Stadt soll Planungsansätze noch vertiefen

Für „Bergkamen mittendrin“ gibt es in diesem Jahr noch keine Förderung des Landes

Neue Bauten für buntes Leben sollen entstehen, wo die alten Ansätze der Stadtmittebildung mit dem Abriss der Turmarkaden in Trümmern liegen. Dafür steht das Konzept „Bergkamen mittendrin“. Die erhoffte Landesförderung dafür gibt es dieses Jahr aber noch nicht.
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Neue Bauten für buntes Leben sollen entstehen, wo die alten Ansätze der Stadtmittebildung mit dem Abriss der Turmarkaden in Trümmern liegen. Dafür steht das Konzept „Bergkamen mittendrin“. Die erhoffte Landesförderung dafür gibt es dieses Jahr aber noch nicht.

„Bergkamen mittendrin“ ist als Leitlinie seit vergangenem Sommer beschlossen, die Satzung für den großen Stadtumbau seit einigen Tagen. Jetzt fehlt noch das nötige Kleingeld für das ehrgeizige Projekt:

Bergkamen – Das planungsrechtliche Fundament für Bergkamens neue Mitte hat der Rat kürzlich mit Erlass der Satzung für den Stadtumbau gelegt. Was sie darauf im Detail errichten und erreichen wollen, müssen Bürger, Politik und Verwaltung aber noch eingehender beraten als mit der Verständigung auf das Konzept „Bergkamen mittendrin“ in zweijähriger Erstellung. Das Land wird vor 2022 keine Förderzusage für all das geben und möchte die Idee präzisiert sehen.

In der Bewilligung 2021 kein Zuschlag

Die ins Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) für „mittendrin“ übertragenen Ansätze einer Gestaltung mit städtebaulichen Schwerpunkten auch auf sozialer Infrastruktur, Klimaschutz und sozio-ökonomischen Faktoren in der Bewohnerschaft hat das Land bei der Bewilligung der unerlässlichen Zuschüsse noch nicht überzeugt. Zumindest in diesem Jahr gibt es aus dem Städtebauministerium von Ina Scharrenbach (CDU) dafür kein Geld.

Dezernent: Generell Zustimmung in Düsseldorf

„Die Fördertranche 2021 war völlig überzeichnet“, antwortete Marc Alexander Ulrich als aktuell amtierender Baudezernent auf die Frage nach der Umsetzungsperspektive, da nun der Rat den Umbau beschlossen hat. „Wir haben aber ein Schreiben von Ministerin Ina Scharrenbach persönlich, aus dem hervorgeht, dass das Land grundsätzlich willens ist, alle diese Projekte zu fördern.“

Corona hat den Blick auf Plätze und Parks verändert

Die Fördergeberin dürfte als Kamenerin aus eigener Anschauung wissen, welche Probleme Bergkamen mit dem eingeleiteten Wandel der verrufenen „City“ zu lösen antritt. Sie hat den Verantwortlichen nach Ulrichs Worten ans Herz gelegt, den Förderantrag nachzuschärfen: Welche Erfordernisse sind durch Corona klarer zutage getreten? In der Bedeutung des öffentlichen Raums, bei Kultur und Bildung als Baustein. Wo und wie wirkt das Zusammenspiel von Architektur, Flächengestaltung und sozialen Ankerpunkten?

Für Rathauserneuerung mehr in den Blick nehmen

Das beinflusse noch einmal die Betrachtung des Rathauses vor dem Hintergrund der erforderlichen Erweiterung und Sanierung. „Welche Rolle können Einrichtungen dabei spielen? Bleibt es beim reinen Bürobau oder kommen dritte Nutzer infrage? Kann man bei einem Anbau mehr Leben mit reinnehmen?“, skizzierte der Dezernent die Fragestellungen. Das Nutzungskonzept müsse deutlich über die Idee hinausgehen, den Ratssaal in seiner markanten Architektur zu einer Veranstaltungsstätte zu machen. Beispielsweise bei den Überlegungen, die Stadtbücherei zu vergrößern.

Neuer Förderantrag bis Ende September fällig

Bis zum 30. September währt die Antragsfrist fürs kommende Jahr. Bis dahin kann die Verwaltung mit den Gremien an der Konzeption weiter arbeiten, Gutachten und Beiträge einholen, die nicht im Konflikt zum Förderantrag stehen. „Das passt eigentlich ganz gut“, sagte nicht nur der Kämmerer in Ulrich. Als Hüter der Finanzen ist’s ihm lieber, wenn die Kassenlage in Bezug auf die durchschnittlich 25 Prozent Eigenanteil an dem zig Millionen schweren Vorhaben verlässlicher beurteilt werden kann als zurzeit. Mit einem Zuschlag fürs ISEK wäre der Rahmen gesichert und die Förderfähigkeit der Bausteine testiert. Sie müssen gleichwohl einzeln und über Jahre zur Bezuschussung angemeldet werden.

Verwaltung mit zeitlicher Perspektive zufrieden

Generell „bleibt uns die nötige Zeit, um die Pläne im erweiterten Spektrum der Fachausschüsse mit mehr Bürgerbeteiligung zu erörtern“, so der Dezernent. Auch aus Blickwinkeln, die es noch nicht gab, als die Planungsgruppe Stadtbüro sich mit einer hier so noch nie vorgenommenen Bestandsanalyse daran machte, die Leitlinien zu skizzieren: „Wir haben in Corona eine Menge gelernt über die Bedeutung des öffentlichen Raums und wie man ihn gestalten sollte, damit alle ihn nutzen können.“

Das Berg-Karree entsteht unabhängig

Während das erst besprochen werden will, wird an einem zentralen Punkt der Gestaltung „mittendrin“ schon Konkretes geplant. Um das „Berg-Karree“ getaufte Vorhaben anstelle der Turmarkaden und des berüchtigten City-Wohnturms ist schließlich im vergangenen Jahr so hart gerungen worden, damit es sich den neuen Leitlinien fügt, statt nach drei gescheiterten auch noch den vierten Einkaufsbunker in die Mitte zu klotzen.

Akzente zugunsten des Wohnungsbau verschoben

Mit 14 000 Quadratmetern Wohnraum im abgewogenen Verhältnis zum 4000 Quadratmeter Supermarkt, plus Drogeriemarkt und Gewerbebesatz hat das mit 100 Millionen Euro veranschlagte Investorenprojekt der Hilee B GmbH den Segen des Rates und seit April den grünen Stempel unterm Bauvorbescheid. Jetzt wird an der Ausbauplanung und den Pachtverträgen gearbeitet. Noch in diesem Jahr sollte in die 3,8 Hektar verwaiste Schuttwüste vorm Rathaus wieder Leben einkehren.

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