Prozessauftakt: Angeklagter gesteht Brandstiftung in Rünthe

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Das Haus war nach dem Brand am 28. Oktober 2016 nicht mehr bewohnbar.

Bergkamen/Dortmund – Ein 57-jähriger Bergkamener steht wegen zweier schwerer Straftaten vor dem Dortmunder Landgericht. Er soll im Oktober 2016 sein damaliges Wohnhaus an der Straße Zum Füllort absichtlich abgebrannt haben sowie zwei Jahre später seine damalige Lebensgefährtin bedroht und zur Herausgabe von 640 Euro erpresst haben.

Zu den massiven Vorwürfen der Staatsanwaltschaft will sich der gelernte Handwerker im Laufe des mehrwöchigen Prozesses äußern, machte am ersten Verhandlungstag jedoch erst einmal lediglich Angaben zu der angeklagten Brandstiftung

„Mein Mandant ist willig und voll geständig, was den Anklagevorwurf angeht, aber er ist psychisch sehr schlecht zurecht“ beschrieb Verteidiger Hans Reinhardt die seelische Verfassung des in Untersuchungshaft sitzenden Mannes.

Der mutmaßliche Brandstifter will sich im Laufe des Prozesses zu weiteren Vorwürfen äußern.

Ja, er habe in der Nacht zum 28. Oktober Möbel im Erdgeschoss aufgestapelt und mit einem Dachdeckerbrenner angezündet. „In ihm war ein Gefühlscocktail aus Wut, Verzweiflung und Frust. Auch hatte er tagelang Hochprozentiges getrunken und Psychopharmaka genommen“, beschreibt Reinhardt die offenbar desolate seelische Verfassung des Bergkameners zur Tatzeit. 

Endpunkt eines Scheidungskrieges

Wenige Tage zuvor hatte er ein amtliches Schreiben erhalten, in dem die Zwangsversteigerung der ihm zur Hälfte gehörenden Immobilie angekündigt wurde. Trauriger Endpunkt eines jahrelangen Scheidungskrieges, der den Angeklagten offenbar zu einer Verzweiflungstat trieb. „Meine Frau sollte nichts abbekommen“, hatte der mutmaßliche Brandleger kurz nach der Tat bei der Polizei Lüdinghausen angegeben, wo er sich selbst stellte und die gesamte Tat und ihre Vorgeschichte umfassend schilderte. 

Das damals leer stehende Wohnhaus brannte seinerzeit völlig aus, rund 60 Feuerwehrleute aus Rünthe, Overberge, Oberaden, Heil und Werne hatten vier Stunden lang vergeblich gegen die Flammen gekämpft. 

Feuerwehr wurde gewarnt

Der Brandleger hatte selbst ein Schild vor dem Haus aufgestellt und Feuerwehr und Polizei vor Gefahren durch im Haus gelagerte Gasflaschen gewarnt. 

Der Prozess wird am 26. Februar fortgesetzt. Dann will der Angeklagte sich zu dem Vorwurf äußern, am 10. August 2019 seine damalige Partnerin gequält und zur Herausgabe von Geld gezwungen zu haben.

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