Prozess gegen mutmaßliche Brandstifter beginnt

BERGKAMEN ▪ In der nächsten Woche beginnt das Strafverfahren gegen zwei junge Männer, denen eine Serie von Brandstiftungen in Bergkamen zur Last gelegt wird. Dabei waren in der Nacht vom 22. auf den 23. Juli 2011 in Bergkamen mehrere Mülltonnen, Abfallcontainer und Papiertonnen in Brand gesetzt worden – den Gesamtschaden beziffern die Ermittler auf rund 50 000 Euro.

Den größten Sachschaden hatten die beiden Tatverdächtigen in der Moschee an der Ernst-Schering-Straße angerichtet – hier sollen die beiden mittlerweile 24-jährigen Männer zufällig im Gebäude gefundenen Kleber mit ihren Feuerzeugen angezündet haben. Das Feuer ging zwar von selbst aus, doch durch Rissbildungen und Rauchentwicklungen war an dem Kuppelbau erheblicher Brandschaden entstanden.

Von einem ausländerfeindlichen Hintergrund bei der Brandstiftung geht die Staatsanwaltschaft offenbar nicht aus. „In der Anklageschrift findet sich kein Hinweis darauf, dass diese Brandlegung rechtsradikal motiviert sein könnte“ erklärte der Sprecher des Dortmunder Landgerichts, Roland Büchel, auf Anfrage des WA.

Wie damals berichtet, war es zwischen Bürgermeister Roland Schäfer und der Islamischen Gemeinde wegen des möglichen ausländerfeindlichen Hintergrundes zu Unstimmigkeiten gekommen.

Fest steht hingegen, dass die beiden bei ihrer Festnahme geständigen Angeklagten in der Tatnacht stark betrunken waren. Auch sind die jungen Männer bereits vorbestraft und standen bei ihren Zündeleien unter laufender Bewährung. Einer der beiden Angeklagten sitzt mittlerweile wegen anderer Straftaten in Haft.

Für die aufwändige Beweisaufnahme hat die 44. Strafkammer am Dortmunder Landgericht bislang sechs Verhandlungstage angesetzt, an denen Brandsachverständige und etliche Zeugen gehört werden müssen.

Auch wird zu klären sein, in welchem Umfang die beiden Bergkamener durch ihre Trunkenheit für die Brandserie strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden können. Ein Urteil wollen die Dortmunder Richter nach derzeitiger Planung am 24. Mai verkünden. ▪ mw

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