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Sohn (11) wegen massivster Gefährdung von Mutter getrennt: Familien-Aktivist kündigt Widerstand an

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Von: Katharina Bellgardt

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Die Stadt möchte keine Familien trennen, sondern sich für das Wohl der Kinder einsetzen. © picture alliance/dpa

Einer Mutter das Kind wegzunehmen, kann für das Jugendamt nur der letzte Schritt sein. Der Stadt Bergkamen wird nun vorgeworfen, diese Entscheidung leichtfertig gefällt zu haben.

Bergkamen - Dass die Entscheidung, Mutter und Sohn zu trennen, falsch war, das zumindest behauptet Johannes Schumacher, der sich als freier Journalist, christlicher Beistand und Familien-Aktivist der Kinderschutzbewegung bezeichnet. Seriös wirkt das auf den ersten Blick nicht.

Der Fall in Bergkamen

Fakt ist: Im vergangenen Jahr hat das Jugendamt der Stadt Bergkamen eine Mutter von ihrem Kind getrennt. 

Familien-Aktivist Schumacher macht die Inobhutnahme nun öffentlich und setzt sich dafür ein, die Mutter wieder mit ihrem Sohn zusammenzubringen. Hierfür veröffentlicht er auf Facebook die Namen, verknüpft Beiträge mit dem Bürgermeister Roland Schäfer oder Jugendamtsleiter Ludger Kortendiek. 

Stadt handelt aufgrund massivster Kindswohlgefährdung

"Das Kind wurde in Obhut genommen aufgrund von massivster Kindeswohlgefährdung", erklärt der Bürgermeister. Anders als von Schumacher dargestellt, habe es über Jahre Gespräche mit der Mutter gegeben. "Die Inobhutnahme ist unsere letzte Möglichkeit", sagt Roland Schäfer. 

Details, warum das Jugendamt zu der Entscheidung kam, können nicht öffentlich gemacht werden, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt. Der Fall wird in den nächsten Wochen vor dem Familiengericht verhandelt. 

Insgesamt ist es ungewöhnlich, dass die Stadt überhaupt an die Öffentlichkeit tritt. Üblicherweise berufen sich Jugendämter auf den Datenschutz. Im diesem Fall jedoch gibt es eine Pressemitteilung der Stadt, in der der Nachname der Betroffenen genannt wird.

Dort heißt es: "Herr Schumacher äußert sich öffentlich bei Facebook über die Inobhutnahme im Fall der Bergkamener Familie (..).

In diesem Zusammenhang weist die Stadt Bergkamen darauf hin, dass das Familiengericht mit dieser Angelegenheit befasst ist."

Vorwürfe lassen sich nicht belegen

Der Familien-Aktivist wirft der Stadt vor, in sieben Fällen Kinder aus ihren Familien genommen zu haben. 

Auf Facebook schreibt er: "Die Kinderschutzbewegung hat bereits einige Informationen über die Inobhutnahme ihres Sohnes (...) in der Schule veröffentlicht. Derzeit gibt es im Jugendamt der Stadt Bergkamen eine Krisensitzung zu den Umständen der robusten Inobhutnahme. 

Bürgermeister Schäfer teilt mit, dass Frau(...) und die sieben anderen Betroffenen zu den Gerichten gehen sollten. Er könne da nichts machen und man könne ja vor dem Rathaus demonstrieren."

Diesen Aussagen widerspricht der Bürgermeister. Er bestätigt, dass die Betroffenen und der Familien-Aktivist natürlich ins Rathaus kommen können und dass der Fall vor Gericht verhandelt werde. 

Bürgermeister: Es gibt nur einen Fall

Aber: Laut Roland Schäfer gibt es keine acht Fälle, sondern nur einen Fall. "Herr Schumacher stellt einfach Behauptungen auf", sagt der Bürgermeister. Natürlich könne - anders als von Schumacher behauptet -  die Mutter ihren Sohn besuchen. Die Entscheidung liege nicht bei der Stadt, sondern beim Familiengericht.

Schumacher hat auf Facebook eine Demonstration vor dem Rathaus am Mittwoch, 15. Januar, um 11.30 Uhr angekündigt.

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