Brandstifter legt mehrere Feuer in Bergkamen

Neun Verletzte nach Brandserie in Bergkamen: Täter führt Feuerwehr in die Irre
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Neun Verletzte nach Brandserie in Bergkamen: Täter führt Feuerwehr in die Irre

BERGKAMEN - Diese Nacht werden die Bewohner eines Mehrfamilienhauses an der Töddinghauser Straße so schnell nicht vergessen. Ein Brandstifter hatte am Samstag gegen 3 Uhr im Keller ihres Hauses ein Feuer gelegt. 20 der 50 dort gemeldeten Bewohner mussten mit Leitern über Balkone und Fenster gerettet werden.

Neun Personen, darunter auch einige Kinder, wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in Krankenhäuser gebracht. Die übrigen Bewohner wurden zunächst im Rathaus versorgt, bevor sie in den frühen Morgenstunden in ihre Wohnung zurück kehren konnten. „Die waren zwar ohne Strom, da das Feuer die Versorgung zerstört hatte, eine Gefahr bestand zu diesem Zeitpunkt aber nicht mehr“, so Dieter Dettmar, Stellvertretender Leiter der Freiwilligen Feuerwehr, im Gespräch mit unserer Zeitung. Wegen der Löscharbeiten mussten der Busbahnhof und die Hubert-Biernat-Straße gesperrt werden. Die Höhe des Sachschadens ist noch unklar.

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Der Brand in dem Keller des Mehrfamilienhauses war jedoch nicht der einzige Einsatz in dieser Nacht. Sowohl vor als auch nach dem Brand im Keller loderte es an verschiedenen Stellen der Stadt.

Neun Verletzte nach Brandserie in Bergkamen: Täter führt Feuerwehr in die Irre

Bereits ab 1.57 Uhr wurde die Löschgruppe Weddinghofen zu mehreren Mülltonnenbrände gerufen, ab 2.40 Uhr waren auch die Kameraden aus Mitte im Einsatz. „Insgesamt wurden wir in dieser Nacht zu acht Einsatzstellen gerufen“, schildert Dettmar die arbeitsreiche Nacht. Mülltonnen brannten unter anderem an der Erich-Ollenhauer-Straße und der Ebertstraße, an der Zentrumstraße – und eben an der Töddinghauser Straße vor dem Hochhaus, in dem wenig später im Keller die Flammen loderten. Neben etwa 80 Kameraden der Feuerwehr Bergkamen waren Einsatzkräfte des DRK, Notarzt, Rettungsdienste, der Einsatzleitwagen des Kreises Unna sowie Mitarbeiter des Ordnungsamtes der Stadt Bergkamen, der Kripo sowie der Polizei vor Ort.

Nach einer kurzen Nacht ging es für die Einsatzkräfte am Samstag jedoch gleich weiter: Gegen 11 Uhr wurde die Löschgruppe Weddinghofen alarmiert, weil die Polizei in der Moschee in der Ernst-Schering-Straße um Amtshilfe bat. In dem Gebäude, in dem die Moschee gerade umgebaut wird, war es ebenfalls zu einem Brand gekommen. Das Feuer war mangels Sauerstoff aber wahrscheinlich von selbst erloschen. „Der Gebäudeschaden ist jedoch erheblich“, so Dettmar. Fenster und Wände sind mit einer etwa zwei Zentimeter dicken Rußschicht überzogen.

Details wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen gestern nicht bekannt geben. Sie ermittelt in allen Fällen wegen des Verdachts auf Brandstiftung. Dass alle Taten zusammen hängen, kann nicht ausgeschlossen werden. Im Falle des Brandes in der Moschee hat die Polizei zudem den polizeilichen Staatsschutz eingeschaltet, wie Sprecher Martin Volkmer bestätigte. Nach ersten Erkenntnissen sei zwar nicht zu erkennen, dass es sich um eine politisch motivierte Tat handele, es werde aber in alle Richtungen ermittelt. Besonders brisant: Der bislang unbekannte Täter hatte offenbar versucht, die Retter auf eine falsche Fährte zu locken, indem er in der Nacht mehrmals den Notruf wählte und Feuer meldete, die es gar nicht gab. - oel/mag

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