Nach Brandstiftung in den Turmarkaden: Abriss in Sicht

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Der Feuerwehr hat schon mehrfach auf die Probleme mit den Turmarkaden hingewiesen. Der Großeinsatz am Freitag soll nun aber der letzte gewesen sein.

Bergkamen – Der Brand in den Turmarkaden am vergangenen Freitag, der einen Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungskräften auslöste, ist aller Wahrscheinlichkeit nach vorsätzlich gelegt worden. Der Komplex soll bald abgerissen werden.

Laut Auskunft der Polizei-Pressestelle brannten Papier und alte Akten, die auf Paletten gestapelt waren. „So etwas kann sich nicht selbst entzünden“, sagte Polizeisprecherin Vera Howanietz. Nach dem Ausschlussprinzip kamen die Beamten daher zu dem Schluss, dass ein Brandstifter am Werk gewesen war.

Eine Anzeige gegen Unbekannt wegen „vorsätzlicher Brandstiftung“ wurde bereits gefertigt. „Auch wenn dort alles abgerissen werden soll, handelt es sich doch noch um ein Gebäude“, erklärt Vera Howanietz, warum es nicht um Sachbeschädigung geht.

Brand in den Turmarkaden

Ob der oder die Täter ermittelt werden können, muss die Zeit zeigen. Mögliche Zeugen werden in jedem Fall gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Bislang ist das aber noch nicht geschehen. Bemerkt worden war der vom Feuer verursachte Qualm vom Hausmeister, der dann die Feuerwehr rief.

Genehmigung soll bald vorliegen 

Der ist das leer stehende Gebäudekomplex an der Töddinghäuser Straße ohnehin ein Dorn im Auge. Nun scheint aber ein Ende des Missstands in Sicht: Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass die vom neuen Eigentümer eingereichte Abrissanzeige in den nächsten ein bis zwei Wochen bestätigt werden kann. Dann muss die Interra Immobilien AG aus Düsseldorf nur noch vier weitere Wochen warten, ob sich beispielsweise der Kreis Unna mit Auflagen zu Wort meldet, dann kann sie mit dem Abriss beginnen.

„Das ist ein neues Verfahren“, erklärt Bürgermeister Roland Schäfer. Bis Ende des vergangenen Jahres mussten noch ein richtiger Abrissantrag gestellt werden, den die Stadt dann mit Auflagen bewilligen musste. Nun müssen Abrisse aber nur noch angezeigt werden und die Anzeige nach interner Prüfung bestätigt werden.

Erste vorbereitende Arbeiten für die Entkernung, so erklärte Andreas Dold vom Vorstand der Interra AG, würden aber schon laufen. „Sobald wir Antwort von der Stadt Bergkamen haben, legen wir richtig los.“ Dann würde es etwa sechs Monate dauern, alles bis zu den Grundmauern niederzureißen.

Bis Dezember soll alles weg sein

 „Im November, Dezember ist dann alles weg“, verspricht Dold. Inwieweit der Brand größere Schäden verursacht hat, die den Abriss erschweren, lässt sich indes noch nicht sagen. „Das wird sich in den nächsten ein bis zwei Wochen herausstellen“, schätzt Dold.

Eines ist jedoch sicher: Mit dem Abriss der Turmarkaden und dem Neubau der Bergkamen-Galerie endet auch die Verbindung zu den Nachbargebäuden. „Das neue Gebäude wird komplett autark sein“, erklärt Alexander Dold. Die Stadt untersucht unterdessen, warum der Qualm in die Wohngebäude zog.

„Wir nehmen das sehr ernst“, so Schäfer. Vor Rauch, der durch gekippte Fenster eindringt, müssten sich Bewohner zwar selbst schützen. „Aber es ist nicht völlig ausgeschlossen, dass der Qualm auf andere Wege dorthin gelangte.“

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