Mutmaßlicher Täter wohnte selbst in dem Haus

In diesem Mehrfamilienhaus brannte es gleich an zwei Samstagen in Folge: Der mutmaßliche Brandstifter, der selbst in dem Haus lebte, bestreitet, etwas mit den Taten zu tun zu haben. ▪
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In diesem Mehrfamilienhaus brannte es gleich an zwei Samstagen in Folge: Der mutmaßliche Brandstifter, der selbst in dem Haus lebte, bestreitet, etwas mit den Taten zu tun zu haben. ▪

BERGKAMEN ▪ Mit „oberster Priorität“, so Staatsanwältin Dr. Ina Holznagel, war die Brandserie in Bergkamen bei der Dortmunder Staatsanwaltschaft behandelt worden. „Entsprechend froh sind wir, dass es ein Ende hat“, so Holznagel einen Tag nachdem der mutmaßliche Täter dem Haftrichter vorgeführt worden war.

Wie berichtet, hat das Amtsgericht in Kamen am Montag gegen einen 23-jährigen Bergkamener Haftbefehl wegen schwerer Brandstiftung und Sachbeschädigung erlassen. Er steht in Verdacht, einen Kellerbrand in einem Mehrfamilienhaus in der Hubert-Biernat-Straße gelegt und daneben an verschiedenen Stellen in der Umgebung des Mehrfamilienhauses Abfalltonnen und Container in Brand gesetzt zu haben. Auch der Brand in der im Bau befindlichen Darul-Erkam Moschee in der Ernst-Schering-Straße soll auf sein Konto gehen. Ebenso wie das erneute Feuer in dem Wohnhaus in der Hubert-Biernat-Straße vom vergangenen Wochenende, in dem er übrigens selbst wohnte. In diesem Fall trat der 23-Jährige als Brandentdecker auf und beteiligte sich an den Löscharbeiten.

„Wir gehen davon aus, dass er den Tatverdacht auf diese Weise von sich ablenken wollte“, so Holznagel. Das Gegenteil war jedoch letztlich wohl der Fall. Die Ermittlung bei Brandstiftungsdelikten ist nach Angaben von Holznagel besonders heikel.

„Bei den Bränden gehen viele Spuren verloren. Was bleibt, ist häufig wenig brauchbar“, so die Staatsanwältin. Die Brandermittler aus Unna verstünden ihr Handwerk aber hervorragend, und dass der mutmaßliche Täter sich am Samstag erneut als Brandstifter in dem selben Haus betätigte, „hat geholfen“.

Gestanden hat der Bergkamener bislang allerdings lediglich, in der ersten Brandnacht an drei Stellen Müllcontainer angezündet zu haben. Zu weiteren Brandstiftungen schweigt der Mann, der in U-Haft sitzt, sich aus. „Wir arbeiten aber weiter daran, die Beweislage wasserdicht zu bekommen“, so Holznagel.

Rätselraten über

die Motive

Ein weiterer 23-jähriger Bergkamener, der vorläufig festgenommen worden war, hatte angegeben, den Hauptbeschuldigten bei der ersten Brand-Serie begleitet zu haben. Was sie Motive dieses Mannes, der wegen Betruges unter laufender Bewährung stand, betrifft, herrsche nach wie vor Rätselraten. Wegen politisch motivierter Straftaten sei er bislang zwar nicht in Erscheinung getreten, steht nach Erkenntnissen des polizeilichen Staatsschutzes dem rechten politischen Spektrum aber nahe. „Fakt ist, dass der Mann sich in rechtsradikalen Kreisen bewegt, über die Motive können wir momentan nur spekulieren“, so Holznagel. Die Ermittlungen, auch zu den Tathintergründen, durch den polizeilichen Staatsschutz in Dortmund dauern daher an.

Froh ist Holznagel jedenfalls, dass der Spuk ein Ende zu haben scheint. „Die Menschen waren zu Recht beunruhigt“, so die Staatsanwältin. Und dass den Mitgliedern der Islamischen Gemeinde Milli Görüs „der Kragen platzt, ist nur zu verständlich“. ▪ oel

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