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In Rünthe entsteht bald neuer Wohnraum in klimagerechter Bauweise

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Von: Werner Lindemann

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Bauherr und Baumeister: Reinhard Kuhfuß und Rainer Schwippe planen nach der Fertigstellung der beiden Doppelhaushälften an der Werner Straße (Foto) bereits das nächste Projekt in Holzrahmenbauweise.
Bauherr und Baumeister: Reinhard Kuhfuß und Rainer Schwippe planen nach der Fertigstellung der beiden Doppelhaushälften an der Werner Straße (Foto) bereits das nächste Projekt in Holzrahmenbauweise. © Lindemann Werner

Stein auf Stein - das war früher. In Zeiten der Klimakrise sollten Häuser tunlichst so gebaut werden, dass ihre Herstellung und das Leben darin die Umwelt wenig belastet. Familie Kuhfuß hat sich das zu Herzen genommen.

Rünthe - Das Gelände des ehemaligen Spielplatzes im Herzen von Rünthe-West soll demnächst bebaut werden. Am Ende der Sackgasse „In der Siedlung“ will die Bauherrengemeinschaft der Familie Kuhfuß von Zimmermeister Rainer Schwippe aus Bönen zwei weitere Doppelhaushälften in Holzrahmenbauweise errichten lassen – so wie seit November an der Werner Straße am Rand von Bergkamen-Mitte.

Sieben Wochen Vorfertigung

Nachdem dort die einzelnen Bauteile mit Sattelschleppern angeliefert worden waren, ging alles ganz schnell. „Für die Vorfertigung bei uns in der Betriebshalle an der Poststraße in Bönen, haben wir sieben Wochen gebraucht. Hier konnten wir dann gleich auf der fertigen Grundplatte loslegen“, berichtet Rainer Schwippe.

Richtfest nach zehn Tagen

„Nach zehn Tagen stand der Rohbau. Da konnten wir schon Richtfest feiern“ erzählt Reinhard Kuhfuß. Der ehemalige Bundesbahnamtsrat und Initiator des Neuseelandhauses hat mit Ehefrau Ursula Voßschmidt-Kuhfuß und ihren Kindern eine Bauherrengemeinschaft gegründet, um das Vorhaben umzusetzen.

Frühpensionär mit neuer Aufgabe

„Ich war dabei quasi mein eigener Architekt“, so Reinhard Kuhfuß. Der Frühpensionär hat sich nach seinem Ausstieg aus der weiterhin erfolgreichen Neuseelandhaus GmbH der Planung von nachhaltigen Wohnbauprojekten verschrieben. Und mit Rainer Schwippe fand er den richtigen Partner dafür.

Erstes Projekt am Elternhaus

Die rund 700 Quadratmeter große Freifläche vor dem Geburts- und Elternhaus von Reinhard Kuhfuß bot genügend Platz, um das hierzulande etwas außergewöhnliche Vorhaben zu realisieren. Es soll ein Energiesparhaus mit hoher Effizienz (deutlich weniger als 55 KfW) werden. Dazu soll vor allem die Bauweise mit 66 Millimeter dicken Holzdämmplatten aus Konstruktionsvollholz im Ständerwerk beitragen. „Die verkleiden wir am Ende mit Silikon-Harzputz. Der atmet“, erläutert Schwippe. Die Decke in den jeweils zweigeschossigen Doppelhaushälften besteht aus massiven Bauelementen, die sichtbar bleiben, wie der Zimmermeister betont.

Verzug durch Materialmangel

Um sich von Gas und Öl zu lösen, setzt Kuhfuß auf eine Luftwärmepumpe zur Beheizung des Hauses und Photovoltaik-Elemente auf dem Pultdach für die Stromversorgung. Während die Heizungs- und Trockenbauer zur Zeit die restlichen Arbeiten im Innern erledigen, droht ein Zeitverlust auf der Baustelle. „Wir haben Probleme mit der Installation der Luftwärmepumpe, weil Teile dafür nicht lieferbar sind“, erläutert Reinhard Kuhfuß. Deshalb rechnet er damit, dass die zukünftigen Mieter der beiden Doppelhäuser die jeweils 130 Quadratmeter Wohnfläche erst in drei Monaten nutzen können. Zu den beiden Doppelhäusern gehört jeweils auch noch Abstellraum in einem Anbau und ein Carport.

Demnächst in Rünthe-West

Das gilt auch für das nächste Projekt in Rünthe-West. „Dafür werden wir in den nächsten Tagen die Bauanträge stellen. Die Grundrisse sind identisch, weil das Grundstück genau so groß ist wie hier an der Werner Straße. Wir müssen es allerdings mit einem Satteldach ausstatten, um es an Bauvorschriften in Rünthe anzupassen. Das führt zu einer etwas anderen Fensteranordnung“, sagt Reinhard Kuhfuß.

Projekt-Partner aus Bönen

Ansonsten vertraut er wieder auf das Know-how von Rainer Schwippe. Der hat seine Erfahrungen mit der Holzrahmenbauweise in Bayern gesammelt. Dort war der heute 57-jährige Zimmermeister unter anderem beruflich tätig, ehe er sich vor 17 Jahren in seiner Heimatgemeinde Bönen mit dem Holzbau-Betrieb selbstständig machte. Dort hat er mit seinen Mitarbeitern inzwischen sogar schon alte Fachwerkhäuser komplett abgebaut, um sie vollkommen saniert in einem anderen Ortsteil wieder aufzubauen.

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