Sicherheitsdienst im Einsatz

Nach der Räumung in Bergkamen: Stadt wehrt sich gegen Vorwürfe

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Sicherheitsdienst und Bauzaun versperren nun den Zugang zu den Wohnhäusern an der Töddinghauser Straße.

Bergkamen – Am Tag nach der plötzlichen Räumung der beiden Hochhäuser an der Töddinghauser Straße gibt es in den sozialen Netzwerken viele Spekulationen und Verschwörungstheorien, warum die Häuser evakuiert werden mussten. Herbe Kritik erntet die Stadt aber vor allem wegen der Nutzungsgebühr für die Notunterkünfte.

Gestern Nachmittag waren es noch 16 Personen, die auf die Schnelle keine andere Unterkunft finden konnten und in den Häusern an der Fritz-Husemann-Straße untergebracht wurden. 

„Wir sind uns alle dieser prekären Situation bewusst, aber ich bin zuversichtlich, dass wir für die Anliegen und Sorgen nicht nur ein offenes Ohr haben, sondern auch eine angemessene Lösung finden“, reagierte Beigeordnete Christine Busch auf die Vorwürfe in den sozialen Medien. 

Versicherung könnte für Kosten aufkommen

Die Mitarbeiter des Sozialamtes stünden in unmittelbarem Kontakt zu den Betroffenen. Die Kosten der Unterbringung, die wegen eines Schadenereignisses notwendig werden, würden aber regulär von Versicherungen übernommen. 

„Insofern kann auch rückblickend für die vergangenen Jahrzehnte festgestellt werden, dass die ja meist unfreiwillige Nutzung der städtischen Einrichtung zu keiner zusätzlichen Belastung für die Betroffenen geführt hat“, betont Busch. 

Evakuierung in Bergkamen an der Töddinghauser Straße

Am Mittwoch hatten das Bauaufsichtsamt der Stadtverwaltung Bergkamen, die Brandschutzdienststelle des Kreises Unna und der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Bergkamen bei der Erkundung der Gebäude Töddinghauser Straße 135 und 137 gravierende Brandschutzmängel festgestellt. 

Die können auch mit einer Entkopplung von den leer stehenden Turmarkaden nicht behoben werden. In den beiden Häusern selbst müssen Maßnahmen für die Sicherheit der Bewohner ergriffen werden. Solange dies nicht erfolgt ist, dürfen die Häuser nicht bewohnt werden. „Wir haben das Gebäude gesichert“, erklärte André Beckschulte, der von den Eigentümern vor vier Monaten zum Verwalter der Immobilie bestellt wurde. 

Zugänge gesichert

„Wir haben die Schlösser der Eingangstüren und des Kellers gewechselt, sodass der Zugang nur noch über die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes möglich ist.“ Die sind rund um die Uhr nicht nur zur Sicherung des Gebäudes gegen Einbrecher und Plünderer anwesend, sie begleiten die Wohnungsbesitzer auch gerne einzeln und nacheinander in ihre Wohnungen, damit diese noch weitere Dinge holen können. 

„Wir geben jedem am Anfang fünf Minuten Zeit in der Wohnung“, sagt Beckschulte und erklärt die Kürze der Zeit mit dem Plan, lange Wartezeiten vermeiden zu wollen. „Es werden am Anfang viele kommen. Jeder wird noch irgendwas benötigen“, glaubt Beckschulte.

Gutachter untersucht Brandschutz

Der Sicherheitsdienst wird deshalb genau dokumentieren, wer wann wohin geht. Beckschulte ist derweil damit befasst, an einer schnellen Lösung der Probleme zu arbeiten. Er hat bereits einen Gutachter bestellt, der die Häuser hinsichtlich des Brandschutzes untersuchen soll. 

Bei Wilhelm Tigges von der Planungsgruppe K, die auch das neue Feuerwehrhaus in Rünthe plante, handelt es sich um den ehemaligen leitenden Branddirektor der Feuerwehr Hamm. „Das ist ein Fachmann“, sagt Beckschulte. 

Der Bauzaun soll Plünderer abhalten.

Tigges wird die Häuser am Freitag mit der Feuerwehr und der Bauordnung begehen. „Dann wissen wir, um welche Stellen es geht. Bis jetzt ist überhaupt noch nicht raus, was Sache ist“, erklärt Beckschulte. Erst wenn das klar sei, wisse man, was zu tun ist, was es kosten und wie lange es dauern wird. 

Und dann muss sich die Eigentümergemeinschaft auf Maßnahmen einigen, über deren Umfang Beckschulte nicht spekulieren will. In der nächsten Woche, so schätzt der Verwalter, sei man einen deutlichen Schritt weiter. Der Gebäudeversicherung sei der Fall aber auch schon gemeldet worden.

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