Polizei verhängt in zwei Stunden 41 Bußgleder

Trotz Verbots: Alle drei Minuten ein Lkw auf Rünthes Behelfsbrücke über die Lippe

Polizeikontrolle auf der B233/Kamener Straße. Lkw und Transporter ab 2,30 Meter Breite dürfen nicht mehr über die Lippebrücke. In zwei Stunden wurde 41 Verstöße erfasst. Es gab einige mehr.
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Polizeikontrolle auf der B233/Kamener Straße. Lkw und Transporter ab 2,30 Meter Breite dürfen nicht mehr über die Lippebrücke. In zwei Stunden wurde 41 Verstöße erfasst. Es gab einige mehr.

Alles was breiter als 2,30 Meter ist, darf in Rünthe nicht mehr über die Lippebrücke. Hält sich nur kaum einer daran. Die Polizei reagiert.

Rünthe/Werne – Blanke Theorie das Lkw-Verbot beim Bau der neuen Lippebrücke. Eine Woche nach Verlegung des massenhaften Verkehrs auf der B233/Werner Straße auf die Behelfsbrücke und Inkrafttreten der Beschränkungen wirft eine erste Polizeikontrolle ein bezeichnendes Licht auf die Situation. Zwei Stunden haben die Beamten am Dienstagmorgen ein Auge auf das Nadelöhr gehabt und 41 Fahrer herausgefischt, die mit ihrem Lkw oder Transporter auf der Brücke nichts zu suchen hatten.

Nicht für jeden Sünder eine Hand frei

Das macht rechnerisch alle drei Minuten eine verbotene Durchfahrt und erklärt, warum der eine oder andere trotzdem unbehelligt durchflutschen konnte. Die Polizisten hatten buchstäblich alle Hände voll zu tun, und wer alle Hände voll hat, kann eben nicht mehr zur roten Kelle greifen, wenn da noch ein Sünder anrollt.

Zwei ohne Führerschein am Steuer

Mit 20 Euro Bußgeld und aufklärenden Worten wurde bedacht, wen es zwischen 7 und 9 Uhr auf der Nordseite am Werner Ufer erwischte. Das soll nicht die letzte Aktion dieser Art gewesen sein, wie die Polizei in ihrer Bilanz des Sondereinsatzes mitteilte. Im Übrigen machten die Polizisten bei der Gelegenheit noch Beifang: Zwei Fahrer waren ohne Führerschein am Steuer, ein weiterer zahlte ein Verwarngeld wegen technischer Mängel am Kfz.

Knackpunkte auf der Werner Seite

Mehr noch als wegen der Ignoranz der Trucker wird in Rünthe und von der Pendlerschar wegen der täglichen Staus über die Umleitungsregelung durch den Landesbetrieb Straßen.NRW der Kopf geschüttelt. Dass es südlich der Lippe in Richtung Norden/Werne teils über die Kanalbrücke auf der Werner Straße hinaus zum zähen Stop-and-go kommt, liegt an der Baustellenampel am Ortseingang Werne an der Einmündung Südring.

Straßen.NRW: „Das ist nicht ideal“

Dort fließt der Verkehr auf der B233 normalerweise ungehindert (sodass zu Stoßzeiten aus dem Südring schwer herauszukommen ist). Wegen der Umleitung schafft die Ampel im blechernen Strom nun Lücken fürs Ein- und Ausfahren am Südring. „Wir haben uns um Verbesserungen gekümmert und haben die Grünphase stadteinwärts verlängert“, versicherte Sprecherin Nadia Leihs, dass sich Straßen.NRW der Knackpunkte bewusst sei. „Das ist nicht ideal, wir haben da aber ein Auge darauf.“

Irritierte Fahrer „völlig neben der Spur“

Zumal die Verkehrsführung in der Gegenrichtung noch unvollständig und für etliche der täglich zigtausend Fahrer auf der Strecke nicht eindeutig ist. Ab besagter Ampel werden die Fahrzeuge neuerdings zunächst zweispurig Richtung Rünthe geführt. Die rechte Spur ist für Busse und Baustellen-Kfz ausgewiesen, alle anderen sollen – mit der Breitenbeschränkung 2,30 Meter als Lkw-Sperre – die linke nehmen.

Schlechtes Wetter: Fahrbahnmarkierung fehlt

Also theoretisch. Praktisch erkennen das die wenigsten, rollen wie die Lemminge über die Busspur und scheren sich nicht um das Stopp-Schild dort, wo die Spuren wieder zusammenlaufen. Wer korrekt und links fährt muss häufig fürchten, dass es gleich hinten rechts kracht. Was auch daran liegt, dass die gelben Fahrbahnmarkierungen noch fehlen. Die Spurführung wie der Haltebalken am Stopp-Schild. Es sei zu nass gewesen, um die Markierungen aufzubringen, erläuterte Leihs. Die Arbeiten würden bei passendem Wetter nachgeholt. Fachleute sagen, man könnte mit dem Gasbrenner flugs den nötigen Streifen trocknen.

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