Ansteckungsrisiko zu groß

Nur noch Einsätze: Feuerwehr Bergkamen stellt restlichen Dienstbetrieb ein

Feuerwehr Bergkamen Lehrgang
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Ende September absolvierte die Freiwillige Feuerwehr noch einen Grundlehrgang auf dem Bayer-Gelände. Wie im Frühjahr wird die gesamte Arbeit der Feuerwehr – abgesehen von den Einsätzen – heruntergefahren.

Bergkamens Freiwillige Feuerwehr stellt die Uhren wieder auf April zurück – zumindest, was das Verhalten in Corona-Zeiten anbelangt. „Wir haben den Dienstbetrieb wieder bis auf Weiteres eingestellt“, sagt Bergkamens Feuerwehrchef Dirk Kemke. Es sei wieder genau wie im April.

Bergkamen - Natürlich rückt die Feuerwehr auch weiterhin aus, wenn es irgendwo brennt, Unfälle gibt oder anderweitig Menschen und Tiere in Not sind, aber alles, was darüber hinaus geht, ist in den nächsten Wochen wieder tabu. Und das betrifft nicht nur den kameradschaftlichen und geselligen Aspekt des Feuerwehrwesens, auch die Aus- und Weiterbildung der ehrenamtlichen Kräfte ist eingestellt.

„Am 7. November sollte der Atemschutzgeräteträger-Lehrgang anlaufen“, berichtet Kemke. „Aber vor der aktuellen Lage mit diesen steigenden Zahlen haben wir alle anvisierten Lehrgänge abgesagt.“ Damit folgt die Freiwillige Feuerwehr Bergkamen einer weiteren Empfehlung des Kreisbrandmeisters. Thomas Heckmann hatte zu Beginn der vergangenen Woche schon geraten, die Jugendarbeit bis Ende des Jahres komplett einzustellen.

Schwierige Teamarbeit

„Die Betreuer der Jugendfeuerwehr sind gleichzeitig Aktive“, erklärte Heckmann den damaligen Schritt. Und so wichtig Jugendarbeit auf der einen Seite auch sei, mit Blick auf die Schulen und Sportvereine als kreisweite Corona-Hotspots müsse man anderseits die aktiven Kräfte schützen. „Wenn eine Jugendfeuerwehr betroffen wäre und in Quarantäne müsste, wären das auch gleich acht, neun Leute, die aus dem aktiven Dienst raus wären – und das ist vielerorts nicht zu leisten“, begründete Heckmann seine Empfehlung, der die Feuerwehren im Kreis auch folgten.

Doch die Hoffnung, durch solche Schutzmaßnahmen zumindest die Ausbildungs- und Übungsarbeit aufrecht erhalten zu können, zerschlug sich angesichts der rasant steigenden Corona-Fallzahlen. „Wir versuchen alles, die einzelnen Personengruppen voneinander zu trennen, damit sie sich nicht vermischen“, erklärt Kemke. Bei geplanten Ereignissen kann man dem aus dem Weg gehen, in einem Einsatz nicht. „Jeder Einsatz birgt ein Risiko“, weiß Kemke, denn Feuerwehrarbeit ist Teamarbeit, da kommt man sich automatisch nahe. Die Einsatzkräfte setzen daher weiter auf Mund-Nasen-Masken – und bei Patientenkontakt sogar auf FFP2-Masken. Darüber hinaus wird noch stärker als sonst auf Hygiene geachtet.

Einheit Heil war bereits einige Tage abgemeldet

Bis jetzt ist Bergkamen auch mit einem blauen Auge davongekommen. Zwar hatte sich die Einheit Heil wegen Corona-Verdachts vor einiger Zeit für ein paar Tage abgemeldet, aber das sei eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen, erklärte Kemke.

„Wir haben ein Meldeschema entwickelt, denn mit den merkbar steigenden Zahlen sind auch immer öfter Bekannte und Familie der Kameraden betroffen“, erklärt Kemke. Kommt es da zu Feststellungen, werden in den Feuerwehrkreisen auch Drittkontakte getestet. Und bis die Ergebnisse vorlagen, hatte sich die Einheit Heil daher vom Dienst abgemeldet. Doch dann ging alles normal weiter. Wann es jedoch wieder so normal wie vor Corona laufen wird, kann derzeit niemand sagen. Kemke ist überzeugt, dass die Maßnahmen bis auf Weiteres gelten werden und nicht in vier Wochen erledigt sein werden. „Wir müssen natürlich die Analysen der Landesregierung abwarten. Aber ich gehe davon aus, dass der Dienstbetrieb bis Ende des Jahres eingestellt sein wird.“

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