220 Impfdosen

Neue Hoffnung nach der Spritze: Impfung in größter Bergkamener Senioreneinrichtung klappt reibungslos

Impfung Impfteam Corona
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Das Impfteam um die beiden Ärztinnen Katrin Reckers und Sandra Norkowski und ihren Mitarbeiterinnen Janine Westerhoff und Patricia Kuhn führte die Impfungen in der größten Bergkamener Senioreneinrichtung durch.

Zu wenig Impfdosen, hoher Aufwand, Probleme bei der Logistik – das Klagen über den stotternden Impfstart in den Seniorenheimen in den vergangenen Tagen war groß. Im Hermann-Görlitz-Seniorenzentrum wurde diese Diskussion zwar verfolgt, bestätigen kann die Leitung der Awo-Einrichtung die Probleme aber nicht.

Bergkamen - Vielmehr überwiegt die Erleichterung, dass das neue Jahr für Mitarbeiter und Bewohner so gut begonnen hat. Denn in der größten Bergkamener Senioreneinrichtung fand die erste Impfrunde bereits am Samstag statt.

Noch vor Weihnachten hatte die Einrichtung nach eigenen Angaben den Bewohnern und Angehörigen die Formulare für die Impfaktion gegen Covid-19 zur Verfügung gestellt. Bereits am Montag nach Weihnachten seien 80 Prozent der Dokumente beisammen gewesen. Einrichtungsleiter Ludger Moor hatte daraufhin Kontakt mit den Vertretern der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) und der Impfstoffhotline aufgenommen. Der 2. Januar wurde als Termin vereinbart und die erforderlichen 220 Dosen des Impfstoffes für alle Impfwilligen bestellt.

Bewohner sind erleichtert

Am Neujahrstag sei der Impfstoff dann geliefert worden, sodass das vierköpfige Impfteam rund um die Ärztinnen Katrin Reckers und Sandra Norkowski am Samstag um 9.30 Uhr mit dem Impfen begann.

Die letzte Dosis sei um 17 Uhr in dem zum Impfzentrum umfunktionierten Räumen der Einrichtung verabreicht worden.

Für die Bewohner bedankte sich die Beiratsvorsitzende Irmgard Zschäbitz für die schnelle Anmeldung bei der KVWL und die ruhige, unaufgeregte Durchführung der Impfaktion. „Man konnte bei vielen von uns die sprichwörtlichen Steine förmlich fallen hören. Wir hoffen nun, in einigen Wochen wieder angstfrei unsere Angehörigen empfangen zu können. Vielleicht können wir auch wieder an Gruppenangeboten teilnehmen,“ freute sich die Beiratsvorsitzende.

Genaue Zahlen zu den geimpften Bewohnern und Mitarbeitern nannte Ludger Moor nicht. „Die Awo akzeptiert die freie Entscheidung jedes Einzelnen zur Impfung und beteiligt sich nicht an einem Wettrennen um höchste prozentuale Teilnehmerzahlen“, erklärte Moor. Die Impfungen sollen ein erster Schritt zurück in Richtung Normalität sein. Moor hofft, dass er und seine Mitarbeiter nun ruhiger und ohne Angst vor einem großen Ausbruch schlafen können.

Großer Aufwand für die Mitarbeiter

Für die Leistung seines Mitarbeiterteams hat der Einrichtungsleiter nur Lob. „Was die Kollegen in den letzten Monaten bis an und über ihre körperliche und psychische Belastungsgrenze hinausgehend geleistet haben, ist von Außenstehenden nur in Ansätzen einschätzbar. Die Vorbereitung auf den Impftag toppte noch einmal alles.“ Da bei den Formularen nicht immer alle Unterlagen vollständig abgegeben wurden oder erforderliche Unterschriften zum Teil fehlten, mussten zum Beispiel viele Angehörige nochmals angerufen werden.

Die Impfungen selbst seien reibungslos verlaufen. In der Einrichtung war ein Einbahnstraßensystem mit den einzelnen Stationen – Wartebereich, Anmeldung, Impfbereich und Raum zur Beobachtung – eingerichtet worden. Aus einem Ruheraum, einer Wohnküche, einem Wohnzimmer, einem Saal und einem römischen Café musste ein den hygienischen Ansprüchen genügendes Impfzentrum mit zwei Impfkabinen geschaffen werden. Da nur noch wenige Bewohner einen Impfausweis haben, seien zudem Ersatzpapiere oder Kontrolllisten vorbereitet worden.

Zweite Impfung folgt in drei bis vier Wochen

Auch die Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung habe gut funktioniert. „Wenn man bedenkt, welche Mammutaufgaben die KVWL und ihre Vertreter vor Ort in kürzester Zeit zu bewältigen haben, können wir in unserer Einrichtung nur von positiven Erfahrungen berichten“, sagte Moor.

Das Ärzteteam zeigte sich ebenfalls zufrieden. „Mein Team und ich konnten uns nichts Schöneres vorstellen, als das neue Jahr so sinnvoll mit einem so große Hoffnung gebenden Auftakt zu beginnen,“ erklärte Reckers.

In drei bis vier Wochen soll es nun mit der zweiten Impfrunde weitergehen. Bis dahin sollen Besucher aber weiterhin zur großen Vorsicht ermahnt werden.

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