Erster Abschnitt der umstrittenen Umgehungsstraße

Streitobjekt L821n: 440 Meter bis zum Kuhbach sind mittlerweile gebaut

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Hier soll es ab September weiter gehen: Bis zum Friedhofsweg haben Melanie Nölke und Sebastian Felgenhauer von Straßen-NRW - nicht ganz allein - die Umgehungsstraße L821 im ersten Abschnitt realisiert.

Bergkamen - Erst wurde hitzig geredet, dann sogar etwas gerangelt - und doch gebaut: Teil 1 der L821n ist fertig:

Viele Jahre hat dieses Vorhaben Bergkamen erst auf dem Papier beschäftigt und dann in einer vehementen politischen Auseinandersetzung, wie man sie auf der Bühne der kommunalen Selbstverwaltung in der Regel auch nur in Dekaden zu sehen bekommt. Das letzte Aufbäumen des Protestes gegen die L821n erlebte die Stadt nach Unterschriftensammlung, Bürgerantrag und mehr, als vor etwas mehr als einem Jahr die ersten Bäume für die Umgehungsstraße fielen und sich Protestler in den Weg stellten. Inzwischen ist nicht das sprichwörtliche Gras, sondern das erste Teilstück Asphalt über die Sache gewachsen: Bauabschnitt 1 ist fertiggestellt und abgenommen.

Gute Erfahrungen mit der Bürgersprechstunde 

„Wir haben die Baumaßnahme eigens mit einer Bürgersprechstunde begleitet“, erläutert Melanie Nölke beim Ortstermin, dass Straßen.NRW als Bauherr selbstverständlich wahrgenommen habe, dass an der Lünener Straße in Weddinghofen politisch heikles Terrain für die Umgehungsstraße aufgerissen wird. Das Modell habe sich bewährt: „Anfangs waren 30, 40 oder 50 Menschen da, um sich zu informieren.“ Mit der Zeit seien es nur noch wenige gewesen, meist betroffene Grundeigentümer. „Wir werden die Bürgersprechstunde auf jeden Fall wieder auflegen, wenn es hier weiter geht“, verspricht die Leiterin der Abteilung Straßenbau in der Niederlassung Ruhr (Bochum) beim Landesbetrieb.

Im September startet zweiter Bauabschnitt 

Im September soll der nächste Bautrupp dort ansetzen, wo die Kollegen neulich aufgehört haben: 440 Meter hinter dem neuen Kreisverkehr auf der von den vier Wohnhäusern auf Abstand gebrachten Lünener Straße endet der neue Straßendamm, wo der Wirtschaftweg von Oberaden zum Parkfriedhof die Trasse quert und sich der Maisacker in die Kuhbachsenke streckt. 1460 Meter Straßenbau samt der Brücke über den Kuhbach hat Projektleiter Sebastian Felgenhauer von diesem Punkt aus noch vor der Brust. Insgesamt 1,9 Kilometer ist die mit 14,5 Millionen Euro veranschlagte Spange zur Erich-Ollenhauer-Straße lang.

Von 14,5 Millionen Euro 2,5 Mio. verbaut

2,5 Millionen Euro sind gerade verbaut. Dafür gab es den neuen Kreisel samt Stichstraße und Lärmschutzwall für „Vierhausen“, dazu von der Goekenheide durch den Kreisverkehr bis zum Ortseingang Oberaden einen begleitenden Radweg. Die Stadt hat dort für Beleuchtung gesorgt. Vom Kreisel aus baute Straßen.NRW außerdem den Wirtschaftsweg als asphaltierte Radelstrecke zum Friedhofsweg aus. Der Wermutstropfen dabei: Nur über den Kreisel besteht diese Verbindung weiter, wenn die Bagger wieder anrollen. Der Zweig nach Oberaden wird überbaut. 

Von beiden Seiten auf den Kuhbach zu 

„Wir beginnen hier mit den Aufschüttungen für die Rampe am Brückenbauwerk“, berichtet Felgenhauer. „Außerdem werden wir dann auch von der anderen Seite her bauen und die Brücke von beiden Seiten angehen“, ergänzt Nölke. Im Norden wird für den Anschluss der neuen Straße ein Kreisverkehr so auf die Ollenhauer-Straße gelegt, dass die Querstraßen An der Dorndelle und In der Schlenke mit einem Bogen angeschlossen werden. Die neue Straße wird entlang der Bebauung entlang der Schlenke errichtet und überquert den Heideweg auf der Trasse zur Kuhbachbrücke.

Pantenweg keine Baustellenzufahrt mehr

Da sich nun von Süden über das fertige Teilstück ein Bautrupp den Weg zur Brücke bahnt und ihm von Norden die Kollegen entgegenkommen, wird die Anwohnerschaft am Pantenweg vom intensiven Baustellenverkehr verschont. „Da hätten wir vor der Schule durch verkehrsberuhigten Bereich an den Wohnhäusern vorbei gemusst“, so Felgenhauer. „Das hätten die Anwohner sicher nicht so toll gefunden.“ So wird sich, was diesen Punkt angeht, vielleicht auch hier kein Widerspruch mehr regen. Alles andere bleibt abzuwarten, denn noch ist das Ziel nicht erreicht. Anfang 2023 soll alles fertig sein.

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