Neues Programm

Neustart nach der Corona-Pause: Bergkamen will Partner für Kulturschaffende sein

Vorstellung neues Kulturprogramm Stadt Bergkamen
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Hier geht’s mit Sicherheit um Kultur: An der Skulptur MH06 von Achim Riethmann vor dem Rathaus präsentierte das Kulturreferat von Simone Schmidt-Apel (rechts) mit Dezernent Marc Alexander Ulrich (3.v.r.) das neue Bergkamener Kulturprogramm. Die Saison steht unter dem Einfluss der Corona-Schutzmaßnahmen.

Nach langer Corona-Pause haben mittlerweile wieder die ersten Kulturveranstaltungen in Bergkamen stattgefunden - mit unterschiedlichem Erfolg. Nun steht der Fahrplan für die nächsten Termine im kommenden Jahr.

Bergkamen – „Neustart“ heißt es am Freitag, 25. September, im Studio-Theater: Bühne frei für Florian Schroeder. Der Kabarettist aus dem Markgräflerland hätte sein Programm nicht treffender nennen können. Denn „Neustart“ ist sinngemäß auch das Motto der Stadt Bergkamen beim Corona-lastigen Ausblick auf die Kultursaison 2020/21, die mit Schroeders Auftritt vor maximal 284 Gästen kommende Woche eröffnet wird.

Bevor es ums Große und Ganze mit gut 50 unter Vorbehalt geplanten Veranstaltungen geht, dazu noch eine Kleinigkeit vorweg: Für Schroeders „Neustart“ sind noch Karten zu haben (15/17 Euro; Ermäßigung möglich). Wer sich seinen Platz zu 20 Uhr sichern will, wählt 02307/965-464 am Telefon und lässt sich für den Einlass registrieren. Mehr zu den weiteren Programmpunkten bis Juni 2021 in einer unserer nächsten Ausgaben.

Zurück zum „Neustart“. Das Stichwort kam Dezernent Marc Alexander Ulrich und Kulturreferentin Simone Schmidt-Apel gerade recht, als sie mit ihrem Team am Mittwochmorgen der Öffentlichkeit präsentierten, wie das in der Pandemie zum Erliegen gekommene kulturelle Leben in Bergkamen wieder auf die Beine kommen soll. Zugleich steht die Abteilung selbst mit dem Umzug ins „Stadtfenster“ vis-à-vis dem Rathaus Anfang Oktober vor dem Beginn von etwas Neuem. Gleiches gilt für die zuletzt personell gebeutelte Bibliothek als Teil des Netzwerkes mit Jörg Feierabend als neuem Leiter – und sogar für das aktuelle Programmheft 2020/21.

Programmheft mit neuem Design

„Nach zehn Jahren haben wir ein neues Design aufgelegt“, verwies Ulrich auf das knapp 50-seitige Werk in 3 000er-Auflage, das nun im A 4-Format eine übersichtliche Gliederung und Vorstellung des städtischen Kulturangebotes nach Sparten und den angeschlossenen Einrichtungen bietet.

„Wir wollen grundlegende, etablierte Angebote wie beispielsweise das Silvesterkonzert am Leben halten und zeigen, dass es trotz Corona unter Einschränkungen immer noch funktioniert“, hob der Dezernent die Haltung hinter dem Angebot mit möglichen Fragezeichen zu einzelnen Punkten hervor. Auch wenn heute nicht absehbar sei, welche Bedingungen für Veranstaltungen in den nächsten Monaten tatsächlich herrschen werden, „so gehen wir doch relativ optimistisch in die neue Saison“.

Die Erfahrungen aus den jüngsten Veranstaltungen könnten gegensätzlicher kaum sein: Die Bluesfreunde wagten sich nur in kleiner Zahl zum ersten Grand-Jam-Konzert, der Klangkosmos-Beitrag „Hirtengesänge aus den Pyrenäen“ war mit 35 Gästen im Trauzimmer in der Rünther Marina ausverkauft.

Die Reihe in Kooperation mit einer Kölner Agentur als Mittlerin zu den Ensembles rund um den Globus liegt Schmidt-Apel wegen der Exklusivität am Herzen. „Man muss wissen, dass man diese Musiker nur für einen Monat in NRW erleben kann, das macht es besonders.“ Zugleich liege hier wegen der Einreisebestimmungen und Coronaauflagen ein besonderes Risiko. Sollte einer Gruppe die Reise verwehrt werden, so zahle die Stadt der Mittlerin zumindest den Aufwand – um 300 bis 400 Euro.

Tickets bringen nur 12000 Euro

„Wir wollen weiter ein verlässlicher Partner sein“, erläuterte Marc Alexander Ulrich. „Wir wollen an den Künstlern festhalten und gegebenenfalls Schäden ausgleichen.“ Schließlich stünden die Ensembles und Solisten in einer existenziellen Krise, in der man sie nicht allein lassen dürfe. Außerdem wolle sich Bergkamen nachhaltig als Spielort empfehlen, um weiter mit gefragten Größen auf der Bühne punkten zu können.

Arg ins Geld gehe das nicht. Das vorgelegte Programm sei von städtischer Seite mit knapp 100 000 Euro finanziert, dazu kämen Landesgelder für einzelne Projekte und Sponsorengelder, etwa beim Grand Jam. Die Ticketeinnahmen sind mit 12 000 Euro ein bescheidener Beitrag.

„Das ist wenig im Vergleich zu Städten mit eigenen Einrichtungen“, so Ulrich, „und es funktioniert auch nur, weil wir hier ein Team haben, das mit viel Engagement an die Arbeit geht“. Mitarbeiter machten sich für die Akquise auf zu Veranstaltungen anderenorts. Leitlinie sei die Frage, „wie wir Menschen mit dem Angebot erreichen können“. Ohne professionelle Strukturen seien namhafte Künstler auch kaum zu bekommen. Zumindest in diesem Sinne steht „Neustart“ also für Bewährtes.

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