Nach Einigung mit der Stadt Bergkamen

Berg-Karree statt Turmarkaden: Das ist der Zeitplan des Investors

Auf der Fläche der früheren Turmarkaden soll das Berg-Karree mit 115 Wohneinheiten und vielen Einkaufsmöglichkeiten entstehen. Im Hintergrund: das Bergkamener Rathaus.
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Auf der Fläche der früheren Turmarkaden soll das Berg-Karree mit 115 Wohneinheiten und vielen Einkaufsmöglichkeiten entstehen. Im Hintergrund: das Bergkamener Rathaus.

Der erste Spatenstich für das Berg-Karree auf dem früheren Turmarkaden-Areal wird womöglich schon im dritten Quartal gesetzt. Darauf jedenfalls hofft der Investor der Wohn- und Geschäftshäuser vis-à-vis des Rathauses, die Hilee B GmbH in Zossen, wie deren Geschäftsführer Peter Dietrich erläutert.

Bergkamen – Die Investitionssumme für die Neubauten samt Tiefgarage gibt er mit „fast 100 Millionen Euro“ an. Die Bauzeit beträgt demnach 24 bis 30 Monate, sodass vielleicht schon Ende 2023 Vollzug gemeldet werden kann.

Wenn’s soweit ist, können sich die Bergkamener über ein erweitertes Kaufangebot in der Stadt freuen. So siedeln sich hier als Ankermieter die Firma Stroetmann mit einem Edeka-Markt (Gesamtfläche ca. 4.000 Quadratmeter) sowie die Drogeriemarktkette dm (ca. 800 Quadratmeter) an. Beide Anbieter sind bis dato nicht in Bergkamen präsent – und beide hatten laut Dietrich schon Interesse angemeldet, als nach den ersten Planungen noch ein reines Einkaufszentrum auf der Fläche entstehen sollte.

Einzelhandel, Praxen, Gastronomie und 115 Wohnungen

Dazu kommt es bekanntlich nicht, weil die Stadt die städtebaulichen Zielvorgaben nicht ausreichend berücksichtigt sah und eine Bauvoranfrage negativ beschieden hatte. Erst mit Vorlage eines überarbeiteten Konzepts konnte Ende Oktober 2020 der Knoten durchschlagen werden; der Stadtrat stimmte den neuen Plänen zu. Sie sehen neben Einzelhandelsflächen, einem Fitnessstudio, Arztpraxen, Gastronomie und weiteren Wegeverbindungen auch 11.500 Quadratmeter Wohnfläche vor, aufgeteilt auf insgesamt 115 Wohneinheiten mit Größen zwischen 55 und 95 Quadratmetern.

Für die Vermietung der Fitnessstudio-Räume in zweiter und dritter Etage verhandle man derzeit mit zwei Interessenten, berichtet Alexander Dold, Vorstand der Interra Immobilien AG, dem Projektentwickler des Berg-Karrees. Bei beiden handele es um bekannte Ketten.

Erneute Bauvoranfrage, dann Bauantrag

Um die Vermarktung der kleineren Ladenlokale kümmere man sich zu einem späteren Zeitpunkt, ergänzt Dold. „Das ist in der Branche erst üblich, wenn 30 Prozent der Arbeiten am Neubau erledigt sind.“ Bei den kleineren Flächen könnten auf jeden Fall auch örtliche Einzelhändler zum Zuge kommen. Allerdings: Weil sich die Gesamt-Gewerbefläche nach Umplanung stark reduziert habe, müssten einzelne Anbieter damit rechnen, nicht zum Zuge zu kommen.

Ein Bauantrag für das Berg-Karree soll gestellt werden, sobald die Hilee B GmbH positive Rückmeldung auf eine neuerliche Bauvoranfrage erhält. Die Einreichung dieser Voranfrage, die bereits weitgehende Rechtssicherheit bietet, war noch 2020 geplant, hat sich aber leicht verzögert. „Wir warten noch auf die Aktualisierung des Schallgutachtens, das durch die Änderungen nötig wurde“, sagt Dold. Sie soll nun binnen zwei Wochen vorliegen.

Das Bauvorhaben im Herzen Bergkamens hatte im vergangenen Jahr gehörig für Verstimmung gesorgt – bei Investor und Stadt gleichermaßen. Beide Seiten hatten sich vorgeworfen, sich nicht an Absprachen zu halten, die Androhung einer Klage vor Gericht ließ die Fronten weiter verhärten. Mittlerweile sei man wieder im „engen Austausch miteinander“ und pflege einen „konstruktiven Umgang“, sagt Dietrich.

„Können gut damit leben, wie es nun ist“

„Am Ende des Tages können wir gut damit leben, wie es nun ist“, fügt er mit Blick auch auf die Erlöserwartungen seines Unternehmens hinzu und die nicht unerheblichen Abrisskosten für die früheren Turmarkaden in siebenstelliger Höhe. Es sei gelungen, so Dietrich, die Pläne in kürzester Zeit zu überarbeiten, um mehr Aufenthaltsqualität ins Quartier zu bringen, und dabei die Interessenten für die Ladenlokale bei der Stange zu halten.

Das künftige Berg-Karree besteht aus vier Gebäudekomplexen samt Tiefgarage mit etwa 500 bis 550 Stellplätzen. Oberirdisch entstehen bis zu 150 weitere Abstellmöglichkeiten für Pkw, die über die Hubert-Biernat-Straße erreicht werden. Teil des Konzepts sind ein Gründach auf dem Edeka, Fotovoltaik-Anlagen und womöglich ein Blockheizkraftwerk zur kombinierten Erzeugung von Strom und Wärme. Die Installation einer Erdwärmepumpe am Standort sei wegen des früheren Bergbaus vor Ort voraussichtlich nicht möglich oder unverhältnismäßig aufwändig, heißt es.

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