Nach BGH-Urteil: Brötchen am Sonntag in Bergkamen schon vorher geduldet

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Bergkamen – Frische Brötchen vom Bäcker darf es jetzt auch sonntags den ganzen Tag geben. Das hat der Bundesgerichtshof am Donnerstag entschieden. An der Versorgung mit Brot und Brötchen in Bergkamen wird sich durch das Urteil aber wohl erst einmal nichts ändern.

„Wir verkaufen ohnehin schon den ganzen Tag Brot und Brötchen“, sagt Stefan Braune von der Bäckerei Braune, die in Bergkamen acht Filialen betreibt. Das sei auch bislang schon geduldet worden, „jetzt dürfen wir es eben offiziell“, so Braune.

In Bergkamen betrifft das aber nur die Filiale im Gartencenter Röttger. Die anderen schließen nach fünf beziehungsweise drei Stunden. „Aber auch daran wird sich nichts ändern“ sagt Braune. Längere Öffnungszeiten würden sich in diesen Filialen nicht lohnen.

Bislang maximal fünf Stunden erlaubt

Fünf Stunden sind bislang in NRW für den Verkauf von frischen Brötchen und Brot an Sonntagen das Maximum. Danach ist offiziell nur noch Kuchen im Café erlaubt. Nach dem BGH-Urteil dürften diese strengen Ladenschlusszeiten nicht bestehen bleiben.

Entscheidend war, dass die Richter unbelegte Brötchen als „zubereitete Speisen“ ansehen. Bedingung für den Verkauf: Die Bäckerei muss ein Café mit Tischen und Stühlen haben.

"Unfair für Handwerksbäcker"

Das wäre bei der Bäckerei Holtmann in Rünthe gegeben. Die hat bislang sonntags nur von 7.30 bis 12.30 Uhr geöffnet. Aber: „Dabei bleibt es auch, unsere Kunden sind das so gewohnt“, sagt Bäcker Helmut Holtmann.

Er begrüßt das Urteil aber, da er bislang einen Nachteil für ihn und seine Bäckerkollegen sah: „Tankstellen durften schon vorher den ganzen Sonntag Brötchen verkaufen, wir aber nicht. Das war unfair gegenüber den Handwerksbäckereien.“

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