25-Jähriger gesteht

Post-Skandal in Bergkamen: Ausmaß ist größer als erwartet

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Der Fund ist größer als zunächst angenommen wurde.

Bergkamen – Mehrere Kisten mit nie zugestellter Post hat ein Nachbar am Mittwochmorgen in Bergkamen gefunden. Polizei und Deutsche Post nahmen die Ermittlungen auf. Nun zeigt sich: Das Ausmaß ist größer als angenommen.

Es waren insgesamt 64 Kisten mit nicht zugestellter Post, die von der Polizei und einem Post-eigenen Sicherheitsdienst am Mittwochabend an der Jahnstraße in Oberaden sichergestellt wurden.

Ein 25-jähriger Deutscher gab zu, „mit der Post einen Vertrag über die Zustellung“ zu haben, doch er habe sich überfordert gefühlt, die Sendungen auch wirklich zuzustellen.

Noch weitere Kisten im Keller und in der Wohnung

Einem aufmerksamen Nachbarn waren am Mittwochmorgen ein paar Kisten ins Auge gefallen, als er die offen stehende Garagentür schließen wollte. Er meldete seinen Fund der Post

Als die um 17.30 Uhr hinzugerufene Polizei den auf dem Grundstück wohnenden 25-Jährigen mit dem Fund konfrontierte, zeigte sich dieser nach und nach geständig. Als die Beamten auf dem Weg in die Wohnung auch im Schuppen weitere Postkisten fanden, gab er zu, nicht nur in der Wohnung, sondern auch im Keller noch weitere Kisten zu haben. 

Gefundener Brief im August 2018 gestempelt

Insgesamt wurden so 64 Kisten mit Post gefunden, die nach Angaben des 25-Jährigen aus dem Zeitraum von Oktober bis jetzt stammen. Deutlich sichtbar lag auf einer der Kisten aber auch ein Brief, der im August 2018 abgestempelt worden war. 

Wichtige Briefe wurden nie zugestellt.

Des Weiteren, so erklärte Polizeisprecherin Ute Hellmann, hätten ihre Kollegen noch einige Pakete mit Prospektmaterial gefunden. Um alles abtransportieren zu können, habe ein größeres Fahrzeug angefordert werden müssen. 

Polizei und Post stellen Anzeige gegen 25-Jährigen

Die Polizei hat nun eine Strafanzeige wegen Unterschlagung gestellt, und auch die Deutsche Post hat Anzeige erstattet, erklärte deren Sprecher Rainer Ernzer. Sobald die Postkisten in den nächsten Tagen freigegeben sind, wird die Deutsche Post die Inhalte sichten. 

Eine Betroffene über ihre Wut

Ob es sich dabei um die Briefe handelt, die seit Monaten in Overberge vermisst werden, kann Ernzer im Moment noch nicht sagen. „Das wäre zum jetzigen Zeitpunkt noch Spekulation. Aber die Vermutung liegt nahe.“ Erst die genaue Überprüfung wird zeigen, ob es sich um die vermissten Sendungen handelt. 

Einige Umschläge wurden geöffnet

In jedem Fall werden die Briefe dann mit einem Begleitschreiben zugestellt – sofern sie nicht geöffnet wurden. „Einige Umschläge sind eindeutig geöffnet worden. Die gehen an die Absender zurück, damit festgestellt werden kann, ob etwas und was genau entwendet wurde“, erklärt Ernzer. Die Post will zeitnah darüber informieren, wann die Zustellung der gefundenen Post erfolgen soll.

Nach dem Post-Skandal lässt eine Betroffene jetzt ihre Wut heraus.

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