Neueröffnung im Sommer

„Nauticus“ wird zum „Pier 47“: Das passiert in beliebtem Ausflugsziel am Kanal

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„Wasser ist sexy“, meint Investor Rainer Enste aus Werne. Er will mit seinem neuen Restaurant „Pier 47“ dazu beitragen, dass die Marina ein Anziehungspunkt in der Region wird.

„Wasser ist sexy“ meint Investor Rainer Enste. Mit einem neuen Restaurant will er der Marina in Bergkamen-Rünthe neues Leben einhauchen.

Rünthe – Für ihn ist die Marina Rünthe einer der schönsten Orte im Kreis Unna. Traurig sei es, dass bisher keiner das Potenzial nutzte, um den Bergkamener Sportboothafen zum Anziehungspunkt der Region zu machen, meint der Werner Rainer Enste, der dort jetzt groß investieren will. Der 54-Jährige eröffnet im Juni gemeinsam mit seinem Schwager David Seepe das „Pier 47“ im ehemaligen Restaurant „Nauticus“.

Der Name ist Programm. „Man muss immer eine Story verkaufen“, erklärt der Unternehmensberater mit dem Schwerpunkt Gastronomie. Das Wort „Pier“ stelle den Zusammenhang mit dem Hafen und Wasser her. Die 47 stehe für die beiden ersten Ziffern der ehemaligen Postleitzahl Wernes und Bergkamens.

Mitinvestor ist Koch beim DFB

Seit 25 Jahren kümmert er sich um die Standort- und Projektentwicklung zahlreicher Gastroketten vom „Café del Sol“ bis zu „Starbucks“. „In dem Zusammenhang bin ich damals mit Thilo Kamps zusammengekommen. Er hat mich gefragt, ob ich eine Idee hätte für das Nauticus“, berichtet Enste über seine Gespräche mit dem Eigentümer der Immobilie.

Enste selbst wird sich weiterhin in seiner Firma engagieren. Der Kamener David Seepe steht ebenfalls nicht ständig in Rünthe hinter der Theke: Er ist Koch in der Sportschule Kaiserau, war schon mit der Fußballnationalelf unterwegs und wird auch weiterhin für den Deutschen Fußballbund arbeiten. Die beiden wollen als Mieter und Investoren der Immobilie der Kamps Holding die Marina zum Magneten machen. „Obwohl David ein bisschen mehr machen wird in Rünthe als ich“, sagt Enste.

Personal wie ein Betriebsleiter, Koch, Barmann, -frau und Bedienungen würden noch gesucht. Gearbeitet werden soll im Zweischichtbetrieb. Öffnungszeiten: von morgens um 9 Uhr bis in den Abend, am Wochenende auch Richtung Mitternacht.

Street Food in neuem Gewand

„Der Standort ist nicht unkompliziert“, erklärt Enste. „Hier müssen sie sich im Sommer groß machen und im Winter klein.“ Dass der Winter tot sein muss, lässt Enste aber nicht gelten. Er verweist auf das Henne-Ei-Prinzip. „Man muss Aufmerksamkeit erzeugen, damit die Leute auch im Winter in den Hafen kommen. Wir werden 365 Tage im Jahr da sein. Das ist die Herausforderung.“

Morgens soll ein Frühstück im Angebot sein, am Wochenende eventuell ein Büffet. Ansonsten setzt der Projektentwickler auf unkompliziertes Essen. „Urban Marina Food“ nennt Enste das künftige Angebot. „Street Food, aber anders“, beschreibt er. Dazu gehören auch das Fischbrötchen und die Currywurst. Allerdings nicht im traditionellen Gewand. „Die Pizza hat sich doch auch enorm verändert in den vergangenen 70 Jahren, die Pommes gibt es zum Beispiel kanadisch mit Bratensoße und Käsebruch als Poutine, den Burger gibt es natürlich auch, alles nicht mit Goldkruste und Schischi, qualitativ ansprechend, aber zu normalen Preisen.“ Zudem solle es Bowls geben, erklärt Enste.

Im Sommer soll das „Pier 47“ in den ehemaligen Räumen des Restaurants „Nauticus“ eröffnen.

„Fish and Chips wird ein großes Thema werden. Wir müssen eine Nachfrage kreieren, die die Leute aus Hamm und Lünen in die Marina zieht. An einem Wochenende mit gutem Wetter kann es sein, das wir draußen Fisch grillen.“ Festgezurrt sei das Angebot keineswegs. Serviert wird im großen Außenbereich mit 180 Sitzgelegenheiten auf Sand. Dieser Beach werde auch eine Außenbar bekommen. Drinnen werden Plätze für 60 Personen zur Verfügung stehen.

Man muss Aufmerksamkeit erzeugen, damit die Leute auch im Winter in den Hafen kommen. Wir werden 365 Tage im Jahr da sein. Das ist die Herausforderung.

Investor Rainer Enste

„Wir werden ein Grundprogramm anbieten, haben im Blick, dass wir in der Küche nicht vier Köche stehen haben, da bricht jede Kalkulation zusammen. In der Küche müssen wir so flexibel wie möglich sein“, sagt Enste. Auch in den Wintermonaten soll es Tage mit gutem Besuch geben. Die Menschen sollten verinnerlichen, dass die Marina ein Ort sei, wo man sich mit Freunden treffen kann – das ganze Jahr über. Enste setzt auf die Kommunikation mit den anderen Anbietern, will ein attraktives Paket schnüren. Er ist überzeugt, dass die Marina es schaffen kann, Menschen anzuziehen.

„Es passiert doch noch enorm viel“, begründet er. Die Wasserstadt Aden, die Internationale Gartenschau, der Radschnellweg 1, die Surfworld 2023 in Werne zählt er auf. All das bringe Frequenz in die Region. „Und wenn unser Konzept funktioniert, werden wir vielleicht zum Magnet für andere Anbieter. Wasser ist sexy und ein Aufenthalt in einer solch tollen Atmosphäre der Marina ist so etwas wie ein kleiner Urlaub. Das hat man in NRW nicht allzu oft in der Nähe.“

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