Jugend-Filmprojekt "The Stray" feiert Premiere

Bergkamen - Sich selbst auf einer großen Kinoleinwand sehen, mit Hunderten von Gästen den eigenen Film verfolgen: Was sonst nur professionellen Schauspielern vergönnt ist, durften rund 40 Bergkamener Jugendliche und junge Erwachsene am Sonntag im Cineplex in Hamm erleben.

Die Nachwuchsschauspieler waren Teil eines Filmprojektes des Streetworks Bergkamen. Rund ein Jahr hatten die Teilnehmer an ihrem Film „The Stray – Indien mit Hindernissen“ gearbeitet. Vor rund 200 Besuchern feierten sie ihre Premiere. „Ich war während des ganzen Filmes nervös, weil ich nicht wusste, wie die einzelnen Szenen ankommen“, sagte Regisseur Daniel Schinzig. Zusammen mit drei Streetworkern aus Bergkamen hatte er das Projekt auf die Beine gestellt. „Es war eine sehr anstrengende, aber auch witzige Zeit, und ich bin fast ein wenig traurig, dass unser Projekt nun zu Ende ist“, sagte Schinzig. 

"The Stray" spielt in Bergkamen

Die Handlung des Films spielt in Bergkamen. Dort treibt der Gangster „Big Tyler“ sein Unwesen. Zusammen mit seiner Gaunerbande raubt er Geschäfte aus und überfällt die Bergkamener Bürger. Erst der unbekannte Held „The Stray“ (englisch für „Der Streuner“) stellt sich ihnen entgegen und versucht Bergkamen aus der Hand der Gangsterbande zu befreien, damit die Einwohner wieder in Frieden leben können. Gegen Ende des Films wird deutlich, dass der Streuner nicht so unbekannt ist, wie er zu sein scheint, sondern bereits in der Vergangenheit mit „Big Tyler“ in Kontakt stand. Im April vergangenen Jahres, während der Osterferien, startete das Projekt. Die Jugendlichen überlegten sich eine Filmidee, auf deren Grundlage das Drehbuch geschrieben wurde. „Jeder hat etwas eingebracht, deshalb ist der Film auch sehr vielfältig geworden“, so Schinzig. 

Jugendliche übten Stunts

Anfangs sollte ein Bollywoodfilm entstehen, die Jugendlichen entschieden sich dann aber für eine Gangsterkomödie mit einzelnen Bollywood-Elementen. In den Sommerferien boten die Streetworker Kamera-, Schauspiel- und Parkourworkshops an. Für den Parkourworkshop kooperierten sie mit der Dortmunder Parkour-Gruppe „Symphony of Movement“. Diese übten mit den Jugendlichen Stunt- und Kampfszenen und gaben Tipps, wie gestellte Tritte oder Schläge vor der Kamera möglichst realistisch aussehen. „Die Kampfszenen haben mir zwar auch viel Spaß gemacht, aber besonders klasse fand ich, mit verschiedenen Leuten zusammenzuarbeiten“, sagte Samir Hassan, der im Film den Gangsterboss „Big Tyler“ spielt. Licht, Kamera, Action: Die Herbstferien nutzten die Jugendlichen für die Dreharbeiten. Bis manche Szenen vor der Linse perfekt aussahen, brauchten die Schauspieler über 20 Versuche. „Es war sehr anstrengend, aber das Team hat sich super geschlagen“, sagte Schinzig und zog ein positives Fazit.

Filmteam und Streetworker sind zufrieden

Manche der Jugendlichen seien durch den Film deutlich selbstbewusster geworden, erklärte Streetworker Arne Vogt. „Schauspielern ist anfangs sehr schwierig, aber sich vor der Kamera zu präsentieren, hilft den Jugendlichen in ihrer persönlichen Entwicklung“, so der Streetworker. Schinzig hingegen war nicht nur Regisseur, sondern auch Kameramann, Drehbuchautor und Cutter. Besonders der Schnitt sei sehr aufwendig gewesen: „Daran habe ich bestimmt über 100 Stunden gesessen.“ Doch die langen Drehtage hätten sich gelohnt. Die Arbeit des Filmteams belohnten die Zuschauer nach der Vorstellung mit tosendem Applaus. Die Organisatoren kündigten an, mit dem Film an einem Wettbewerb teilzunehmen.

Rubriklistenbild: © Lindemann

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