Lange Haft für Angeklagten

Schlägerei bei McDonalds: Polizistin erleidet schwere Rippen-Prellung

Die McDonald‘s-Filiale im Märkischen Kreis musste kurzfristig geschlossen werden. 
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Schlägerei im Fastfood-Restaurant: Eine Polizistin wurde verletzt. 

Bei einer Schlägerei bei McDonalds wurde eine Polizistin verletzt. Jetzt wurde der Randalierer verurteilt.

Bergkamen - Versuchte Gefangenenbefreiung, gefährliche Körperverletzung, versuchte gefährliche Körperverletzung und tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte – die Liste der vom Angeklagten im Amtsgericht Kamen verwirklichten Straftatbestände war lang. Und so wundert es auch nicht, dass der Prozess mit zwei Jahren und zehn Monaten Haft endete.

Am 17. Januar begab sich eine Polizeistreife zu einer Schlägerei an einem Fastfood-Restaurant an der Wernerstraße in Bergkamen. Vor Ort trafen die Beamten auf etwa 20 Menschen. Die Polizisten versuchten, die Menge auseinanderzubringen. Dabei soll sich ein Beteiligter besonders aufmüpfig gezeigt, und eine Polizistin mehrfach angerempelt haben. Daraufhin beschlossen die Beamten, den Mann zu fixieren.

Nun kam der Angeklagte ins Spiel. Der war zuvor offenbar in die Schlägerei involviert, versuchte allerdings jetzt, seinen Kumpel aus ebenjener Fixierung zu befreien. Dazu, so die Anklageschrift, sprang der 22-Jährige mit geschlossenen Füßen gegen die Rippen der hockenden Polizistin. Anschließend versuchte der Angeklagte, den anderen Polizisten gegen den Kopf zu treten – traf diesen aber nicht.

Angeklagter leugnet die Taten

Im Gericht erklärte der Bergkamener, ein anderer habe die Polizisten attackiert. Wie sich aus den Akten ergab, war der vom Angeklagten Benannte, zur Tatzeit aber längst weg. Und so ruderte der 22-Jährige zurück, und gab zu, seinen Kumpel habe losmachen zu wollen. „Aber ich habe niemals einen Beamten getreten. Ich habe lediglich versucht, sie wegzuziehen.“

Die Polizistin hatte sich bei dem Einsatz eine schwere Rippenprellung zugezogen. Im Zeugenstand erklärte sie, zwar nicht gesehen zu haben, dass der Angeklagte gegen sie gesprungen war, allerdings sei er der Einzige dort gewesen. Sie sei schon länger im Dienst, aber so etwas sei ihr noch nie passiert: „Es war wie so ein Film, der abgelaufen ist.“

Kollege stellt Verbindung zum Angeklagten her

Am Ende waren mehr als zehn Beamte an dem Fastfood-Restaurant im Einsatz. Neben der Rippenprellung hatte sich die Polizistin das Knie überdehnt und ein Hämatom am Schienbein zugezogen. Ihr Kollege, der eine Bänderdehnung und Schürfwunden von dem Einsatz davontrug, gab an, der Mann, der versucht habe, ihn zu treten, sei der Angeklagte. Und er gehe davon aus, dass der 22-Jährige es ebenso war, der zuvor auf seine Kollegin eingetreten hatte. Das habe er im Augenwinkel beobachtet, erklärte er.

„Fakt ist, Sie sind der Täter“, fasste der Richter am Ende die Beweisaufnahme zusammen. Grund für die Höhe der Strafe waren einschlägige Vorstrafen und die Verletzungen der Polizisten.

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