Museumsfest

Museum lädt seine Gäste zu einer Zeitreise ein

+
Bei Rainer Ackermann gibt es den Zeitreisepass.

Bergkamen - Das Bergkamener Stadtmuseum feierte sein Museumsfest am Samstag in veränderter Form. Die Besucher waren zu einer Zeitreise eingeladen.

 Schwungvoll drückt Rainer Ackermann den Stempel auf das Dokument. „Fertig“, verkündet der preußische Polizeibeamte. Ohne eine Miene zu verziehen überreicht er das Dokument. Ein Zeitreisepass. Die Eintrittskarte in die Vergangenheit. Die wird während des Museumsfestes mehrfach lebendig. Konzentrierten sich vorherige Feste am Bergkamener Museum oft auf die Römer und die Bergbauvergangenheit der Stadt, so ist es nun grundlegend anders.

Stopps in der Zeitgeschichte

 Das von Thossa Büsing gestaltete Konzept ermöglicht den Besuchern diverse Stopps in der Zeitgeschichte. Noch vor dem Museumseingang hat ein Steinzeitmensch sein Lager aufgebaut. Er ist umringt von Sammy-Jo (7), Gina-Marie (12) und Ben-Luca (4). Vor allem der Siebenjährige ist voller Neugier. „Er findet alles spannend, was mit der Vergangenheit zu tun hat“, erzählt seine Mutter. 

Er hängt gerade zu an den Lippen des Vertreters der Steinzeit. Später steht er mit strahlenden Augen bei Dietmar Koch und Olaf Küppers. Sie sind aus der Renaissance nach Oberaden gekommen. Kochs Gewandung weist ihn als Spanier aus, der um 1580/90 lebte. „Wenn ich in den Kampf ziehe, trage ich keinen Hut“, sagt er. Und legt die schwarze Kopfbedeckung zur Seite. „Ich trage eine Bunthaube und eine wattierte Haube, um die Kopfhaut zu schützen.“ Darüber kommt der schwere Helm, der sogar Bleikugeln trotzt.

Die englische Königin hat Platz genommen

 Ein paar Meter entfernt hat die englische Königin Platz genommen, während Küppers, um 1530/50 beheimatet in deutschen Landen, den Besuchern Waffen zeigt. „Wir haben Fechtwaffen ausgestellt“, erzählt er. Mit denen kann die Düsseldorfer Gruppe „Jardin des Epoques“ Fechtkämpfe zeigen, ohne Gefahr zu laufen, sich zu verletzen. „Die Waffen sind nicht scharf“, sagt Küppers. Oder im Falle des Radschlosspuffers eben nicht geladen. „Das ist eine Reiterpistole“, erklärt der Spanier. Etwa 20 Meter Reichweite – mehr ist nicht drin. Friedlicher geht es bei Heidemarie Lyding-Lichterfeld zu, die auch zu der Truppe gehört. Wie ihre Kollegen ist sie in historische Kleider gehüllt. „Die Gewandung stellen wir selbst her“, sagt Andreas Klauke. Die Arbeitsstunden, die ihr prachtvolles Gewand gekostet haben, kann Lyding-Lichterfeld gar nicht überblicken. „Ich habe ein Jahr daran gearbeitet“, erzählt sie.

Die Besucher haben keine Scheu

Die Besucher genießen diese Art des Museumsfests, streifen neugierig durch die Räume und haben keine Scheu, die Darsteller anzusprechen. Wer mag, kann von Mamsell Helgard Meer die Sütterlinschrift lernen, mit Dr. Matthias Laarmann von den Römerfreunden plaudern, der stilecht in römischer Rüstung vor Ort ist, und den Duft der Vergangenheit schnuppern. Am Ende steht dann ein weiterer Besuch beim preußischen Beamten an: Wer alle Stempel in seinem Zeitreisepass gesammelt hat, kann ihn eintauschen – gegen ein Zeitreisediplom. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare