Nach Vergewaltigung in Bergkamen: War der Täter alkoholabhängig?

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Der geständige Täter neben seinem Verteidiger.

Bergkamen/Dortmund – Wie viel Alkohol hat der Vergewaltiger einer 15-jährigen Schülerin aus Bergkamen in den Wochen vor der Tat und womöglich am eigentlichen Tattag am 13. Juli 2019 getrunken? War er damals womöglich alkoholabhängig?

Antworten auf diese für die Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten wichtige Fragen erhofften sich die Prozessbeteiligten auch von zwei Kioskmitarbeiterinnen.

Die beiden Schwestern hatten jahrelang mehrmals täglich Kontakt mit dem heute 33-jährigen. „Er war Stammkunde, kam drei bis vier Mal am Tag und hat kleine Fläschchen Jägermeister gekauft“ beschrieben die Angestellten eines Bergkamener Kiosks als Zeuginnen. 

Immer "nett und höflich"

Man habe schon den Eindruck gehabt, dass er den Alkohol brauche. Aber da sei er nicht der Einzige, gab eine der Schwester einen Einblick in die alltägliche Geschäftspraxis. Aber der Stammkunde sei immer „nett und höflich“ gewesen, nie angetrunken oder ausfallend. An seinen Alkoholkonsum am Tattag selbst konnten die beiden Angestellten sich nicht erinnern. 

Sie wissen nicht, ob er an diesem Tag überhaupt ihr Kunde war. Neben der Frage nach seinem Alkoholkonsum will das Gericht unter anderem aufklären, ob der geständige Vergewaltiger schon früher gewalttätig geworden ist. So soll seine Ex-Frau aus Polen per Videokonferenz aussagen oder mit vielen Corona-Einschränkungen im Verlaufe der nächsten Wochen persönlich vor dem Dortmunder Landgericht als Zeugin erscheinen. 

Der Angeklagte hatte nach anfänglichem Leugnen zugegeben, am 13. Juli vergangenen Jahres eine 15-Jährige zu Boden geschlagen und vergewaltigt zu haben. Sieben Jahre zuvor soll er eine 38-Jährige in Kamen misshandelt und sexuell attackiert haben. Der Prozess wird am 26. Mai fortgesetzt.

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