Projektentwickler verabschiedet sich von den Turmarkaden

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Die Turmarkaden in der City stehen leer.

Bergkamen - Leer stehende Räume, verschmutzte Scheiben, Wasserschaden im Keller – und nun verabschiedet sich der Projektentwickler. Dass die "List Develo Commercial" kein Interesse mehr am Umbau der Turmarkaden hat, deutete sich Ende vergangenen Jahres an. Das Unternehmen wollte den Komplex ursprünglich erwerben, hatte sich aber schlauerweise eine Ausstiegsoption gesichert, wenn es mit der Vermietung nicht so klappt. Diese Option wurde nun wahrgenommen. Der Oldenburger Projektentwickler zieht sich laut Pressemitteilung nun ganz aus dem Projekt zurück.

Damit bleibt Investor CharterHaus der Eigentümer der Immobilie. Im März vergangenen Jahres hörte sich alles noch optimistisch an. Im Inneren werde kein Stein auf dem anderen bleiben, hatte List-Geschäftsführer Michael Garstka angekündigt. Entwickelt werde ein „Hybridcenter“, ein Mix aus Shopping- und Fachmarktcenter. Bis Mitte 2017 sollten die Mietverträge geschlossen sein. Daraus wurde schon mal nichts. 

Standort noch attraktiv

„Der Standort ist für potenzielle Mieter unter gewissen Umständen durchaus attraktiv“, wird Garstka in der Mitteilung zitiert. Das Interesse sei immer noch vorhanden, so der Geschäftsführer, allerdings: „Doch können wir die Vorstellungen und Anforderungen der Einzelhändler mit der von uns geplanten Revitalisierung nicht in Einklang bringen.“ Im Klartext: Die Wünsche der künftigen Mieter wären zu teuer gewesen. Unter anderem sollten Rolltreppe und Eingangsbereich verlegt werden.

Hohe Investitionskosten 

Nach Auffassung von Baudezernent Dr. Hans-Joachim Peters spielt aber ein anderer Grund eine bedeutende Rolle: „Die Investitionskosten. Da war von 30 Millionen plus X die Rede“, so Peters, die müssten sich, umgerechnet auf eine Fläche von 20 000 Quadratmetern erst mal rentieren. Die Stadt ist außen vor. Bergkamen hatte die Schularbeiten gemacht. Wie berichtet, wurden die Pläne des neuen Eigentümers auf Änderung der Zu- und Ausfahrt vom Rat abgesegnet. Ein positiver Bauvorbescheid war ebenfalls frühzeitig ausgestellt worden. 

Baugenehmigungen

Bereits CharterHaus hatte vor dem geplanten Verkauf den Bauantrag in der Tasche und wollte die Sanierung selbst in die Hand nehmen. Die Pläne wurden zu den Akten gelegt, als Geschäftsführerin Brigitte van der Jagd-Buitink verstarb. Ein Maklerunternehmen in Köln verwaltet seit dem Tod der Geschäftsführerin für Charterhaus die Immobilie. 

Eigentlich sind die Voraussetzungen gut. Baugenehmigung oder Vorbescheid gingen beim Verkauf an den neuen Eigentümer über und behielten ihre Gültigkeit. „Sie müssen nur nach drei Jahren verlängert werden“, so Dr. Peters. 

Wie geht es weiter? CharterHaus könnte nun wieder die Realisierung des Projektes übernehmen. Die andere Möglichkeit: „Es hat damals neben List mehrere Interessenten gegeben“, sagt der Erste Beigeordnete. Bei denen könnte der Makler nochmal anfragen.

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