Mit Pavillon und Musikanlage

Illegale Open-Air-Party: Polizei löst Feier im Kreis Unna auf

Halde Großes Holz Bergkamen
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An der Halde Großes Holz sollte eine illegale Party gefeiert werden.

Update, 18.07 Uhr: Die Polizei hat am Samstagabend eine illegale Open-Air-Party auf der Halde Großes Holz in Bergkamen verhindert. Gegen mehrere Personen wurden Platzverweise ausgesprochen.

Bergkamen – Oh wie verführerisch, die ungewöhnlich lauen Novembertage und -nächte 2020. Coronaschutz? Drauf gepfiffen: Der Pavillon war aufgebaut, die Musikanlage betriebsbereit auf einem Platz an der Halde Großes Holz. Doch die ersten Gäste trugen Uniform statt Partydress – und waren wohl kaum auf der Liste der mutmaßlichen Macher: Polizei und Ordnungsamt zogen am Samstag den Stecker, bevor das verbotene Spektakel in Fahrt kommen und zum Infektionsherd in der Pandemie ausufern konnte.

Fünf junge Leute hatten in der „Tradition“ so geheimer wie verbotener Partys an Bergkamens höchstem Hügel mutmaßlich Größeres vor. Jedenfalls prüft das Rechtsamt der Stadt Bergkamen nun, ob dem Quintett neben dem „einfachen“ Verstoß gegen die Coronaregeln – Treffen von mehr als zwei Haushalten – mit einem Bußgeld von 250 Euro pro Nase auch die Organisation einer verbotenen Veranstaltung nachgewiesen werden kann. Das würde dann schon vierstellig ins Geld gehen.

Tunnelenden haben Anziehungskraft

Illegale Raver-Partys hat es nach Auskunft des Bergkamener Ordnungsamtes in der Vergangenheit immer wieder mal gegeben. Zuletzt machte im Sommer der Tunnel für die ehemalige Förderbandstrecke der Bergbauanlage als Anziehungspunkt Schlagzeilen. Er ist deswegen schon vor etwa zwei Jahren zwar mittig verschlossen worden, wie Heiko Brüggenthies vom Ordnungsamt berichtete, aber die Tunnelenden hätten weiter Anziehungskraft. Sie sollen aber in diesem Winter verfüllt werden.

Einem Passanten war am Samstag aufgefallen, dass sich das Quintett östlich des „Gipfels“ auf einem Platz nahe des Bayer-Werkes nebenan in Position gebracht hatte. Über die Leitstelle der Polizei erreichte die Mitteilung eine Coronastreife des Ordnungsamtes, die ohnehin in Polizeibegleitung unterwegs war, um auf die Einhaltung der Infektionsschutzregeln zu achten. So waren die Behördenvertreter flugs zur Stelle, nahmen mit noch hinzu gerufenen Polizisten die Personalien auf und sprachen dann einen Platzverweis aus.

Förster erstattet Anzeige

Hausfriedensbruch, Verstoß gegen das Emmissionsschutzrecht und Eingriff in Natur und Landschaft lauten die Stichworte, die Oliver Stenzel-Franken zu dem Vorfall noch einfallen. Er ist als Förster beim RVR für das Landschaftsbauwerk samt seiner Fauna und Flora verantwortlich. Und da gehöre eine Party schon mal grundsätzlich nicht hin, betonte er. „Eine gute Nachricht“, findet Stenzel-Franken, dass diesmal die mutmaßlichen Urheber bekannt sind. Nach den früheren Events konnte der RVR nur den Müll wegräumen. Auf jeden Fall werde wegen des Vorfalls am Samstag nun Anzeige erstattet.

Damit spätestens mit dem Frühlingserwachen niemand mehr auf die Idee kommt, das Naherholungsgebiet zur Party-Location zu machen, steht Förster Stenzel-Franken mit der RAG in abschließenden Gesprächen, im Zuge der Fertigstellung des nächsten Haldenabschnitts den Tunnel noch in diesem Winter vollends zu verfüllen. Das erfordere einige tausend Kubikmeter Material und entsprechende Vorbereitung. Zudem soll der Zugang überdeckt und bepflanzt werden. „Da kann man nicht einfach etwas Boden vors Loch schütten“, sagt der Förster. „Das würden die doch bloß wieder frei buddeln.“

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