Das Programm steht

Ökostation startet wieder: Angebote aus dem Bereich Umweltpädagogik dürfen stattfinden

Kinder und Betreuer fischen am Teich
+
Es tut sich wieder was auf dem Gelände der Ökologiestation Heil: Hier fischen Kinder der Evangelischen Kita Kämerstraße in Kamen Schnecken, Stabwanzen und Blutegel aus dem Teich.

Im Garten des Umweltzentrums Westfalen, kurz Ökostation, herrscht reges Treiben. „Gott sei Dank. Seit zwei Wochen sind die wieder zugange“, freut sich Ralf Sänger, Geschäftsführer der Bildungseinrichtung in Heil, über die Aktivitäten der Umweltpädagogik.

Bergkamen –Kinder der Evangelischen Kita Kämerstraße in Kamen fischen fleißig Schnecken, Stabwanzen und Blutegel aus dem Teich. „In der Kita sind sie ja sowieso zusammen, hier durften sie nicht hin bis vor kurzem, im November war Schluss.“ Das galt für fast das gesamte Programm des Umweltzentrums, sowie für das angeschlossene Gästehaus. Fleißig kündigte die Bildungseinrichtung unter den Fittichen des Regionalverbands Ruhr (RVR) und dem Kreis Unna immer wieder Kurse an. Und kurz darauf sagten Sänger und Kurskoordinator Michael Bub Workshops zum „Schmieden lernen“, „Bronze gießen“ oder dem richtigen „Baumschnitt lernen“ in der Regel wieder ab. „Das war zwar draußen, aber die Coronaschutzbestimmungen mit ihren Verboten sind ja sehr pauschal gewesen“, sagt der Geschäftsführer.

Workshops und Fotoausstellungen

Jetzt fährt die Institution ihr Angebot auch für Erwachsene wieder hoch. Eine Kräuterwanderung, ausgebucht, fand bereits statt, die nächste ist für diese Woche geplant. „Die Ausstellung von Fotografien der Bönenerin Janine Teuppenhayn läuft noch. Es dürfen auch 16 Menschen in den Raum“, sagt Sänger. Danach folgt eine weitere Fotoausstellung der Bergkamenerin Kerstin Glaser. „Der Wechsel wird aber wohl ohne Vernissage, aber mit einem Vortrag zur Ausstellung beginnen.“ Für Indoorveranstaltungen sei es auch ganz nützlich, ein Testzentrum im Haus zu haben. Das Gästehaus beherbergt eins.

Michal Bub und Ralf Sänger freuen sich, dass in der Ökostation wieder was los ist.

Die Dozenten hätten der Ökostation die Treue gehalten. „Einige Vorträge liefen ja auch virtuell“, erzählt Sänger. „Mit enormem Zuspruch. Wir überlegen dieses Angebot zusätzlich beizubehalten für Menschen, die weiter weg wohnen.“ Das Problem noch: Die miese Internetverbindung. Glasfaser liegt zwar tatsächlich schon länger vor der Tür, das Netzwerk des Umweltzentrums wird aber jetzt erst auf Eigeninitiative der Träger angeschlossen.

Wirtschaftlicher Druck lastet trotz der Absagen nicht auf dem Umweltzentrum. Das liegt nicht etwa daran, dass die öffentliche Hand der Träger ist. Zum einen hätten die Mitarbeiter Überstunden abgebaut. „Wir haben ansonsten Homeoffice gemacht. Keiner von uns war in Kurzarbeit“, sagt Sänger. Auf der anderen Seite stand eher ein Plus. „Wir hatten ja nur geringe Einbrüche wegen fehlender Übernachtungen im wirtschaftlichen Bereich“, rechnet der Geschäftsführer vor. Die hohen Einnahmen durch die Vermietung an den Biofleisch-Zerlegebetrieb wären hingegen konstant geblieben. „Ein Theater, das nicht spielt, hat auch keine Kosten“, überspitzt Sänger die Situation in den vergangenen sechs Monaten. Er meint damit, dass der gemeinnützige Bereich keine Kosten verursacht hätte.

Hygienekonzept in der Schublade

„Das waren unerwünschte Einsparungen. Sinn und Zweck unserer Arbeit bleibt die mit den Menschen, mit Gruppen, die von uns betreut werden, zum Beispiel in der Umweltpädagogik“, betont Sänger. Ein Hygnienekonzept muss nur aus der Schublade geholt und angepasst werden. „Aber die Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt Bergkamen war immer gut, das muss auch mal gesagt werden“, lobt Bub.

Voller Tatendrang geht das Team Richtung zweitem Semester. Nicht nur was die Kursarbeit betrifft. Mit Blick auf die Internationale Gartenbauausstellung 2027 wird die Ökostation ein Besucherzentrum erhalten. „Außerdem wird unser Raum- und Energiekonzept überarbeitet“, so Sänger.

Anfragen für Klassenfahrten

Umweltpädagogin Birgit Mertens, die den Kindern gerade das Leben in Biotopen erklärt, ist derweil froh, dem Homeoffice endlich entkommen zu sein. „Zu tun hatte ich auch während des Lockdowns einiges. Ich bin ja auch verantwortlich fürs Gästehaus“, erklärt sie zu ihrer Lockdown-Zeit, „da musste ich erst absagen, das war traurig, aber jetzt laufen die Anfragen wegen Klassenfahrten wieder stark an.“ Wenn die Auszeit überhaupt etwas Gutes gehabt hätte, dann das, dass die Angebote wieder etwas Besonderes darstellen würden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare