Terminvergabe online und per Telefon

Einzelhandel auf Zack: Berlet und Poco lassen wieder Kunden in ihre Häuser

Der Elektronikmarkt Berlet sowie der Möbeldiscounter Poco haben auf die Lockerungen für den Einzelhandel reagiert und ihre Geschäfte in Bergkamen-Rünthe für Kunden geöffnet.

Berrgkamen - Eines muss man dem Einzelhandel lassen: Er reagiert in der Coronavirus-Pandemie äußerst flexibel auf die sich schnell verändernden Verkaufsbedingungen. Beste Beispiele sind der Elektronikmarkt Berlet sowie der Möbeldiscounter Poco in Bergkamen-Rünthe. In beiden Häusern ist seit Montag (8. März) der Einkauf nach Termin möglich – und beide Anbieter haben binnen kürzester Zeit unter anderem eine Terminvereinbarung per Internet organisiert. (News zum Coronavirus)

UnternehmenPoco
BrancheMöbelhaus
SitzBergkamen (NRW), Hardegsen (Niedersachsen)

Poco und Berlet in Bergkamen-Rünthe öffnen nach Corona-Lockdown wieder für Kunden

Laut Berlet-Filialleiter André Mazur ist das Angebot vielversprechend gestartet. Zwar habe man über das Wochenende zunächst eine eher verhaltene Nachfrage beobachtet. Mit Wochenbeginn aber sei sie deutlich angezogen. „Viele Kunden melden sich auch telefonisch, um einen Termin zu bekommen“, sagt der 38-Jährige.

In diesem Fall würden seine Mitarbeiter im Grunde nichts anders unternehmen, als das Internet-Formular mit den Daten der Anrufer auszufüllen. Gleiches gelte für Kunden, die ohne Termin vor der Tür stünden – und die dann gleich zum Zuge kämen, wenn ein Zeitfenster bestehe.

Bei 1800 Quadratmetern Verkaufsfläche dürfen – unter Einhaltung der gängigen Abstands- und Hygieneregeln – derzeit 45 Kunden im Elektronikmarkt einkaufen. „Dieses Maximum reizen wir aber nicht aus“, berichtet Mazur. Ein Grund: Berlet hat sich für eine Art „Personal Shopping“ entschieden. Der Kunde wird zur vereinbarten Zeit am Eingang abgeholt und während seines Einkaufs von einem Mitarbeiter begleitet. Er darf sich also mehr denn je als König fühlen.

In der Poco-Filiale in Rünthe können Kunden auf Termin eine Stunde lang durch die Gänge schreiten. Bei Küchenplanungen werden zwei Stunden angesetzt.

„Das Ganze funktioniert am besten, wenn der Kunde genau weiß, was er will“, verdeutlicht Mazur. Dies sei zum Glück der Fall. „Bei 95 Prozent der Terminvereinbarungen wird angegeben, aus welcher Warengruppe der Artikel kommt, den man kaufen möchte“, betont er. Das erleichtere auch die Einsatzplanung der Beschäftigten.

Poco und Berlet in Bergkamen-Rünthe: „Kundenbindung wichtiger als Umsatz“

Mit voller Personalstärke ist Berlet aber noch nicht am Start. „Wir stocken auf, sobald das nötig wird“, sagt Mazur. Das wäre der Fall, wenn freie Termine knapp würden. Bis zu einer halben Stunde können sich die Kunden bei Berlet beraten lassen; das ist die Vorgabe der Zentrale. In Filialen mit Küchenplanung, zu denen Bergkamen-Rünthe nach Ende von Umbauarbeiten wieder zählt, wird dem Kunden zusätzliche Zeit gegeben.

Der klassische Corona-Service, das „Click & Collect“, also Bestellen und Abholen, bleibe bei Berlet bestehen, sagt Mazur. In Corona-Zeiten gehe es nicht primär um den Umsatz, betont er, sondern um die Kundenbindung. Der Kunde solle sich auch in schwieriger Zeit ausreichend gut beraten fühlen.

Beim Elektronikmarkt Berlet werden 30-Minuten-Termine vergeben. Die Nachfrage wächst.

Das „Termin-Geschäft“ sei für beide Seiten neu, sagt Mazur – für die Kunden wie für die Anbieter. In diesen Tagen lerne man für die Wochen danach. Schon festzustellen sei, dass der Anteil der Kunden mit konkreten Kaufabsichten deutlich größer ist als beim Verkauf ohne Auflagen. Heißt aber auch: Laufkundschaft bringt das aktuelle System kaum ins Geschäft.

60-Minuten-Termine, bei Küchen zwei Stunden

Auch bei Poco lassen sich Einkaufstermine online und telefonisch buchen. Laut Lisa Kreyenbaum von der Horschler Kommunikation GmbH, die für Poco die Pressearbeit macht, landen die Kunden direkt in der gewünschten Filiale. Vergeben würden jeweils 60-Minuten-Termine, für die Küchenplanung werde das Doppelte an Zeit eingeplant.

Die Kunden seien „überglücklich“, dass sie nun endlich wieder einkaufen und die Ware auch vorher begutachten könnten, sagt Kreyenbaum. Das habe ihr der Marktleiter in Rünthe berichtet. Auch für die Beschäftigten ergäben sich neue Perspektiven: 45 von rund 100 Mitarbeitern am Standort seien wieder täglich präsent, deutlich mehr als beim „Click & Collect“, das auch hier aufrechterhalten wird.

Einige kommen zu zweit oder dritt

Anders als bei Berlet bewegen sich die Poco-Kunden frei auf der Verkaufsfläche. Bei maximal 150 Kunden im Markt liegt die Betreuungsquote aber immer noch rechnerisch hoch. „Die Kassen sind maximal besetzt, damit es hier keine Schlangen gibt“, berichtet Kreyenbaum. Ihren Worten nach wurden bis Montag, 15.30 Uhr, bereits knapp 500 angemeldete Kunden im Haus bedient – und die brachten teils ein oder zwei weitere Personen aus ihrem Haushalt mit.

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Rubriklistenbild: © Menke

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