Bergkamen startet Sanierung

Schnell noch mal ins Museum: Ab Juli dürfen nur noch die Handwerker hinein

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Der Anbau am Museum macht Fortschritte, ab Juli wird das Haupthaus saniert.

Bergkamen - Wer die Geschichte Bergkamens ergründen will, sollte sich sputen. Das Museum schließt ab Juli.

Dabei ist das Haus an der Jahnstraße nach einer Corona-Zwangspause gerade mal seit drei Wochen wieder geöffnet. Der Grund für die neuerliche und dabei noch längere Schließung ist die geplante Sanierung des Haupthauses. Während aktuell ein Anbau errichtet wird, der künftig Haupteingang, Café, Garderobe, Museumsshop und auch einen Versammlungsraum beherbergen soll, nehmen die Verantwortlichen bereits die angestammten Museumsräume in den Blick. Sie müssen ausgeräumt, die Exponate gesichert werden, ehe Fenster, Fassade, Dach und Installationen erneuert beziehungsweise instandgesetzt werden können.

Stadt investiert fünf Millionen Euro 

Das Projekt „Neukonzeption des Stadtmuseums“ war Ende 2018 mit einstimmigem Beschluss im Stadtrat auf den Weg gebracht worden und besteht aus drei Einzelmaßnahmen. Neben dem Neubau, für das Mitte Mai Richtfest gefeiert wurde und das den Projektnamen „Kulturforum Bergkamen“ trägt, sowie der Sanierung des Altgebäudes soll in einem letzten Schritt auch der Museumsvorplatz samt Parkplatz neu gestaltet werden. Laut dem Beigeordneten Marc Alexander Ulrich belaufen sich die geschätzten Gesamtkosten aktuell auf knapp fünf Millionen Euro, rund 2,4 Millionen entfallen demnach auf den Altbau. Mit dessen Sanierung solle nach aktueller Planung Anfang 2021 begonnen werden.

Galerie Sohle 1 vorerst nicht betroffen

Die Errichtung des neuen Gebäudes liege im Zeitplan, mit einer Fertigstellung und Einweihung sei im November zu rechnen. „Wir wollten an den Komplex ganzheitlich ran und ihn energetisch auf den neuesten Stand bringen, damit er dann viele Jahre uneingeschränkt genutzt werden kann“, sagt Ullrich. Lieber nehme man längere Schließungszeiten in Kauf, als immer neue Baumaßnahmen durchzuführen. Von der Schließung nicht betroffen ist zunächst die Galerie Sohle 1, die sich im Altgebäude befindet und deren Räume erst vor Kurzem saniert wurden. 

Museumsteam trägt Angebot in die Stadt

Wie sich die Situation im nächsten Jahr darstelle, sei noch nicht absehbar, verdeutlicht Bergkamens Kulturreferentin Simone Schmidt-Apel. Ihren Worten nach machen aber weder das Museum noch die Sohle 1 Pause, zumal im Herbst die neuen Räume im Anbau zur Verfügung stünden. Das Museumsteam beabsichtige zudem, verstärkt Angebote an anderen geschichtsträchtigen Orten im Stadtgebiet wie dem Römerpark zu machen und auch in die Schulen zu gehen. Hierbei werde man allerdings durch die Corona-Pandemie ausgebremst. „Es ist aber immer was los“, verspricht Schmidt-Apel.

Zwischenbilanz im Kulturausschuss 

Das Thema Neukonzeption steht auch auf der Tagesordnung des Kulturausschusses, der am Montag, 15. Juni, um 16 Uhr im Ratssaal zusammenkommt. Dann will die Verwaltung einen detaillierten Überblick über den Fortgang der Arbeiten geben. Wie lange die Sanierung des Altbaus dauere, ließe sich aktuell nicht abschätzen, sagt Ulrich. Noch seien viele Arbeiten gar nicht vergeben. Auch dem Brandschutz werde im Zuge der Arbeiten genüge getan. Die Besucher-Resonanz im Stadtmuseum nach der Corona-Pause war zunächst verhalten. Die Zahlen sind zuletzt aber wieder deutlich gestiegen, wie zu hören ist. 

Coronaschutz: Einbahnstraße durchs Haus

Zum Schutz vor Ansteckungen mit dem Virus hat die Einrichtung ein „Einbahnstraßen-System“ eingerichtet. Hinein geht’s über die Holztreppe, hinaus über das große Treppenhaus. Während der gesamten Besuchszeit ist ein Mund-Nasenschutz zu tragen. Die Römer- und die bergmännische Abteilung im Stadtmuseum sind derzeit noch in Gänze zu bestaunen. Gesperrt ist aber bereits das Außengelände, in dem sich unter anderem ein Lehrstollen befindet. Auch die Ausstellung zur Stadtgeschichte ist nur eingeschränkt zu sehen; hier ist in Vorbereitung auf die Sanierung unter anderem der Tante-Emma-Laden abgebaut worden. Eine Sonderausstellung gibt es derzeit nicht

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