"Würde uns alle umbringen"

Mann soll Stieftöchter vergewaltigt haben: Frauen sind schwer traumatisiert

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Symbolbild

Die beiden Frauen sind durch das im Raum stehende Missbrauchsgeschehen offenbar schwer traumatisiert. Im Zeugenstand versuchten sie, dem Blickkontakt mit ihrem mutmaßlichen Peiniger zu entgehen. 

Bergkamen– Zweiter Prozesstag bei der Vernehmung der beiden mutmaßlichen Missbrauchsopfer eines mittlerweile 50-jährigen Bergkameners: Nachdem zunächst eine 31-jährige von ihren im Raum stehenden Missbrauchserlebnissen berichtet hatte, hatte gestern ihre drei Jahre jüngere Schwester vor dem Dortmunder Landgericht das Wort.

Auch sie lebt inzwischen in Österreich, nachdem sie zehn Jahre lang in wechselnden Wohnungen in Bergkamen, Bönen und Dortmund mit dem damaligen Ehemann der gemeinsamen Mutter gelebt hatte. Auch sie berichtete als Belastungszeugin von jahrelangen sexuellen Übergriffen durch ihren Stiefvater.

Begonnen hätten die Attacken mit ihrem neunten Lebensjahr, seien stets begleitet gewesen von Einschüchterungen und Drohungen. „Es sagte, dass ich nichts sagen dürfe, weil wir ansonsten alle ins Heim kämen oder er uns alle umbringen würde“, erinnerte sich die Zeugin unter Tränen an den als übermächtig erlebten Stiefvater.

Die 31-jährige hatte sich nach eigenen Worten niemals jemandem anvertraut und über das Erlebte gesprochen. Erst vor drei Jahren öffnete sie sich ihrer Schwester und erstattete genau wie diese Strafanzeige gegen den mutmaßlichen Peiniger. Im Zeugenstand versuchten beide, den Sichtkontakt mit ihrem früheren Stiefvater auf de Anklagebank zu vermeiden, griffen immer wieder weinend an die Hand ihrer sie begleitenden Anwältin.

Beide Frauen sind durch das im Raum stehende Missbrauchsgeschehen offenbar schwer traumatisiert, hatten Schwierigkeiten, vertrauensvolle Liebesbeziehungen aufzubauen und haben psychische Probleme. Der Prozess gegen den bislang schweigenden Bergkamener wird Anfang November fortgesetzt.

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