Party in Alstedde eskaliert

Widersprüchliche Aussagen: Keine Aufklärung einer Partyschlägerei

Das Verfahren gegen das beschuldigte Paar wurde vorläufig eingestellt.
+
Das Verfahren gegen das beschuldigte Paar wurde vorläufig eingestellt.

Zwei verletzte Frauen, viel Zorn und wechselseitige Vorwürfe: Das unschöne Fazit einer Party im Herbst 2018 in Lünen. Nun endete der Prozess gegen das Paar aus Bergkamen, dem Körperverletzung zur Last gelegt wurde – allerdings nicht mit einem Urteil.

Rückblende: Ende Oktober diesen Jahres begann vor dem Amtsgericht Lünen das Verfahren gegen eine 31-jährige Frau aus Bergkamen und ihren Freund (27) und das, was beiden vorgeworfen wurde, wog schwer. Laut Anklage kam es bereits auf der Party zu einem Streit und die Angeklagte sollte ihrer Kontrahentin, einer 33-jährigen Frau aus Lünen, vor dem Vereinsheim eine Kopfnuss verpasst und dann mit einigen Freundinnen auf die Frau eingetreten haben.

Das Geschehen, so viel stand fest, verlagerte sich in den Bereich einer Straße. Dort sollte der Angeklagte der geflüchteten Gegnerin förmlich in den Rücken gesprungen und später mit seiner Partnerin auf sie eingetreten haben.

Vorwürfe, die das Bergkamener Paar so nicht auf sich sitzen lassen wollte. Zunächst schwiegen beide, dann offenbarten sie ihre Version über eine Verteidigererklärung, in der die Gegnerin als treibende Kraft geschildert wurde – auf der Party und später auf der Straße. An beiden Orten habe die Lünerin auf die Angeklagte eingetreten und schließlich habe der Angeklagte mit mehreren Tritten pariert.

Zeugen erzählen unterschiedlichste Versionen

Die Lünerin indes belastete das Paar schwer, wobei es in ihren Angaben vor Gericht und zuvor bei der Polizei einige Unterschiede gab. Hinzu kamen Zeugen, die weitere, neue Versionen schilderten. Ganz zu schweigen davon, dass von einer dritten Person die Rede war. Hierbei handelte es sich um einen zwischenzeitlich gestorbenen Begleiter der Angeklagten.

Aufklärung erhoffte sich das Gericht von zusätzlichen Zeugen, die am zweiten Verhandlungstag gehört werden sollten. Polizisten berichteten von einer verletzten, aufgelösten Lünerin. Gleichzeitig bescheinigte ein Attest der angeklagten Bergkamenerin allerdings ebenfalls Blessuren. Zwei ihrer Freundinnen belasteten das mutmaßliche Opfer. Da war von büschelweise ausgerissenen Haaren, Tritten und einer Verletzung am Auge der Angeklagten die Rede. Eine der beiden Zeuginnen betonte: „Die ist ja richtig ausgeflippt.“

Unter den Voraussetzungen blieb Vieles von dem, was vor zwei Jahren tatsächlich in Alstedde geschah, auch am zweiten Verhandlungstag im Dunkeln – geschuldet dem Umstand, dass hier Alkohol, Erinnerungslücken und unterschiedlichste Versionen aufeinandertrafen. Am Ende wurde das Verfahren gegen das Paar vorläufig eingestellt – gegen Zahlung von jeweils 400 Euro Geldbuße an den Deutschen Kinderhospizverein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare