Prozess wegen Vergewaltigung: Anwalt zweifelt erneut an Aussagen des Opfers

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Der Angeklagte, hier zusammen mit seinem Verteidiger Marco Ostmeyer, soll im Sommer 2019 zwei Frauen vergewaltigt haben.

Bergkamen/Dortmund – Seit Anfang Februar läuft vor dem Dortmunder Landgericht der Prozess gegen einen 25-jährigen Kamener, der in Kamen und Bergkamen im Sommer 2019 zwei Frauen vergewaltigt haben soll.

Vorsorglich hat das Gericht weitere Verhandlungstage bis in den September hinein terminiert, weitere Beweisanträge von Verteidiger Marco Ostmeyer stehen im Raum. So zweifelt der Dortmunder Anwalt unter anderem an der Glaubwürdigkeit einer zur Tatzeit 16-Jährigen, die behauptet, in der Nacht zum 9. August im Ostpark in Kamen von der Zufallsbekanntschaft vergewaltigt worden zu sein. 

Ostmeyer will nun einen Zeugen präsentieren, der entgegen der Behauptungen der jungen Frau nicht in der Tatnacht mit ihr im Park getrunken und Drogen konsumiert hat, bevor sie den jetzt angeklagten Mann zufällig kennenlernte.

Bereits im Verlaufe der Beweisaufnahme hatte Ostmeyer wiederholt Zweifel an der Darstellung des Vergewaltigungsgeschehens durch das vermeintliche Opfer formuliert. Der Angeklagte selbst hat sich zu dieser Tat bislang noch nicht geäußert. Er bestreitet eine weitere angeklagte Vergewaltigung wenige Tage später. Die sexuellen Handlungen seien vielmehr zwischen ihm und der Bekannten einvernehmlich gewesen.

Bewährungshelferin berichtet

Laut Staatsanwaltschaft soll er die junge Frau auf dem Nachhauseweg begleitet, mit ihr Haschisch geraucht und sie unvermittelt bedroht und zum Sex gezwungen haben. Am gestrigen Verhandlungstag wurden mehrere Berichte der Bewährungshelferin verlesen, die den Angeklagten nach einer rechtskräftigen Verurteilung wegen Vergewaltigung betreut hatte.

Der damals jugendliche Angeklagte hatte eine mehrjährige Jugendstrafe verbüßt und stand damals unter Führungsaufsicht des Gerichts. Die Bewährungshelferin fand in ihren drei Berichten aus den Jahren 2017 und 2018 nur gute und lobende Worte für ihren Schützling. Er sei „erwachsener geworden“, habe sich gut in die Wohngruppe für Haftentlassene in Kamen eingefügt, sei nie durch Drogen- oder Alkoholkonsum aufgefallen und habe zuletzt, im Juni 2018, eine feste Freundin und einen festen Arbeitsplatz gehabt. 

Ob er dann rund ein Jahr später erneut und massiv straffällig geworden ist, müssen die Ergebnisse der laufenden Beweisaufnahme erweisen.

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