Stadt will „nachbessern“

Nach Haltestellen-Umbau: Neue Hürden statt Barrierefreiheit

Der Umbau der Haltestellen hat teils auch zu größerem Gehweg-Gefälle geführt – unter anderem an der Overberger Straße (Haltestelle Kettelersiedlung).
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Der Umbau der Haltestellen hat teils auch zu größerem Gehweg-Gefälle geführt – unter anderem an der Overberger Straße (Haltestelle Kettelersiedlung).

Die barrierefreie Umgestaltung von Bushaltestellen in Bergkamen schreitet voran. Ende dieses Jahres würden insgesamt 58 erneuert sein, berichtete Planungsamtschef Thomas Reichling im Ausschuss für Bauen und Verkehr – darunter auch jene am zentralen Busbahnhof. Allerdings müsse in Teilen auch schon „nachgebessert“ werden.

Bergkamen – Etwa an der Overberger Straße in Rünthe. Hier wurde unter anderem die Haltestelle Kettelersiedlung mit taktilem Pflaster für Sehbehinderte sowie mit erhöhten Bordsteinen zum besseren Einstieg versehen. In der Folge aber gibt es zwischen den Grundstückseinfahrten und dem Bus-Stopp ein stärkeres Gehweg-Gefälle, das wiederum ein Hindernis für Menschen mit Rollstuhl oder Rollator darstellt.

Davon hatte SPD-Ratsfrau Monika Wernau in der Ausschusssitzung berichtet. Je nach Örtlichkeit sei solch ein Negativ-Effekt mal stärker, mal weniger stark ausgeprägt, meinte Reichling.

Auch 2022 und danach noch viel zu tun

Insgesamt 203 Bushaltestellen gebe es in Bergkamen, für 163 sei die Stadt verantwortlich, erläuterte der Amtschef. Auch 2022 und danach sei also noch viel zu tun. Mit der geplanten Verlegung der beiden Haltestellen Ebertstraße/Abzweig Präsidentenstraße werde es in diesem Jahr nichts mehr. „Ihr haben wir uns aus Zeitgründen noch nicht widmen können“, schilderte Reichling. Die Haltestellen liegen direkt in einer Kurve und sollen parallel zueinander etwa 35 Meter nach Westen verlegt werden. Buskap und Leitsystem sind vorgesehen, dazu zwei neue Wartehallen mit Dachbegrünung. Kosten insgesamt: rund 95 000 Euro.

Neues Häuschen für „Sugambrerstraße“

Eine neue Wartehalle soll es auch für die Bushaltestelle „Sugambrerstraße“ nördlich der Straße „Am Römerberg“ im Stadtteil Oberaden geben. Diese hatte die Ortsgruppe Lünen, Selm, Werne, Bergkamen des BUND angeregt.

„Diese Anregung spricht uns aus der Seele“, sagte Reichling im Ausschuss. Das Projekt wäre man auch von sich aus angegangen. Vor der Verlegung und dem barrierefreien Ausbau im Zuge einer Straßensanierung 2019 war besagte Haltestelle lange Jahre mit einer Überdachung ausgestattet. Das Häuschen war allerdings wegen Baufälligkeit abgebaut worden.

Arbeiten an Zebrastreifen beginnen

Der neue gläserne Unterstand soll eine Dachbegrünung erhalten, eine mit Solarstrom versorgte LED-Beleuchtung sowie Rad-Stellplätze. Auf der südlichen Seite des Römerbergs stehen keine städtischen Flächen für solch Ensemble zur Verfügung. Die Kosten für die Maßnahme beziffert die Stadt mit rund 20.000 Euro. Sie will versuchen, Fördermittel beim Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe zu beantragen, das Projekt im Zweifel aber auch ohne Zuwendung noch in diesem Jahr umsetzen. Mittel stünden bereit.

Fortschritte machen indes auch Planung und Bau neuer Fußgängerüberwege. An der Jahnstraße in Oberaden soll der Zebrastreifen an der Feuerwache versetzt werden. „Baustart ist voraussichtlich im Oktober“, sagte Reichling. Auch die Arbeiten für neue Übergänge an der Sugambrerstraße auf Höhe des Sportplatzes sowie am Busbahnhof seien vergeben.

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