Am Freitag ist Tag der offenen Tür

Kurz vor der Eröffnung: Neues Schießzentrum ist bereit für die ersten Schützen

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Am Wochenende wird das neue Schießsportzentrum an der Hansastraße eröffnen. Auf der 100-Meter-Schießbahn können Distanzschüsse trainiert werden. Die Holzwände dazwischen dienen als Notfall-Kugelfang.

Bergkamen – Vor 15 Jahren hatte der Reinhard Middendorf, Vorsitzende der Kreisjägerschaft Unna, die Idee, ein Schießzentrum zu bauen, in dem Jäger, Sportschützen und Sicherheitskräfte trainieren können. Am Samstag ist es soweit, dann wird das Schießzentrum eingeweiht. Ein Blick hinter die Kulissen.

Die Kehrmaschine ist auf dem Parkplatz noch im Einsatz und Techniker schließen im Inneren letzte lose Kabel an, aber das Sicherheitssystem funktioniert einwandfrei: Sobald sich bestimmte Türen im Neubau des Schießzentrums Kamener Kreuz an der Hansastraße öffnen, blinken überall rote Lampen und ein Warnton ertönt. Geschossen werden dürfte jetzt nicht mehr. „Sicherheit“, so erklärt Reinhard Middendorf, „hat oberste Priorität.“  

Idee keimte vor 15 Jahren

Vor 15 Jahren hatte der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Unna die Idee, ein großes Schießzentrum zu bauen, in dem Jäger, Sportschützen, aber auch Sicherheitskräfte trainieren können. Die konkreten Planungen und Finanzierungsfragen zogen sich, doch am Wochenende wird das Jagd- und Schießsportzentrum, für das die Kreisjägerschaften Unna und Hamm verantwortlich zeichnen, endlich eingeweiht. Mit seinen breiten Nutzungsmöglichkeiten ist es einzigartig in Deutschland. 

Im „Behördentrakt“, wie ihn Middendorf nennt, werden künftig die Zoll-Dienststellen Bielefeld, Münster und Dortmund trainieren, die Bundespolizei aus Dortmund und Essen sowie die Bundesbank, deren bewaffnete Mitarbeiter beispielsweise Geldtransporte bewachen. Dieser Bereich kann von den Behörden autark rund um die Uhr genutzt werden. 

Falk Hennings, Filialleiter des Geschäfts „Jagdwelt 24“ sortiert bereits seine Ware.

Von hier geht es auch ins Herzstück des Schießzentrums: zur Raumschießanlage. Der grüne Boden gibt etwas nach, die Wände sind schalldicht und schusssicher. Am Ende des 30 Meter langen Raumes läuft ein Film auf der Leinwand. Hier werden die Schützen mit echter Munition auf dort gezeigte, sich bewegende Objekte schießen. Für die Jäger ist es beispielsweise eine Wildschweinrotte, beim Behördentraining sind es andere praxisnahe Einspieler. 

Fehlschüsse kosten bis zu 150 Euro

Überwacht wird die Raumschießanlage vom Nebenraum aus. Dass die Leinwand irgendwann durchlöchert sein wird und ersetzt werden muss, ist klar. Doch Fehlschüsse auf Wände und in den Boden kommen Schützen teuer zustehen: „Eine Kugel im Boden kostet 150 Euro Strafe, eine in die Wand 100 Euro“, erklärt Middendorf. Im Trakt des Jagdzentrums gibt es auf einer 100 Meter Bahn vier Schießstände, an denen Distanzschüsse trainiert werden können, aber auch zwei Schießräume mit kürzeren Bahnen, wo mit Pistole und Revolver beziehungsweise Schrot geschossen wird. Auch hier gibt es dank Schienensystem künstliche Keiler und Hasen als bewegliche Ziele – oder die Chance, auf Scheiben zu schießen. 

Im Kontrollraum des Schießzentrums wird alles überwacht.

Jäger müssen einmal im Jahr ihre Schießfähigkeit nachweisen, erklärt Middendorf – und das gilt auch für die Waffenträger bei Behörden. Unterschiedlich große Schulungsräume stehen daher zur Verfügung, die auch für Tagungen, beispielsweise vom Landesjagdverband, genutzt werden können. Abgerundet wird das Angebot des Schießzentrums, das überdies für Jedermann zur Nutzung offen steht, durch einen Verkaufsraum, in dem alle Naturfreunde vom Hundebesitzer bis zum Wanderer Funktionskleidung, Rücksäcke oder Ferngläser kaufen können. 

Wer ein Gewehr sucht oder reparieren möchte, ist in der angeschlossenen Büchsenmacherei richtig. Middendorf und seine Mitstreiter setzen komplett auf Fort- und Weiterbildung. Selbst Kochkurse zur Zubereitung von Wild soll es künftig geben. „Johann Lafer hat schon Interesse angemeldet“, verrät Middendorf. „Einen Termin gibt es aber noch nicht.“

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