Neues Familienbad in Bergkamen: GSW soll Planung übernehmen

+
Auf dem Gelände des ansierungsbedürftigen Wellenbades in Weddinghofen soll ein neues Familienbad entstehen.

Bergkamen - Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung über den Grundsatzbeschluss zur Umsetzung der Neustrukturierung der Bäder der Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) auf dem Stadtgebiet abgestimmt. Demnach soll die GSW die Planungen für ein Familien- und Freizeitbad übernehmen.

Dennoch gibt es noch einige Hürden, bevor die Arbeiten an einem neuen Bad beginnen können. Das Wellenbad in Weddinghofen und das Hallenbad an der Lessingstraße sind sanierungsbedürftig. Weil eine Sanierung der beiden Bäder im Vergleich zu einem Neubau nach Ansicht der Stadt unwirtschaftlich ist, soll nach dem Vorbild der Stadt Lippstadt auch in Bergkamen ein sogenanntes Cabrio-Bad am Standort des heutigen Wellenbades gebaut werden. Das Ganzjahresbad soll auf dem Gelände des jetzigen Wellenbades entstehen. Wie schon bei einem Pressegespräch mit der SPD-Fraktion bekannt geworden ist, bevorzugen die Sozialdemokraten, die im Rat die absolute Mehrheit haben, dass die GSW das neue Bad bauen. 

Bad-Neubau erfordert Änderung des Gesellschaftervertrags zwischen Kommunen

Für den Neubau und den Betrieb des Bades unter dem Dach der GSW sei aber eine Änderung des bestehenden Konsortialvertrages nötig. Der Gesellschaftervertrag zwischen den an den GSW beteiligten Kommunen Bergkamen, Bönen und Kamen regelt, wie hoch die Anteile der jeweiligen Kommunen an den zu tragenden Kosten der GSW-Einrichtungen sind. Der derzeit noch gültige Vertrag sieht eine Aufteilung nach Gesellschaftsanteilen an den Stadtwerken vor, die bei einem Schlüssel von 16:42:42 (Bönen/Bergkamen/Kamen) liegt. Ein Verlustüberhang erfordert eine Einlage der betroffenen Kommune. Wird der Vertrag geändert, würden beim favorisierten Bad-Modell künftig lediglich eigene Verluste berücksichtigt, wie den Ratsmitgliedern bei der Sitzung am Donnerstagabend noch einmal von Mitarbeiterinnen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft „Ernst & Young“, die die Stadt als externen Gutachter eingesetzt hat, vorgestellt wurde. „Es ist der günstigste Weg, in Hinsicht auf die Finanzen auf Seiten der GSW zu bleiben“, bekräftigte der SPD-Fraktionsvorsitzende Bernd Schäfer. 

Aktueller Handlungsbedarf wegen Einschränkungen in Förderschul-Schwimmhalle

Er sprach zudem davon, dass die Verwaltung die nächsten Schritte möglichst zeitnah abarbeiten solle, weil durch die Einschränkungen des Angebots der Schwimmhalle an der Förderschule in Heil aktuell Handlungsdruck vorhanden sei. Der Kreis Unna erlaubt hier bekanntlich wegen Problemen mit der Filteranlage nur noch 50 Nutzern pro Tag den Besuch im Hallenbad. Betroffen sind Gruppen und Vereine. Das neue Familien- und Freizeitbad soll daher auch die funktionalen Bedarfe für den Schul- und Vereinssport abdecken. Die GSW sollen beauftragt werden, diesbezüglich eine Öffentlichkeitsbeteiligung durchführen. Während es von den Grünen Zustimmung für einen baldigen Neubau gab, rief Angelika Lohmann-Begander noch einmal die Pläne eines gemeinsamen Bades der Städte Kamen und Bergkamen in Erinnerung. „Ich bin weiter dafür, dass ein gemeinsames Bad gebaut wird“, sagte die Ortsvorsitzende der FDP. „Dieser Appell richtet sich eher an die Nachbarstadt“, kommentierte Bürgermeister Roland Schäfer. 

Gespräche wegen Gemeinschaftsbad ohne Ergebnis

Kämmerer Marc Alexander Ulrich griff das Thema ebenfalls auf. „Wir haben alle Versuche für ein Gemeinschaftsbad unternommen, waren aber leider nicht erfolgreich.“ So seien auch Gespräche mit der neuen Kamener Bürgermeisterin Elke Kappen ohne Ergebnis geblieben. Nach dem Entschluss für einen Neubau muss als nächstes die konkrete Badplanung beginnen. Dies kann aber erst geschehen, wenn geklärt ist, wer das Bad betreiben soll. Hier stellt sich die Wahl zwischen einer externen Betreiberfirma und der GSW. Auch das Thema Gesellschaftervertrag steht noch auf der Liste. Das alles wird noch einige Zeit dauern, sodass die kommende Sommer-Badesaison auf jeden Fall im Wellenbad stattfinden wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare