem Dortmunder Landgericht keine Plädoyers abgehalten, im Gegenteil: „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass noch weitere Verhandlungstage nötig sei werden“ erklärte der Vorsitzende Richter Ulf Pennig.

Grund für eine weitere Ergänzung und Vertiefung der Beweisaufnahme ist unter anderem die Erklärung des Angeklagten am letzten Verhandlungstag.

Sachverständige soll erneut gehört werden

Nach monatelangem Schweigen hatte er überraschend Angaben zu der angeklagten Vergewaltigung einer 16-jährigen in einem Kamener Park gemacht. Demnach sei es zu freiwilligem Sex zwischen dem Mädchen und ihm gekommen.

Auf Anregung der Staatsanwaltschaft sucht das Gericht nun ergänzende Auskünfte von der psychiatrischen Sachverständigen, die im Prozess gehört worden war. Die Gutachterin soll darlegen, ob diese Aussage des Angeklagten ihre Diagnose verändern könnte.

Sie hatte dem Angeklagten eine massive Persönlichkeitsstörung und hohe Rückfallgefahr bei Sexualverbrechen attestiert und bei einer Verurteilung eine mehrjährige Therapie in einer speziellen Einrichtung empfohlen. Der Angeklagte selbst betonte am gestrigen Verhandlungstag noch einmal mit deutlichen Worten: „Ich habe die mir zur Last gelegten Taten nicht begangen!“ Er präsentierte seinem ebenfalls überraschten Verteidiger Marco Ostmeyer und den anderen Prozessbeteiligten eine Aufstellung von rund zehn angeblichen Widersprüchlichkeiten und Fragen, die aus seiner Sicht noch weiter aufgeklärt werden müssen. Das Gericht sah es offenbar ähnlich, weitere Gerichtstermine werden vereinbart.

Der heute 26-jährige soll im Sommer 2019 innerhalb weniger Tage eine 21-jährige Bekannte in Bergkamen sowie eine 16-jährige Zufallsbekanntschaft in einem Kamener Park mit Drohungen zum Sex gezwungen haben.

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