Wohnbaupläne sind vom Tisch

Kiwitt-Park in Bergkamen bleibt als Spiel- und Grünfläche erhalten

Schon jetzt toben die Kleinen gerne auf der Grünfläche des Kiwitt-Parks in Bergkamen.
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Im Kiwitt-Park in Bergkamen sollen neue Spielflächen für Kinder entstehen.

Bergkamen – Die Bebauungspläne für den Kiwitt-Park an der Bambergstraße sind vom Tisch: Zwar muss der Stadtrat im Mai erst noch einem gemeinsamen Antrag der SPD- und Grünen-Fraktion folgen, doch da die beiden Fraktionen eine Mehrheit im Rat haben, sollte das reine Formsache sein. Zudem soll die Fläche nach dem Willen der beiden Fraktionen als „innerstädtische Frei-, Grün- und Spielfläche weiterentwickelt“ werden.

Eine Nachricht, die vor allem die Anwohner des Geländes erfreuen dürfte. Die hatten in den vergangenen drei Jahren vehement für den Erhalt der Grünfläche geworben, die ihnen als Naherholung dient. Zuletzt hatten sie sich für den Wiederaufbau des Spielplatzes stark gemacht.

„Es hatte einen hohen Aufforderungscharakter an die Politik, sich mit dem Thema zu befassen“, erklärte SPD-Fraktionschef Rüdiger Weiß im Rahmen einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz vor der Ratssitzung am Donnerstag. Denn nachdem auch noch ein Anwohnerantrag zur Wiederherrichtung des Spielplatzes bei der Verwaltung eingegangen und im Verwaltungsvorstand diskutiert worden war, hatte die zuständige Beigeordnete Christine Busch die Politik in die Pflicht genommen. Es gibt nämlich einen gültigen Ratsbeschluss, nach dem für das Gelände ein Bebauungsplan aufgestellt werden soll – und solange der aktuell sei, könne man nicht über die Neuanlage eines Spielplatzes eine andere Faktenlage schaffen, hatte Busch im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt.

Gründe für Planverfahren hinfällig

SPD und Grüne wurden daher tätig und stellten am Donnerstag einen gemeinsamen Antrag an den Bürgermeister sowie den Vorsitzenden des Ausschusses für Bauen und Verkehr. Darin wird darum gebeten, in den nächsten Sitzungen darüber zu beraten und abzustimmen, „die Wohnbebauung auf dem städtischen Flurstück des Kiwitt-Geländes (Bebauungsplanverfahren BK 123 Bambergstraße/Am Kiwitt)“ einzustellen. „Nachdem die UKBS, die dort bauen wollte, ihr Vorhaben nun auf dem Gelände von Grimberg 3/4 realisieren möchte, sind für uns die Gründe für ein Bebauungsplanverfahren hinfällig“, erklärte Weiß.

Für das städtische Grundstück, das mit dem bisherigen Spielplatz und dem Bolzplatz die Kernfläche des Kiwitt-Park genannten Geländes umfasst, haben die beiden Fraktionen vage Vorstellungen. Ihr Antrag beinhaltet daher auch, die Verwaltung damit zu beauftragen, wie die Freifläche weiterentwickelt werden könnte

Mehrwert für die Lebensqualität

. „Einen erlebbaren Naturraum mit Garten und Gehölzen“, kann sich Grünen-Fraktionschef Thomas Grziwotz vorstellen. Die Corona-Pandemie, so die beiden Fraktionen, hätte verdeutlicht, welchen besonderen Wert wohnortnahe Erholung besitze. „Hierzu sind innerstädtische Frei-, Grün- und Spielflächen unverzichtbar“, so die Fraktionen im Antrag. Als Grundsatzentscheidung wollen sie diesen Satz aber nicht verstanden wissen: „Bei anderen Grünflächen muss man das im Einzelfall genau prüfen“, erklärte Grziwotz. „Da muss man sich kritisch mit den Alternativen auseinandersetzen.“ Am Kiwitt sei jedoch der Mehrwert für die Lebensqualität vorhanden. Pantoffelgrün und Spielplätze seien stark gefragt. „Das bleibt einfach wichtig für die Menschen, die keinen eigenen Garten haben“, erklärte Grziwotz.

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