Entscheidung im kommenden Jahr

Noch kein Baubeschluss für das neue Schwimmbad in Bergkamen

Schwimmbad Bergkamen
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So soll das neue Ganzjahresbad mal aussehen. Mitte des Jahres waren erste Bilder von der Schwimmstätte präsentiert worden, für die das Wellenfreibad in Weddinghofen weichen soll.

Viele Bergkamener freuen sich schon auf das neue Ganzjahresbad, das auf dem Gelände des heutigen Wellenbads in Weddinghofen entstehen soll. Doch noch ist das Vorhaben nicht in trockenen Tüchern. Ebenso liegt noch kein belastbarer Zeitplan vor – und eine wichtige Frage zur Finanzierung ist ebenfalls offen.

Bergkamen - Ende August hatte die Stadt den Gemeinschaftsstadtwerken (GSW) Kamen, Bönen, Bergkamen einen Investitionszuschuss von bis zu 27 Millionen Euro für das geplante Bad gebilligt. Ein endgültiger Baubeschluss war das noch nicht. Ein solcher kann auch nur der GSW-Aufsichtsrat fassen. In diesem Jahr ist damit allerdings nicht mehr zu rechnen.

Der Grund liegt in den zurückliegenden Kommunalwahlen, wodurch der Aufsichtsrat neu gebildet werden muss. Die konstituierende Sitzung mit Vertretern aus den drei beteiligten Kommunen ist auf den 15. Dezember angesetzt. „Für diesen Termin ist aber noch keine Beschlussfassung vorgesehen“, sagt GSW-Sprecher Timm Jonas. Der Rat der Stadt Bergkamen will in seiner Sitzung am 10. Dezember entscheiden, wer in das Gremium entsendet wird.

Hoffen auf Steuerbefreiung

Laut Jonas befinden sich die GSW noch in der Vorplanungsphase fürs neue Bad. Erst mit Vorliegen eines Baubeschlusses könnten Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung erfolgen, erläutert er. Diese bildeten dann die Grundlage für die Erstellung der Ausschreibungsunterlagen. Wann welche Leistungsphase beginne, könne man derzeit nicht sagen. „Der Zeitplan hängt vor allem von den Arbeitskapazitäten in den Planungsbüros ab.“ Nur eines stehe bereits jetzt fest: „Im kommenden Jahr gibt es mit Sicherheit noch eine Freibad-Saison.“

Ungeklärt ist derweil noch eine wichtige finanzielle Frage: Fallen auf den Investitionszuschuss der Stadt Bergkamen Mehrwertsteuer an oder nicht?

Bekanntlich rechnen die Verantwortlichen in ihrem Modell mit einer Steuerbefreiung, was eine Einsparung von 5,1 Millionen Euro bedeutet. Das letzte Wort hat aber das Finanzamt. „Mit einer verbindlichen Auskunft der Behörde rechnen wir in Kürze“, betont Jonas.

Fünf Becken, eine Sauna

Die GSW möchten das Bad so schnell als möglich errichten, sagt Jonas. Man hoffe, dass es im neuen Aufsichtsrat einen breiten Konsens gebe, die Neubauplanungen fortzuführen. Gleichwohl müsse man davon ausgehen, dass das Projekt weiterhin kritisch begleitet wird. Bekanntlich hätten die Grünen in Bergkamen ein gemeinsames Bad mit der Stadt Kamen lieber gesehen, um Geld zu sparen. Die Partei BergAUF hält es für falsch, das hiesige Wellenbad aufzugeben.

Erste Bilder vom Ganzjahresbad hatten die GSW Mitte des Jahres präsentiert. Geplant ist eine „Badeplatte“ mit fünf nebeneinanderliegenden Becken (25-Meter-Sportbecken mit sechs Bahnen, zwei Multifunktionsbecken, ein Erlebnisbecken mit Strömungskanälen, Brodelliegen und Nackenduschen sowie ein Kinderplanschbecken). Zudem soll es eine Parallel- bzw. Doppelrutsche geben, eine Textilsauna, eine Drei-Meter-Plattform, ein Ein-Meter-Sprungbrett, Klettervorrichtungen im Wasser und ein gastronomisches Angebot für die Badegäste.

Die GSW als Bauherrin und künftige Betreiberin des Bades hoffen, beim Neubau mit den 27 Millionen Euro auszukommen, die die Stadt Bergkamen als Zuschuss zugesagt hat. Ob das gelingt, zeige sich aber erst, wenn die Ergebnisse der Ausschreibungen vorlägen, verdeutlicht Jonas. Auf jeden Fall solle mit einem Baukosten-Controlling durch ein externes Büro Sorge dafür getragen werden, dass es am Ende keine bösen Überraschungen gibt.

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