"Er war stets freundlich und liebevoll" - Ehemalige Freundin sagt im Vergewaltigungsprozess aus

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Der Angeklagte, hier zusammen mit seinem Verteidiger Marco Ostmeyer, soll im Sommer 2019 zwei junge Frauen vergewaltigt haben

Bergkamen/Dortmund – Was ist der angeklagte Bergkamener für ein Mensch? Wie reagiert der angeklagte Vergewaltiger auf Andere? Antworten auf diese Fragen erhofften sich die Prozessbeteiligten am Dortmunder Landgericht am Freitag unter anderem von einer früheren Freundin des Angeklagten.

Eine 25-jährige Bergkamenerin, die ein halbes Jahr mit ihm liiert war und auch mit ihm zusammen gewohnt hatte, hatte fast nur gute Worte für ihn übrig. „Er war stets freundlich und liebevoll, zu mir, aber auch zu seinen Eltern und anderen Bekannten“ schilderte die junge Frau sein Wesen. „Zu mir war er nie aggressiv“, betonte die Zeugin, sie könne sich überhaupt nicht vorstellen, dass er die angeklagten Vergewaltigungen begangen habe. 

Sie habe nie Angst vor ihm gehabt, habe ihn auch immer als sehr vorsichtigen und rücksichtsvollen Liebhaber erlebt. Schädlich für ihre Beziehung seien später aber seine Zockereien in Spielhallen und sein Haschischkonsum gewesen – einmal habe er ihr 400 Euro gestohlen und noch am Tag ihres Auszugs 100 Euro aus ihrer Handtasche geklaut. 

Trotz der Trennung kam es nach ihren Schilderungen noch zu vereinzelten Treffen mit einvernehmlichem Sex. So auch einen Tag nach der angeklagten Vergewaltigung einer 15-jährigen in Kamen. „Er war lustig, so wie früher“, erinnerte sich die Zeugin an seinen mehrstündigen Besuch eine Nacht nach dem angeblichen sexuellen Übergriff auf die Jugendliche. Verteidiger Marco Ostmeyer kündigte an, dass er am nächsten Verhandlungstag einen Antrag stellen werde, die Aussage des mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers von einem Gutachter untersuchen zu lassen. 

Das Mädchen stand nach eigenen Angaben während der angeblichen Tatzeit unter der Wirkung von Alkohol und Drogen. Das Strafverfahren wird am 28. Mai fortgesetzt. Der einschlägig vorbestrafte Bergkamener soll in der Nacht zum 9. August vergangenen Jahres in Kamen eine 16-Jährige und am 11. August in Rünthe an der Erlentiefenstraße eine Bekannte und frühere Arbeitskollegin vergewaltigt haben.

Am Donnerstag hatte das 16-jährige Opfer vor Gericht ausgesagt.

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