Planungen für Hallenbad-Standort

Nach Bad-Neubau in Weddinghofen könnte neues Wohnquartier in Mitte entstehen

+
Das Hallenbad in Mitte wird nicht mehr gebraucht, sollte in Weddinghofen ein neues Bad entstehen. 

Bergkamen – Im Rat steht am 25. August die Entscheidung darüber an, ob die Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) ihre Pläne zum Bau eines Ganzjahresbades auf dem Wellenbadgelände in Weddinghofen realisieren können. Gibt das Gremium sein Okay, sind die Tage des Bergkamener Hallenbads in der Mitte gezählt.

Für den Fall liegen bereits Pläne zur Umgestaltung des Areals vor. Hier soll nach Abriss der Schwimmstätte und weiterer Gebäude ein neues Wohnquartier mit mehreren Mehrfamilienhäusern entstehen.

Die ersten Überlegungen dazu datieren aus dem Frühjahr 2016. Eine Studie zur Zukunft der GSW-Standorte in der Stadt bescheinigte dem Hallenbad-Gelände städtebauliches Potenzial. Das vor Kurzem im Rat beschlossene Integrierte Handlungskonzept „Bergkamen mittendrin“ bestätigt diese Einschätzung und sieht ebenfalls Wohnbebauung an dieser Stelle vor.

Wenig einladende Garagenhof-Atmosphäre

Das Hallenbad wird mindestens so lange gebraucht, bis ein mögliches neues Bad öffnet, also wohl noch mehrere Jahre. Dann könnte es abgerissen werden. Optisch mache es noch einen passablen Eindruck, sagt Baudezernent Dr.-Ing. Hans-Joachim Peters, zumindest beim Blick vom Parkplatz aus. Das Umfeld aber sei geprägt von einer wenig einladenden Garagenhof-Atmosphäre. Die entstehe nicht ohne Grund, schließlich habe sich an dem Ort einst der Baubetriebshof der Stadt befunden.

Das Gebiet, das nach derzeitigem Stand überplant werden soll, reicht von der Lessingstraße in Richtung Norden bis zum Nordbergstadion und schließt die Sporthalle ein. Für sie, so steht fest, soll an der Freiherr-vom-Stein-Realschule ein Ersatzbau errichtet werden. „Das Nordbergstadion wird nicht angerührt und bleibt definitiv erhalten“, betont Peters, zumal auch Fördergelder in den Ausbau der Sportanlage geflossen seien.

Vereine und Einrichtungen müssten weichen

Werden die Pläne Realität, müssen die in dem Bereich angesiedelten Vereine und Einrichtungen weichen. Peters unterstreicht, in jedem Fall nach einvernehmlichen Lösungen suchen zu wollen. Im Falle der hier angesiedelten Ein-Gruppen-Kita der Arbeiterwohlfahrt gebe es schon eine. So baue der Träger eine Vier-Gruppen-Einrichtung am Hermann-Görlitz-Zentrum, in der die Kinder unterkommen.

Auch für das DRK, das in der früheren Gaststätte des Hallenbades seinen Sitz hat, sowie das Second-Hand-Kaufhaus der Awo müssten absehbar neue Räume gefunden werden. Für das Streetwork schwebt Peters der Umzug in einen Anbau an den benachbarten „Treffpunkt“ vor, in dem die VHS sitzt. „In diesem Zuge könnte das Gebäude, in dem es keinen Aufzug gibt, auch gleich barrierefrei umgestaltet werden“, erläutert Peters. Der Anbau könnte auf dem groß dimensionierten Parkplatz errichtet werden. Über die Geschosszahl der Häuser im neuen Quartier lässt sich laut Peters noch nichts sagen, ebenso wenig über die Anzahl der Wohneinheiten. So viele wie in der im Bau befindlichen Wasserstadt Aden, also 300, würden es in jedem Fall nicht. Der Erste Beigeordnete spricht von einer „behutsamen Nachverdichtung“ – für die es auch schon potenzielle Projektpartner gebe.

Mit Wohnbaugesellschaften im Gespräch

So habe man seine Fühler bereits gen UKBS sowie WBG und Bauverein Lünen ausgestreckt, die in der Regel erste Ansprechpartner für die Stadt bei derlei Vorhaben seien. „Alle haben uns bestätigt, dass die Hallenbad-Fläche ein attraktiver Standort ist“, berichtet Peters.

Er kann sich auch vorstellen, dass besondere energetische Anforderungen an die künftigen Gebäude gestellt werden könnten und hier eine Art Klimasiedlung entsteht. Einem Konflikt müsse von vornherein begegnet werden: dem zwischen Sport- und Wohnnutzung. „Das kann unter anderem durch schallabgewandte Grundrisse oder andere Maßnahmen zum Lärmschutz geschehen“, erläutert Peters. Ohnehin sollten die Wohnungen, weil energetisch sinnvoll, in Richtung Südwesten ausgelegt werden, also weg vom Nordberg-Stadion.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare