Prozess um brutalen Überfall auf Oberadener Schülerin beendet

Vergewaltiger zu zehn Jahren Haft verurteilt

Der 36-jährige Angeklagte hat gestanden, die damals 15-jährige Schülerin überfallen und vergewaltigt zu haben.
+
Der 36-jährige Angeklagte hat gestanden, die damals 15-jährige Schülerin überfallen und vergewaltigt zu haben.

Bergkamen/Dortmund – Die Entscheidung ist gefallen: Das Dortmunder Landgericht hat den Vergewaltiger einer 15-jährigen Schülerin in Oberaden zu zehn Jahren Haft verurteilt. Unmittelbar zuvor hatte sich der Angeklagte noch einmal für seine Tat entschuldigt.

Als der Vorsitzende Richter Alexander Donschen das Urteil „im Namen des Volkes“ verkündete, was es absolut still im Gerichtssaal. Mit der Haftstrafe von zehn Jahren blieb die 36. Strafkammer zwei Jahre unter dem Antrag von Staatsanwältin Heike Sudhaus-Coenen. Dennoch wirkte der 36-jährige Angeklagte, als hätte er auf noch mehr Milde gehofft.

Neben der Vergewaltigung der 15-Jährigen im Sommer 2019 hat der Mann aber noch weitere schwere Schuld auf sich geladen. Schon 2012 hat er in Kamen versucht, eine Frau zu vergewaltigen. Auch sie wurde mit großer Brutalität geschlagen, auch ihr brachen Knochen im Gesicht. „Beide Taten kann man nur als abscheulich bezeichnen“, sagte Richter Donschen in der Urteilsbegründung.

Opfer leiden bis heute an den Taten

Die Opfer der sexuellen Gewaltausbrüche des 36-jährigen Angeklagten leiden bis heute an den Folgen der Taten – und werden dies wohl auch noch ihr ganzes Leben lang tun. Nebenklage-Anwältin Christiane Krause-Schumann hatte in ihrem Plädoyer den Satz geprägt: „Der Täter bekommt hier eine zeitige Strafe, die Opfer bekommen lebenslang.“ Richter Donschen konnte und wollte dem nicht widersprechen. „Das muss man wohl so stehenlassen“, sagte er.

Der damals 15-jährigen Schülerin sprachen die Richter mit dem Urteil zudem 50 000 Euro Schmerzensgeld zu. Der Täter hatte sie am 13. Juli vergangenen Jahres auf dem Heimweg angegriffen, zu Boden geschlagen und hinter einem Bahndamm vergewaltigt. Das Mädchen erlitt unter anderem Schädelbrüche und schwebte in akuter Lebensgefahr.

Entzug in Therapieeinrichtung angeordnet

Ob der Angeklagte jedoch jemals in der Lage sein wird, auch nur einen Teil des Schmerzengeldes zu zahlen, steht in den Sternen. Zunächst einmal ist und bleibt er eingesperrt. Neben der Haftstrafe ordneten die Richter seine Unterbringung in einer Alkohol-Entziehungsklinik an. Das bedeutet: In etwa eineinhalb Jahren wechselt der Mann vom Gefängnis in eine Therapieeinrichtung und soll dort rund zwei Jahre lang behandelt werden. Gilt er danach als geheilt, könnte er seine vorzeitige Entlassung beantragen.

Zuvor müsste dann aber noch die Hürde der drohenden Sicherungsverwahrung übersprungen werden. Die Richter haben sich die Anordnung dieser Maßregel im Urteil ausdrücklich vorbehalten. Hat der Angeklagte also nach der Therapie nur sein Alkoholproblem überwunden, wird von den Ärzten aber trotzdem noch als gefährlich eingestuft, wäre die vorzeitige Entlassung ausgeschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare