Extremwetter in Bergkamen

Positive Winterdienst-Bilanz, aber volle Mülleimer und mögliche Frostschäden an Straßen

Die Abfalleimer an einzelnen Bushaltestellen sind so vollgestopft, dass auch das Umfeld vermüllt ist.
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Die Abfalleimer an einzelnen Bushaltestellen sind so vollgestopft, dass auch das Umfeld vermüllt ist.

Rund eine Woche nach Beginn des großen Schneefalls zieht Bergkamens Bauhofleiter Stephan Polplatz eine positive Bilanz des Winterdienstes. Allerdings mussten wegen der Extremwetterlage andere Arbeiten warten oder wurden erschwert – etwa das Leeren der Abfalleimer im Stadtgebiet. Und noch ist nicht absehbar, wie groß die Frostschäden an den Straßen sind, die es auszubessern gilt.

Bergkamen – „Wir sind sehr zufrieden damit, wie’s gelaufen ist“, betont Polplatz und zollt seinen Winterdienst-Kollegen ein großes Lob. „Die können stolz auf ihre Leistung sein.“ Auch die Entscheidung, gleich zu Beginn des Gestöbers alle Streufahrzeuge mit Schneepflügen auszustatten, habe sich als richtig erwiesen, sagt Polplatz. „Die Fahrbahnen waren relativ schnell wieder relativ frei.“

Tatsächlich konnte sich die Stadt Bergkamen in Sachen Straßenzustand sehen lassen – auch im Vergleich zu anderen Kommunen. Dort war zum Beispiel für Müllfahrzeuge zunächst kein Durchkommen. Der Entsorgungsbetrieb Bergkamen (EBB) hingegen konnte weiterarbeiten, auch wenn manch Tonne erst verspätet geleert wurde. Der VKU war’s schon am Mittwoch möglich, den Busbetrieb wieder aufnehmen, in anderen Regionen lief der ÖPNV teils erst einige Tage später wieder richtig an.

Mit Pannen muss man leben

In Bergkamen konnten nach Auskunft Polplatz’ mittlerweile auch die kleineren Anwohnerstraßen von den Räumfahrzeugen angesteuert werden – und das, obwohl es Mitte vergangener Woche eine regelrechte Pannenserie gegeben hatte. Zeitgleich fielen wegen technischer Defekte und eines Rutschers in den Graben gleich drei Kipper und Schlepper aus.

Ausfälle seien äußerst ärgerlich, sagt Polplatz, aber auch nicht unüblich, wenn Maschinen massiv eingesetzt würden. „Da kann man sie noch so gut warten.“ Letztlich habe man es mit „höherer Gewalt“ zu tun. Froh sei er, dass es noch gelungen sei, über eine Werkstatt ein Leihfahrzeug zu bekommen, sagt der Bauhofleiter.

Von vornherein mehr Fahrzeuge bereitzustellen, um mögliche Ausfälle zu kompensieren, ist für ihn keine Option. „Sie müssen da einen Mittelweg finden, denn alle Ausgaben für den Winterdienst fließen in die Gebühren ein, die der Bürger am Ende zu zahlen hat.“

Bestandsaufnahme bei Straßen folgt

Wenn Wasser in Fahrbahndecken eindringt und gefriert, platzen Teile ab oder entstehen Risse. Für eine Bilanz solcher Schäden an städtischen Straßen ist es laut Polplatz aber noch zu früh. „Erst wenn der Schnee geschmolzen ist, wissen wir mehr.“

Ende dieser oder Anfang nächster Woche könne man sich ein Bild von der Lage machen, glaubt Polplatz. Risse und kleinere Schlaglöcher würden mit Heißasphalt geschlossen; der sei beständiger als kalt eingebautes Material. „Wenn die Schäden zu groß sind, geben wir der Tiefbauabteilung Bescheid. Dann muss eine Firma ran.“

Zu den unerfreulichen Nebenerscheinungen des Winters gehören derweil auch überquellende Abfalleimer mit danebenliegenden Hundekotbeuteln. Solch ein Anblick bot sich etwa den Spaziergängern an der ehemaligen Zechenbahntrasse in Rünthe und Overberge. An Bushaltestellen sah es teils nicht viel besser aus.

Keine Zeit zur Leerung

Stefan Mazur, Einsatzleiter beim Bauhof, betont, dass zunächst kaum Zeit geblieben sei, um sich um die Abfallbehälter zu kümmern. „Wir waren mit voller Schlagkraft im Winterdienst im Einsatz, um die Straßen ab 4 Uhr in der Früh von Schnee und Eis zu befreien“, betont er. Überdies sei etwa die Zechenbahntrasse zunächst gar nicht mit einem Kleintransporter befahrbar gewesen.

Zum Wochenstart habe man damit begonnen, die Leerung auch entlegenerer Mülleimer in Angriff zu nehmen, verdeutlicht Mazur. „Aber es wird noch ein paar Tage dauern, bis wir den gewohnten Arbeitsrhythmus wieder erreichen.“

Abflüsse werden freigelegt

Das beginnende Tauwetter sorgt laut Mazur zwar für Entlastung, beschert aber ein neues Problem: Die meisten Gullys sind von den abgeschobenen Schneemassen überdeckt, sodass das Wasser auf den Straßen nicht ablaufen kann. „Deshalb ist seit heute eine Kolonne mit Radladern unterwegs, um die Abflüsse an den besonders neuralgischen Punkten frei zu räumen“, so Mazur.

Um gefährlichem Blitzeis auf Bergkamens Straßen vorzubeugen, hat der Bauhof am Montagmorgen noch einmal umfassend Salz gestreut – im Auftrag des Bundes auch auf der Werner Straße (B 233). Für die Kreisstraßen wie die Erich-Ollenhauer-Straße und „Kugelbrink“ ist der Winterdienst des Kreises Unna zuständig.

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