Bei der Planung der Wasserstadt gibt es Verzögerungen

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Bis hier Häuser entstehen, wird noch einige Zeit dauern. Bei der Umsetzung der Wasserstadt Haus Aden gibt es Verzögerungen. 2022 beginnt voraussichtlich die Vermarktung.

Bergkamen - Über drei aktuelle Sachverhalte zur Wasserstadt Aden informierte die städtische Projektleiterin Christiane Reumke am Dienstag den Stadtentwicklungsausschuss – und zwei davon schlugen auf die Stimmung der Mitglieder. Das Vorzeige-Bauprojekt der Stadt Bergkamen kommt durch Einwirkungen von Außen deutlich aus dem Zeitplan.

Während mit der RAG MI als Grundstückseigentümerin gut zusammengearbeitet wurde und notwendige Arbeiten wie das Kürzen der Spundwände am Datteln-Hamm-Kanal wie vereinbart durchgeführt wurden, macht die RAG AG etlichen Plänen nun einen Strich durch die Rechnung: „Sie führt eigene Maßnahmen auf dem Gelände durch, die unsere Baumaßnahmen erschweren“, erklärte Christiane Reumke. 

Weil die Genehmigungen zur veränderten Wasserhaltung in der Schachtanlage erst spät kamen, konnte die RAG AG erst mit Verspätung die Verlegung der Grubenwasserleitung, die vom Schacht zur Lippe führt, beantragen. Die neue Leitung muss erst gebaut und in Betrieb genommen worden sein, bevor die alte entfernt werden kann. Und in beiden Fällen sind Bereiche des Areals betroffen, auf denen die Wasserstadt entstehen soll. „Es hat uns gut und gerne ein halbes Jahr gekostet, um die Planungen abzustimmen“, gab Reumke bekannt. Und: „Das bedeutet auch, dass wir erst ab 2020 dort tätig werden können.“ 

Eine Aussage, die bei den Ausschussmitgliedern erst einmal sacken musste, denn das bedeutet, dass sich der Zeitpunkt für die geplante Vermarktung des Geländes nach hinten schiebt. „Es sind erhebliche Veränderungen im Zeitplan“, machte Reumke deutlich. Die Erdarbeiten zur Modellierung des Geländes, die über den Sommer ausgeschrieben werden und im Herbst beginnen könnten, wie Reumke ebenfalls mitteilte, können somit nur im östlichen Bereich beginnen.

Bis zur Gartenschau soll alles fertig sein 

Die Ausschreibung zur Herstellung des Sees könnte auch erst im Sommer 2019 erfolgen, die Arbeiten damit im Herbst nächsten Jahren beginnen. Der Abschluss beider Gewerke sei nicht vor 2022 zu erwarten, weshalb auch die Erschließung erst 2021/2022 erfolgen und die Vermarktung nicht vor 2022/2023 beginnen könne.

„Das ist ärgerlich, zumal unsere Pläne seit Jahren bekannt sind“, kommentierte Ausschussvorsitzender Bernd Schäfer. Denn die Zeit rennt, wenn zur Internationalen Gartenschau im Jahr 2027, bei der sich Bergkamen als Gastgeber präsentieren will, nahezu alles fertig sein soll. Dass die erste, europaweit ausgeführte, Ausschreibung über ein Auftragsvolumen von elf Millionen Euro für die Erdarbeiten kurz bevor steht, tröstete da nur wenig. Zumal Reumke mit weiteren Details vorstellig wurde: „Wir müssen den Boden verdichten, damit dort gebaut werden kann“, erklärte Reumke. Das betrifft nicht nur die zu modellierenden Bereiche um See und Gracht, das betrifft auch Altbestände, denn der Bergbau musste die Gebäude nur bis einen Meter Bodentiefe entfernen. „Wir haben also noch alte Fundamente im Boden“, so Reumke.

Nachtarbeit nicht geplant

Die Verdichtung soll mithilfe der „Fallplattenverdichtung“ passieren, bei der aus großer Höhe eine Metallplatte fällt, die den Boden bis zu einer Tiefe von zehn bis zwölf Metern verdichtet. Dass dies Lärm und Erschütterungen im Umfeld verursachen wird, musste Reumke auf Nachfrage von Thomas Heinzel einräumen. „Wir hatten doch kürzlich erst das Setzen der Spundwände an der Brücke, das Oberaden aus dem Schlaf riss“, rief der CDU-Fraktionsvorsitzende in Erinnerung. 

Zumindest sei keine Nachtarbeit geplant, ein Erschütterungsgutachten liege bereits vor, eines für Lärmschutz werde noch erarbeitet, sagte Reumke. „Das ist aber das Problem der ausführenden Firma, dass sie für temporären Schallschutz sorgen muss. Lautlos geht das nicht vonstatten“, räumte die Projektleiterin ein.

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