Prozess in Dortmund

Mutmaßliche Vergewaltigungen in Bergkamen und Kamen: Droht Angeklagtem nun doch Sicherungsverwahrung?

Landgericht Dortmund
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Der Angeklagte und sein Verteidiger Marco Ostmeyer.

Im Prozess um zwei mutmaßliche Vergewaltigungen in Kamen und Bergkamen steht nun doch wieder die Sicherungsverwahrung des Angeklagten im Raum. Das Urteil dürfte sich daher verzögern.

Bergkamen/Dortmund - Die Frage der Sicherungsverwahrung hatten die Richter der 31. Strafkammer des Dortmunder Landgerichts von Anfang an einer erfahrenen psychiatrischen Sachverständigen übertragen. Und diese hatte in ihrem Gutachten erklärt, dass sie die Anordnung dieser Maßregel trotz der Vorstrafen des 26-jährigen Angeklagten nicht für zielführend hält.

Stattdessen hatte die Gutachterin in ihrer Stellungnahme eine Sozialtherapie empfohlen. Auch diese könne sicherstellen, dass der Angeklagte nicht noch einmal sexuelle Gewalt gegen Frauen ausübe.

Sachverständige soll noch erneut aussagen

Inzwischen ist dieser Empfehlung aber möglicherweise die Grundlage entzogen worden, denn nach der Erstattung des Gutachtens hatte der Angeklagte zuletzt doch noch eine Erklärung zu der angeklagten zweiten Vergewaltigung am Koppelteich abgegeben. Und weil er darin bestritt, die 16-jährige Jugendliche mit Gewalt zum Sex gezwungen zu haben, könnte es nun sein, dass ihm überhaupt kein Platz in einer sozialtherapeutischen Einrichtung angeboten wird. Grundvoraussetzung für den Erfolg dieser Maßnahme ist nämlich die Bereitschaft des Verurteilten zur Mitarbeit.

Sehr wahrscheinlich werden die Dortmunder Richter die Sachverständige nun noch einmal laden. Dann soll ihr vor allem auch die Frage gestellt werden, ob im Falle einer Ablehnung der Sozialtherapie nicht vielleicht doch die Anordnung der Sicherungsverwahrung geboten ist.

Spuren auf Hose des Opfers

Bis dahin wird aber sicherlich noch einige Zeit vergehen. Zeit, in der der 26-Jährige auch darüber nachdenken wird, warum das Spurenbild an der Hose des mutmaßlichen Opfers nicht zu seiner Einlassung, sondern viel besser zur Aussage der Jugendlichen passt.

Grasflecken finden sich nämlich nur im Bereich des Gesäßes und nicht auf der Seite, wo die junge Frau nach Angaben des Angeklagten gelegen hat.

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