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Neuer Blitzer-Anhänger erstmals im Einsatz: Standorte sollen Überraschung bleiben

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Von: Jürgen Menke

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In der ersten Januar-Woche gab‘s noch Schulungen zur neuen Technik, seit Montag ist der neue Blitzer-Anhänger im Einsatz. Erster Standort: die Friedrich-Ebert-Straße in Unna.
In der ersten Januar-Woche gab‘s noch Schulungen zur neuen Technik, seit Montag ist der neue Blitzer-Anhänger im Einsatz. Erster Standort: die Friedrich-Ebert-Straße in Unna. © Anita Lehrke – Kreis Unna

Der neue Blitzer-Anhänger des Kreises Unna ist erstmals im Einsatz. Seit Montag steht der sogenannte Enforcement-Trailer an der Friedrich-Ebert-Straße in Unna. Wann das Gerät zur Tempo-Überwachung von Autos auch in die anderen Kommunen kommt, bleibt ungewiss.

Kreis Unna – Zwar will die Kreisbehörde nach Worten ihres Sprechers Max Rolke nach wie vor mitteilen, an welchen Tagen und an welchen Straßen mit mobiler Technik geblitzt wird. Explizite Vorhersagen für den neuen Anhänger, der fünf Tage und Nächte am Stück einsatzbereit ist, soll es aber nicht geben.

„HWI“ statt „UN“

Der Kreis will den Enforcement-Trailer zunächst ein Jahr lang testen. Der Anhänger ist nur geliehen, daher trägt er kein UN-Kennzeichen. Das Ortskürzel HWI auf dem Nummernschild ist Hinweis auf den Vertragspartner des Kreises, der seinen Sitz in der Hansestadt Wismar hat.

„Unsere Verkehrskontrollen haben das Ziel, dass die jeweils zulässigen Höchstgeschwindigkeiten an Gefahrenstellen eingehalten werden und dass das Geschwindigkeitsniveau generell gesenkt wird“, wird Christian Bornemann, Leiter der Bußgeldstelle, in einer Mitteilung des Kreises zitiert.

Schutz vor Vandalismus

Der Enforcement-Trailer ist als Ergänzung zu den acht über das Kreisgebiet verteilten Starenkästen und den 549 Mess-Standorten für die vier mobilen „Blitzer“-Fahrzeuge des Kreises gedacht. Entscheidender Vorteil des Trailers: „Er kann Tempolimits bis zu fünf Tage lang rund um die Uhr überwachen und ist so geschützt, dass er nicht von Vandalen zerstört werden kann.“ Außerdem arbeite er ohne zusätzlichen Personaleinsatz. Ein solches System werde zum Beispiel auch bei der Autobahnpolizei Dortmund, der Stadt Hamm, dem Kreis Warendorf und dem Märkischen Kreis eingesetzt, heißt es.

Knapp 100.000 Euro

Ein Jahr lang sollen Erfahrungen mit dem Trailer gesammelt werden. Diese werden dann zur Grundlage für die Entscheidung, ob die Technik fester Bestandteil der Tempokontrollen des Kreises wird. Die Kosten für Miete und Betrieb belaufen sich auf knapp 100.000 Euro. Der Kreis Unna geht davon aus, dass diese durch die Einnahme von Verwarngeldern mindestens gedeckt werden.

Der Trailer eignet sich aus Sicht des Kreises besonders für inner- und außerörtliche Schwerpunktmessungen (an Stellen mit hoher Verstoßquote), intensivere Messungen an Unfallhäufungsstellen und Gefahrenpunkten, Messungen in Baustellen und Messung an Ortseingängen und -durchfahrten.

Ziel: Unfälle verhindern

„Mit dem Trailer können wir an Stellen mit einer hohen Verstoßquote deutlich nachhaltiger auf die Verkehrsteilnehmer einwirken und auch zu verschiedenen Tageszeiten vor Ort die Geschwindigkeit messen“, sagt Bornemann. „Das Ziel ist und bleibt dabei, das Geschwindigkeitsniveau zu senken und so in der Folge Unfälle zu verhindern. Nach wie vor gilt es, bei der eigenen Geschwindigkeitsüberwachung die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen und nicht den Profit zu maximieren.“

„Am besten läuft‘s im Straßenverkehr, wenn sich alle an die geltenden Regeln halten“, heißt es beim Kreis Unna. Doch das tue nicht jeder, und nach wie vor sei zu schnelles Fahren eine der Hauptursachen für schwere Unfälle. Die Tempokontrollen sollen die Raser ausbremsen. Ergänzend zur Kontrolltätigkeit der Polizei führe der Kreis Unna regelmäßig Kontrollen an ausgesuchten Gefahrstellen durch. 

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