Einschränkungen durch Corona

Neubeginn in der Pandemie: Der neue Leiter der Stadtbibliothek Bergkamen blickt auf sein erstes Jahr zurück

Jörg Feierabend Bücher Bücherei Bibliothek Bücherregale
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Gerade in der Kinder- und Jugendabteilung der Stadtbibliothek hat Leiter Jörg Feierabend im ersten Jahr einige Veränderungen vorgenommen. Sein Ziel ist es, vor allem mehr Jugendliche in die Bücherei zu holen.

Ein Jahr ist es nun her, dass Jörg Feierabend seine Stelle als Leiter der Stadtbibliothek angetreten hat. Es waren zwölf ungewöhnliche Monate – mit deutlich weniger Kundenkontakten als Feierabend sie sich gewünscht hätte. Aber auch ein Jahr, in dem er und sein Team viel geschafft haben.

Bergkamen – Fast die Hälfte der Zeit, die Jörg Feierabend in Bergkamen tätig ist, hatte die Stadtbücherei coronabedingt geschlossen. „Schwierig“, sagt Feierabend. Ohne die Pandemie sei der Auftakt sicher einfacher gewesen. Deutlich anders und geprägter vom Kontakt zu den Menschen. Gerade an dem liegt Feierabend viel, er sieht die Bücherei auch als Treffpunkt und Ort für Veranstaltungen. All das ist in seinem ersten Jahr gezwungenermaßen zu kurz gekommen.

Viel geschafft haben er und seine Mannschaft trotzdem. Konzeptionell gesehen sogar mehr, als das ohne Corona möglich gewesen wäre. Akribisch durchforstete das Team den Katalog der Bücherei. „Wir haben rund 10 000 Medien makuliert“, erzählt Feierabend. Alles, was veraltet oder fünf Jahre nicht mehr ausgeliehen worden war, verschwand aus den Regalen. „Dadurch haben wir mehr Platz in den Regalen und können besondere Titel frontal und dadurch besser präsentieren, weil sie sofort ins Auge fallen.“

In den Regalen wird ausgemistet

Den Romanbereich haben die Mitarbeiter schon komplett umstrukturiert. Statt einer großen alphabetisch sortierten Sammlung gibt es dort nun verschiedene Interessenbereiche wie „Liebe“, „Humor“, „Fantasie“, innerhalb derer die Bücher wiederum nach Alphabet sortiert sind. „Dadurch finden die Leser sich schneller zurecht, auch die Beschriftungen der Bücher sind einfacher gehalten.“ Die Rückmeldungen der Kunden seien bisher sehr positiv gewesen. Auch im Sachbuchbereich gibt es erste Interessenkreise, weitere sollen folgen.

Unter der Regie von Feierabend tut sich gerade auch in der Kinder- und der Jugendbücherei viel. „Die Geräte an den festen PC-Arbeitsplätzen waren veraltet, die kommen weg“, erzählt Feierabend. Stattdessen sollen die jungen Besucher sich künftig Laptops für die Arbeit in der Bücherei ausleihen können. Und auch die Regale werden übersichtlicher. „Alles, was ein paar Jahre nicht ausgeliehen wurde, kommt raus“, kündigt Feierabend an. „Wobei wir da natürlich im Blick haben, das die Jugendbücherei fast eineinhalb Jahre geschlossen war.“ Im Kinderbereich sei schon einiges aus den Regalen verschwunden, anderes in neuem Mobiliar zur besseren Präsentation untergekommen. „So werden die Kinder nicht von einer schieren Masse erschlagen, sondern können direkt am Buchcover erkennen, was ihnen gefällt.“

Pläne für neue Ausleihtechnik

Die Pläne für die nächsten zwei Jahre stehen auch schon. „Nächstes Jahr widmen wir uns der RFID und der dazu notwendigen Technik wie Etiketten und neuen Gates im Eingangsbereich“, so Feierabend. Dabei werden die Bücher mit speziellen Etiketten ausgestattet, sodass die Leser sie selbst ausleihen und wieder zurückbuchen können. „Radio-Frequency Identification“ heißt der Fachbegriff.

All das Geschaffte und die Pläne täuschten den Leiter aber nicht darüber hinweg, dass die Kontakte zu den Menschen bisher fehlten. Denn es sind gerade die, die Feierabend genießt, die für ihn einfach dazu gehören. Auch, um mehr Jugendliche für die Bücherei zu gewinnen. Kinder kämen über die Schule in die Bibliothek, Erwachsene als Leser. „Aber dazwischen ist eine Lücke“, bedauert er. Besuche in der Schule, Führungen für Schulklassen – all das sei wegen Corona nicht möglich gewesen. „Das fängt jetzt ganz langsam wieder an“, erzählt er.

Auch „netzwerken“ sei während der vergangenen Monate schwierig gewesen. Dabei möchte er eigentlich mit vielen anderen Einrichtungen kooperieren. Und eben die Menschen in die Bücherei holen. „Wir warten wirklich sehnsüchtig darauf, dass wir wieder Lesungen und andere Veranstaltungen anbieten können.“

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