„Faszination Bewegung“

Neuanfang nach kreativer Stille: Fünf Künstlerinnen stellen in der Ökologiestation Bergkamen aus

Die Künstlerinnen Heike Behrens, Tania Mairitsch-Korte, Kerstin Donkervoort, Anette Heuer und Susanne Specht Ausstellung
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Die Künstlerinnen Heike Behrens, Tania Mairitsch-Korte, Kerstin Donkervoort, Anette Heuer und Susanne Specht (von links) freuten sich sichtlich, ihre Kunstwerke wieder einem Publikum präsentieren zu können.

Mit der „Faszination Bewegung“ befasst sich eine neue Ausstellung in der Ökologiestation in Bergkamen-Heil. Fünf Künstlerinnen sind beteiligt.

Bergkamen – Fünf Künstlerinnen, fünf Betrachtungs- und Arbeitsweisen. Treffend, dass Tania Mairitsch-Korte, Anette Heuer, Susanne Specht, Kerstin Donkervoort und Heike Behrens die Perspektive zu ihrem Bindeglied machten. „Blickwinkel“ nennt sich das Quintett und stellt seit zwei Jahren gemeinsam aus. Die Schau „Faszination Bewegung“ ist seit Donnerstag in der Ökologiestation in Bergkamen-Heil zu sehen.

Der Titel passt im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Ein Überblick:

Anette Heuer und Heike Behrens verbildlichten Bewegungen direkt. Heuer bringt mit Lichtspuren die Hektik und automobile Bewegung der Großstadt auf die Leinwand wie eine fröhlich am Strand hochspringende Gruppe. Im Gegensatz dazu steht ein Triptychon der Steilküste Rügens. Nur zu ahnen ist die Bewegung der Blätter von säumenden Buchenbäumen, die Ostsee ist nach einer Sturmflut wieder zur Ruhe gekommen.

Heinrich Behrens führte die zahlreichen Besucher der Vernissage in die Ausstellung ein.

Sehr vielfältig geht Heike Behrens das Thema an. Pastellkreide bringt per Wischtechnik Bewegung in die Pedalarbeit eines Radlers oder die Figuren einer Tänzerin. Leichte Wellen lassen das Spiegelbild einer Frau im Wasser verschwimmen. Die Künstlerin bringt ganz konkret Bewegung in Bestehendes: Sie zerschneidet Linoldrucke und ordnet sie zu Neuem.

Für Susanne Specht seien die floralen Motive ein Ausbruch aus dem Stillstand durch Corona, erzählte Laudator Heinrich Behrens bei der Vernissage den knapp 80 Besuchern. Es sei ein positiver Neuanfang nach kreativer Stille.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung ist noch bis zum 26. September montags bis donnerstags von 8.30 Uhr bis 16 Uhr und freitags von 8.30 Uhr bis 14 Uhr geöffnet. Durch Tagungen und Seminare kann zeitweise der Zugang behindert werden. Besucher sollten sich vorab bei der Ökologiestation informieren.

Kerstin Donkervoort hingegen lebe von der Bewegung beim Entstehen eines Gemäldes. Sie nutzt unterschiedliche Techniken vom Pinsel bis zum Spachtel, setzt Akzente mit verlaufenden Farben, schaut, wohin diese sie führen. Dabei hat Donkervoort nicht nur Leinwände bearbeitet, sondern auch Holzquader, „Art to go“ sowie ihre „Wood People“, gestaltete Bretter.

Tania Mairitsch-Korte kann ihr von Grafik geprägtes Elternhaus nicht verleugnen. Die Diplom-Designerin spielt mit radierten Elementen, lässt Linien unter weißer Farbe verschwinden, setzt Textfragmente ein. Farbe spielt bei der Hammerin die Rolle des Markers. Mairitsch-Korte arbeite nach Plan und Zufall, erklärte Heinrich Behrens. Alle Künstlerinnen würden die Illusion der Bewegung auf die starre Leinwand bringen.

„Schön ist es, hier wieder soviele Besucher zu sehen“, freute sich Programmmacher Michael Bub vom Umweltzentrum Westfalen über die Kulisse. Seine eingestreute „3G“-Abfrage brachte ein 100-prozentiges „Ja“. Dann könnten ja alle wiederkommen, auch nach den Regeln der neuen Corona-Verordnung. Kunstfreunde, die es nicht geschafft haben, können die Ausstellung „Faszination Bewegung“ noch bis zum 26. September sehen.

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