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Omikron im Kreis Unna vorherrschend – So viele sind schon geboostert

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Von: Jürgen Menke

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Nicht jeder positive Corona-Test wird im Kreis Unna genauer analysiert. Die Kreisbehörde geht aber davon aus, dass die Omikron-Variante des Virus das hiesige Infektionsgeschehen bereits dominiert.
Nicht jeder positive Corona-Test wird im Kreis Unna genauer analysiert. Die Kreisbehörde geht aber davon aus, dass die Omikron-Variante des Virus das hiesige Infektionsgeschehen bereits dominiert. © dpa

Die Corona-Zahlen im Kreis Unna schnellen in die Höhe. Die Kreisbehörde geht davon aus, dass die stark ansteckende Omikron-Variante mittlerweile die vorherrschende ist – auch weil immer weniger Delta-Fälle identifiziert würden.

Kreis Unna – Nach den Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist Omikron seit Jahresbeginn mit 73 Prozent dominant in Deutschland. Konkrete Zahlen für den Kreis Unna lägen nicht vor, weil nicht jedes positive Testergebnis im Anschluss auf Varianten überprüft werden könne, heißt es in Unna. Die Dunkelziffer sei vermutlich hoch.

748 Kontaktpersonen in Quarantäne

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in den zurückliegenden Tagen kontinuierlich gestiegen und hat mittlerweile die 400er-Marke überschritten. Den Wert für Freitag gibt das RKI mit 416,4 an (plus 25,4 gegenüber dem Vortag), ein neues Allzeithoch. Die wachsenden Corona-Fallzahlen führen auch zu deutlich mehr Quarantäne-Anordnungen von Kontaktpersonen. Aktuell sind nach Kreis-Angaben 748 enge Kontaktpersonen in Quarantäne. Vor einer Woche seien es noch 555 gewesen und in der Woche davor 451. Die Tendenz sei deutlich steigend.

Keine Angaben zu Impfdurchbrüchen

Hunderte Neuansteckungen werden derzeit täglich im Kreis Unna registriert. Wie hoch der Anteil an Geimpften ist, die sich mit dem Virus infizieren, lässt sich laut Pressestelle der Kreisbehörde nicht so einfach auswerten. „Dazu müssten die Kolleginnen und Kollegen im Gesundheitsamt eine längere, umfangreiche Recherche durchführen – dafür haben sie allerdings derzeit keine Kapazitäten“, heißt es. Gleiches gelte für die Frage, wie hoch die Zahl derer ist, die sich schon zum zweiten oder gar dritten Mal mit Corona infiziert haben.

Etwa 40 Prozent geboostert

Dafür hat der Kreis errechnet, wie hoch bereits der Anteil derer ist, die zum dritten Mal geimpft wurden. „Nach den uns vorliegenden Zahlen haben ca. 40 Prozent der Gesamtbevölkerung des Kreises Unna eine Booster-Impfung erhalten“, heißt es. Der Wert spiegele den Stand vom 9. Januar wider. Die eigenen Zahlen aus den Impfstellen im Kreis seien mit denen der KVWL, die die Impfungen in den Arztpraxen liste, summiert worden. Wie viele Kinder (5 bis 11 Jahre) mittlerweile geimpft sind, kann der Kreis nicht mitteilen. „Genaue Zahlen liegen uns leider nicht vor.“ Die Behörde verweist auf das Impf-Dashboard des Bundesgesundheitsministeriums, wonach die bundesweite Kinder-Impfquote mit Stand 13. Januar bei etwa zwölf Prozent liegt.

Impftermine nicht mehr ausgebucht

Die Impfstellen im Kreisgebiet sind laut Kreis derzeit gut besucht, die Termine seien jedoch nicht mehr komplett ausgebucht. Angebotserweiterungen seien nicht geplant. „Der Kreis Unna befindet sich zur Weiterführung des Impfgeschehens derzeit in der Planung. Leider liegen uns vonseiten des Landes noch keine näheren Vorgaben zur Weiterführung des Impfgeschehens über den 31. Januar 2022 hinaus vor“, heißt es.

Die Jungen trifft‘s besonders

Die Inzidenzen im Kreis Unna entwickeln sich je nach Altersgruppe höchst unterschiedlich. Vor allem junge Leute sind derzeit besonders von Corona betroffen. Nach Zahlen des Landeszentrums Gesundheit NRW liegt schon in der Altersgruppe 0 bis 9 die Inzidenz bei 464,3. Den höchsten Wert mit 849,8 haben die Zehn- bis 19-Jährigen aus dem Kreis. Dann geht es in der Statistik kontinuierlich runter auf 780,4 (20 bis 29 Jahre), 628,8 (30 bis 39), 502,3 (40 bis 49), 272,7 (50 bis 59), 158,8 (60 bis 69) und 86,4 (70 bis 79). Bei den noch einmal Älteren liegt die Inzidenz bei 72,4 (80 bis 89) und 45,3 (ab 90).

Zurzeit keine Hotspots

„Hotspots“ – also etwa Einrichtungen, die besonders von Corona betroffen sind – kennt der Kreis aktuell nicht. „Es gibt lediglich vereinzelte Fälle in Einrichtungen, die aber dank des routinierten und schnellen Handelns der Verantwortlichen schnell gemeldet und isoliert werden können“, heißt es.

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