Start im Jahr 2023

Neues Flussbett: Das sind die Pläne für die Renaturierung der Lippe in Bergkamen

Luftbild Lippe Rünthe
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So sieht es jetzt aus: Das Luftbild zeigt den Verlauf der Lippe östlich der Werner Straße mit Blick auf Rünthe. In diesem Bereich soll der Flusslauf verlängert werden und in Richtung Rünthe ausgeweitet werden.

Der Flussverlauf der Lippe im Bereich Bergkamen soll verändert werden. Das soll dem Hochwasserschutz dienen und die Lippeauen ökologisch aufwerten.

Bergkamen – Der Lippeverband hat die Genehmigungsunterlagen zur Planfeststellung hinsichtlich der Umgestaltung der Lippe im Abschnitt I, in dem der Fluss auch durch Bergkamen fließt, bei der Bezirksregierung Arnsberg eingereicht. Jochen Bauer, Projektleiter beim Lippeverband, berichtete in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz, dass die Planer die Unterlagen im Dezember eingereicht hatten. „Jetzt warten wir auf die Eröffnung des Genehmigungsverfahrens“, sagte Bauer.

Dass die Eröffnung in der Tat noch aussteht, bestätigt ein Sprecher der Bezirksregierung. „Der Antrag liegt vor und befindet sich gerade in der Prüfung“, so der Sprecher. „Aber es handelt sich um ein relativ großes Projekt, wo man intensiv einsteigen muss. Da werden die Kollegen im Vorfeld und begleitend den Kontakt zum Lippeverband und zu den begleitenden Kommunen suchen.“

Wann das passiert, kann die Bezirksregierung derzeit noch nicht sagen. „Wie vieles andere auch ist das durch Corona gehemmt“, erklärt der Sprecher. Besprechungen seien zwar grundsätzlich per Video möglich – manchmal sei die unmittelbare Gesprächssituation aber wertvoller. Letztlich gehe es um ein Planfeststellungsverfahren, in dem die Bezirksregierung einen Erörterungstermin vereinbaren wolle. „Da sind die Handbremsen wegen der anhaltenden Pandemie-Situation etwas angezogen.“

Umbau soll im Jahr 2023 starten

Der Lippeverband hofft, das sagte Bauer während der Ausschusssitzung in der Römerberghalle, dennoch, dass die Arbeiten an der Umgestaltung der Lippe im dritten Quartal 2023 beginnen können. „Dann wären wir Mitte 2026 mit den Arbeiten im ersten Abschnitt fertig – pünktlich zur Internationalen Gartenausstellung 2027.“

Bekanntlich möchte der Lippeverband den Verlauf von Westfalens längstem Fluss im Rahmen des Programms „Lebendige Lippe“ verlegen und renaturieren. Durch die Verlegung des Lippeverlaufs und die teilweise Verfüllung des alten Verlaufs soll zum Beispiel eine Insel entstehen. Im Bereich östlich der B233/Werner Straße soll dazu beispielsweise eine ein Kilometer lange Laufveränderung entstehen.

So könnte es aussehen: Die Skizze zeigt die Planung für den neuen Verlauf der Lippe östlich der Lippebrücke.

Im westlichen Bereich der B233 soll die Lippe einen etwa drei Kilometer längeren Verlauf bekommen, auf beiden Seiten plant der Lippeverband die Sohle des Flusses anzuheben. „Das sorgt dafür, dass der Fluss sich nicht mehr so tief eingräbt, sondern eher breiter wird und bei Hochwasser früher über die Ufer treten kann“, erklärte Bauer. Das sei einerseits ökologisch wertvoll für die Lippeauen, für die der Lippeverband 80 bis 100 Tage Auenverwässerung pro Jahr anstrebt, andererseits stärke es den dezentralen Hochwasserschutz, weil das Wasser eben in die Auen geleitet werde.

Keine Probleme mit dem Grundwasser

Durch die Anhebung der Sohle werde es auch zu einem Anstieg des Grundwassers kommen. Sorgen der Ausschussmitglieder, dass es dadurch zu Auswaschungen im Bereich der alten Deponie kommen könnte, zerstreute Bauer. „Wenn durch Maßnahmen das Grundwasser ansteigt, schaut man ganz genau hin“, betonte der Planer. „Die Untersuchungen zeigen aber, dass es dadurch zu keinen Problemen kommt.“

Auch eine weitere Sorge konnte Bauer den Ausschussmitgliedern nehmen: „Wir wollen die Menschen nicht aus dem Bereich aussperren“, sagte er. „Wir werden uns Gedanken zur Besucherlenkung machen und sie selbst auf den Weg bringen.“ Denkbar sei zum Beispiel Ideen des Projekts „Erlebnis Lippeaue“ der Naturförderungsgesellschaft (NFG) des Kreises Unna aufzugreifen.

Das Projekt, berichtete Thomas Reichling, vom Amt für Planung, Tiefbau und Umwelt, hat die NFG gestoppt. „Die Fördersumme von 430 000 Euro war daran geknüpft, dass alle Maßnahmen bis September diesen Jahres abgeschlossen sind“, so Reichling. Laut NFG sei das durch die Folgen der Corona-Pandemie nicht zu schaffen.

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