Buch-Vorstellung

Ein Buch über Bergkamens Zechen

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Haus Aden

Bergkamen/Kamen – Es ist mehr als nur ein Stück Heimatgeschichte, die Norbert Meier auf 650 Seiten zusammengefasst hat: Das Buch „Die Zechen Monopol und Haus Aden – Der Steinkohlebergbau in Kamen und Bergkamen“ wird für viele Bergkamener ein Zeugnis des eigenen (Berufs-)Lebens sein. Am kommenden Samstag, 19. Oktober, wird das Werk erstmals öffentlich vorgestellt.

Alle Kumpel, Mitglieder von Knappenvereinen und Interessierte sind für 14 Uhr in die Stadthalle Kamen eingeladen, wo das Buch in besonderem Rahmen vorgestellt wird: Es gibt kurze Vorträge, Wochenschau-Beiträge und Videos; musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung vom Blechbläserensemble der DSK. Um der Buchpräsentation ein besonderes Flair zu verleihen, bittet Autor Norbert Meier alle ehemaligen Kumpel, im Bergmanns-Kittel zu kommen. Und natürlich kann das Buch, das eine Auflage von 700 Stück hat, auch erworben werden. 

13. Buch einer ganzen Reihe

Auf die Idee, die Geschichte des Bergbaus von Bergkamen und Kamen, die zusammenhängt, niederzuschreiben, kam Meier nicht von ungefähr: Der Mann, der einst selbst unter Tage arbeitete, ist Mitglied im Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier. Gemeinsam mit dessen Dortmunder Arbeitskreis hat er bereits zwölf andere Werke veröffentlicht, begonnen bei Zeche Erin in Castrop-Rauxel. Dass Monopol und Haus Aden erst jetzt an die Reihe kommen, liegt vor allem an der aufwändigen Recherche, die betrieben werden musste. 

Aufwändige Recherche

Meier musste durch verschiedene Stadtarchive, ins Landesarchiv nach Münster und fand nur wenige Originaldokumente im Archiv des Bergbaus, weil viele Originale unter mysteriösen Umständen verschwunden sind oder Sperrvermerke aufweisen. „Ich hatte enorme Schwierigkeiten, aus den Anfangsjahren von 1875 bis in die 1930er Jahre hinein Material zu finden. Bis auf ein paar Fotos fehlten einige Zeitabschnitte komplett“, erklärt Meier. Doch er sammelte, was er fand, und begann dann vor rund einem Jahr mit der intensiven Recherche. Denn Meier lagen die Bergkamener Schachtanlagen am Herzen, weil er selbst zwölf Jahre auf Monopol einfuhr und zwei Jahre auf Haus Aden. Tätig war er für eine externe Firma, die den Streb-ausbau vornahm. 

Umfassendes Werk über Monopol und Haus Aden

„Nach meinem Ausscheiden hab ich mich dann sehr für die Historie des Bergbaus interessiert“, erklärt Meier. Dessen Geschichte in Bergkamen hat er nun auf über 650 Seiten zusammengefasst - wobei das Buch auch über 1100 Fotos von über und unter Tage sowie Grafiken und Kartenmaterial beinhaltet. „Es kamen immer mehr Puzzlestücke - und zusammengesetzt ergaben sie ein Bild. Was es im und um das Buch allerdings nicht gibt, ist ein Personenkult. Weder Autor Norbert Meier möchte großartig im Mittelpunkt stehen, noch werden einst handelnde Personen in ein besonderes Licht gerückt. Selbst den beiden Namensgebern Friedrich „Fritz“ Grillo (1825 bis 1888) und Heinrich Grimberg (1833 bis 1907) widmet der Autor nur jeweils zwei DIN-A4-Seiten. Dann geht es chronologisch weiter. 

Chronologische Zeitreise

Mutung und Verleihung und Konsolidation der Grubenfelder, die Abtäufung, die ständigen Erweiterungen, die technischen Fortschritte, die Probleme bei der Nordwanderung – einstige Bergleute können sich beim Lesen auf eine Zeitreise begeben, für Laien sind manche Absätze ein wenig zu technisch und detailüberfrachtet. Doch solche Stellen können getrost übersprungen werden, die Rahmenhandlung geht weiter und fesselt. „Es geht um die Geschichte des Bergbaus und die Vorkommnisse. Es wird geschildert, was bergtechnisch und bergbauhistorisch passierte“, erklärt Meier. 

Kuckuck-Unglück ist dunkler Teil der Geschichte

Und dazu gehören auch die vielen Unglücke, nicht zuletzt das schlimmste Deutschlands auf „Kuckuck“ mit 405 Toten. Aber auch wenn Meier genügend Daten zusammentragen konnte, um die Geschichte der Bergwerke Monopol und Haus Aden im größeren Rahmen aufzuzeichnen, „bleiben immer noch Fragen, die trotz der intensiven Recherche nicht zu klären waren“, erklärt Meier. So bleiben vor allem viele Hintergründe zur Wetterexplosion am 20. Februar 1946 im Dunkeln, aber auch etliche Machenschaften der Nationalsozialisten. Etliche Akten aus dieser Zeit sind bis heute verschwunden. 

Wasserhaltung im letzten Kapitel

Das Buch endet dann nicht mit der Förderung der letzten Tonne Bergkamener Steinkohle im Jahr 2001 oder mit der Sprengung des Doppelbocks von Haus Aden, der als Wahrzeichen des Bergkamener Bergbaus galt, das Buch reicht bis in die aktuelle Stunde hinein – und endet mit einem Kapitel über die Zentrale Wasserhaltung auf Haus Aden. Was folgt, wird als Zusatzkapitel bezeichnet, in dem es um die Mechanisierung der Arbeit geht.

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